Geiselnahme in Supermarkt – zwei Tote befürchtet

Bei einer Geiselnahme in einem Supermarkt in der südfranzösischen Stadt Trèbes sind offenbar mindestens zwei Mensch ums Leben gekommen. Es werde aber noch mit weiteren Opfern in der Stadt Trèbes gerechnet, erklärte die Polizei. Zwölf Menschen wurden verletzt. Zudem sei nicht bekannt, ob es sich um einen oder zwei Geiselnehmer handele. Der Geiselnehmer habe sich sich zur Terrormiliz Islamischer Staat bekannt, erklärte die Staatsanwaltschaft. Aus Ermittlerkreisen hieß es, den meisten Kunden und Angestellten des Geschäfts „Super U“ sei die Flucht gelungen. Anderen Berichten zufolge sollen die etwa 20 Geiseln in Sicherheit sein. Frankreichs Regierungschef Edouard Philippe sprach von einer „ernsten Situation“. Vieles deute auf einen terroristischen Akt hin.

Ein Augenzeuge sagte aus, der Täter habe „Allahu Akbar“ (Gott ist groß) gerufen, als er den Supermarkt überfiel. Zudem habe er von Rache für Syrien gesprochen. Er sei mit Messern, einer Schusswaffe und Handgranaten bewaffnet gewesen. Spezialeinheiten der Polizei waren in dem 5500-Einwohner-Ort im Einsatz, mehrere Hubschrauber überflogen den Tatort. Bei dem Verdächtigen soll es sich um einen marokkanischen Einwanderer handeln, der Mitte 30 sei.

Um 11.15 Uhr soll der Mann in das Geschäft in Trèbes östlich von Carcassonne eingedrungen sein, hieß es von der Gendarmerie. Dabei habe er Schüsse abgegeben. Unbestätigten Berichten zufolge sollen sich zum Zeitpunkt des Überfalls rund 40 Menschen in dem Gebäude befunden haben.

Zwei Polizisten angeschossen

Im nahe gelegenen Carcassonne wurden zudem zwei Polizisten verletzt, als Unbekannte das Feuer auf vier Beamte eröffneten, die gerade vom Jogging zurückkamen. Das bestätigte ein Polizeisprecher. Es soll sich bei den Opfern um Mitglieder einer Anti-Terror-Einheit handeln. Die mutmaßlichen Schützen – zwei Männer – sind offenbar weiter auf der Flucht. Die beiden Orte sind nur rund zehn Kilometer voneinander entfernt. Ob es zwischen den Taten einen Zusammenhang gibt, ist noch unklar.

In ersten Berichten hatte es geheißen, der IS reklamiere die Tat für sich. Inzwischen heißt es, der mutmaßliche Täter reklamiere für sich eine Nähe zum IS.

Frankreich war in den vergangenen Jahren mehrfach Ziel islamistischer Anschläge. Vor allem die Attacken von Paris 2015 und Nizza 2016 hatten das Land schwer erschüttert. Seit 2015 sind bei Anschlägen von IS-Anhängern in Frankreich mehr als 240 Menschen getötet worden. Die Behörden sprechen regelmäßig von einer weiterhin hohen Gefahr.

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