„Rekord-Drogenfund“ auf einem Autobahnparkplatz nahe Trier

Die Staatsanwaltschaft Trier hat Anklage gegen zwei in Deutschland lebende Männer türkischer Staatsangehörigkeit wegen Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge und Beihilfe zum Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in zwei Fällen erhoben.

Am 30.10.2017 unterzogen Beamte des Hauptzollamts Koblenz einen aus Spanien kommenden Lkw nach dessen Grenzübertritt aus Luxemburg auf der Autobahn A 64 am Rastplatz Markusberg nahe Trier einer Kontrolle. Sie hatten zuvor einen Hinweis des Zollfahndungsamtes Hamburg erhalten, nach dem ein Lkw Drogen aus Spanien in Richtung Norddeutschland transportiere. Zollfahnder aus Hamburg und aus Osnabrück ermittelten unter Sachleitung der Staatsanwaltschaften Hamburg und Osnabrück verdeckt gegen eine im Großraum Hamburg und Osnabrück agierende Gruppierung, die im internationalen Rauschgifthandel tätig war.

Bei der Kontrolle des Lkws fanden die Beamten 52 Pakete mit insgesamt 221 Kilogramm Marihuana, die zwischen der legalen, aus mehreren Paletten Trittschalldämmung bestehenden, Ladung versteckt waren. Die beiden Angeschuldigten wurden festgenommen und am Folgetag auf Antrag der Staatsanwaltschaft Trier dem Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Trier vorgeführt, der Haftbefehl erließ. Die Angeschuldigten befinden sich seitdem in Untersuchungshaft.

Die weiteren Ermittlungen, die von der Staatsanwaltschaft Trier und Ermittlungsbeamten des Zollfahndungsamts Frankfurt am Main geführt wurden, ergaben, dass die Drogen nach Norddeutschland verbracht werden sollten, wo sie von dem Drogenring in den illegalen Handel gebracht werden sollten. Es handelt sich um die bislang größte, in der Region Trier sichergestellte Rauschgiftmenge mit einem geschätzten Straßenverkaufswert von ca. 2 Millionen Euro.

Die Angeschuldigten bestreiten eine Tatbegehung und behaupten, von der illegalen Ladung ihres Lkws keine Kenntnis gehabt zu haben. Die Staatsanwaltschaft Trier hält sie jedoch aufgrund des Ergebnisses der durchgeführten Ermittlungen für hinreichend tatverdächtig.

Im Rahmen der weiteren, nach den beiden Festnahmen in Zusammenarbeit mit den Staatsanwaltschaften Hamburg und Osnabrück geführten Ermittlungen wurden außerdem Hinweise für einen zweiten Rauschgifttransport aus Spanien gefunden, der Anfang Oktober 2017 stattgefunden hatte. Nach den im Rahmen der Ermittlungen gewonnenen Erkenntnissen besteht nach Auffassung der Staatsanwaltschaft Trier der hinreichende Verdacht, dass die Angeschuldigten auch in diesem Fall als Rauschgiftkuriere tätig waren und eine Ladung von weiteren 110 Kilogramm Marihuana von Spanien nach Deutschland transportierten, wo die Drogen in einer Lagerhalle zwischengelagert und von dort aus an Abnehmer verteilt wurden.

Die Ermittlungen gegen die Hintermänner des Drogenrings werden von den Staatsanwaltschaften Hamburg und Osnabrück geführt. Da diese Ermittlungen auch nach der Festnahme der Angeschuldigten zunächst weiterhin verdeckt erfolgen mussten und durch eine führzeitige Bekanntgabe der in Trier erfolgten Drogenbeschlagnahme möglicherweise gefährdet worden wären, kann erst jetzt über den Drogenfund berichtet werden.

Die Anklage ist zur Großen Strafkammer des Landgerichts Trier erhoben worden. Diese hat nunmehr über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens zu entscheiden. Ein Termin zur Hauptverhandlung ist noch nicht bestimmt.

Staatsanwaltschaft Trier


 

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