Schlagwort: ANINOVA

  • Tierquälerei-Vorwürfe gegen Milchbetrieb – Kühe an Ketten – Bewegung und Sozialverhalten unmöglich

    Tierquälerei-Vorwürfe gegen Milchbetrieb – Kühe an Ketten – Bewegung und Sozialverhalten unmöglich

    Dauerhafte Anbindehaltung bei Milchbetrieb aus Bretzfeld – ANINOVA erhebt schwere Vorwürfe

    Der Tierrechtsorganisation ANINOVA liegt neues Bildmaterial aus einem Milchbetrieb in Bretzfeld
    (Baden-Württemberg) vor.

    Die Aufnahmen zeigen rund 50 Kühe, die dauerhaft in Anbindehaltung leben. Der Betrieb beliefert die Molkerei Hohenlohe, deren Produkte u. a. unter dem Markennamen „Hofgut“ bei EDEKA24 und Rewe verkauft werden.

    Kühe an Ketten – Bewegung und Sozialverhalten unmöglich

    Die Bilder aus März 2025 zeigen Tiere, die fest an Ketten angebunden sind. Die Kühe verbringen ihr gesamtes Leben auf wenigen Quadratmetern – ohne Auslauf, ohne Wiese, ohne Rückzugsort.

    Umdrehen ist nicht möglich.

    Die Tiere stehen nebeneinander auf Spaltenböden, häufig in unhygienischer Umgebung.

    Laut ANINOVA ist diese Haltung nicht nur unzeitgemäß, sondern auch grausam.
    Kühe sind soziale Lebewesen. In der Anbindehaltung können sie kein artgerechtes Verhalten zeigen. Sie leiden körperlich und psychisch unter der ständigen Bewegungslosigkeit.

    Tierwohl-Versprechen der Molkerei steht in der Kritik

    Die Milch der Tiere geht an die Molkerei Hohenlohe. Auf ihrer Website wirbt das Unternehmen mit Tierwohl, Regionalität und glücklichen Kühen auf Weiden. Doch kein Wort über Anbindehaltung.

    Für Konsument*innen ist nicht erkennbar, dass die Milch auch von Kühen stammt, die lebenslang fixiert sind.

    „Diese Werbung täuscht die Verbraucherinnen und Verbraucher“, kritisiert ANINOVA-Vorstand Jan Peifer.

    Strafanzeige und Ermittlungen eingeleitet

    Bereits im März 2025 hat ANINOVA das Veterinäramt in Kupferzell informiert.

    Bei einer Kontrolle am 17.03.2025 wurden Mängel festgestellt. Dazu zählten u. a. zu lange Klauen bei einer Milchkuh sowie unzureichende Haltung der Jungrinder. Das Amt erteilte Auflagen.

    Am 20.03.2025 reichte ANINOVA Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Heilbronn ein. Diese ermittelt aktuell wegen des Verdachts auf Tierquälerei (AZ 251 Js 10929/25). Die Anbindehaltung ist zwar nicht explizit verboten, doch laut Tierrechtsorganisationen verstößt sie gegen das Tierschutzgesetz.

    Politische Untätigkeit trotz Kritik

    Ein Verbot der Anbindehaltung ist derzeit nicht in Sicht. Ein früherer Gesetzesentwurf der alten Bundesregierung scheiterte. Der aktuelle Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer sieht laut ANINOVA keinen Handlungsbedarf.

    Regionalität schützt nicht vor Tierleid

    Der Fall aus Bretzfeld zeigt erneut, dass selbst kleine Familienbetriebe nicht automatisch tierfreundlich wirtschaften. Die romantisierte Vorstellung vom „Bauern von nebenan“ entspricht häufig nicht der Realität. 

  • Brutale Tierquälerei im Schlachthof aufgedeckt

    Brutale Tierquälerei im Schlachthof aufgedeckt

    Massive Tierschutzverstöße im Schlachthof Elsfleth aufgedeckt: ANINOVA erstattet Strafanzeige

    Elsfleth, Landkreis Wesermarsch –

    Die Tierrechtsorganisation ANINOVA (ehemals Deutsches Tierschutzbüro) hat erschütterndes Videomaterial aus dem Schlachthof Elsfleth bei Oldenburg veröffentlicht. Die Aufnahmen, die zwischen August und September 2024 entstanden, dokumentieren schwere Verstöße gegen den Tierschutz. Schafe und Rinder werden dort beim Zutrieb und bei der Schlachtung massiv gequält. ANINOVA hat bereits das Veterinäramt Brake und die Staatsanwaltschaft Oldenburg informiert und Strafanzeige erstattet.

    Elektroschocks und Misshandlung: Brutale Tierquälerei im Schlachthof

    Die versteckten Videoaufnahmen zeigen gravierende Misshandlungen der Tiere. Beim Zutrieb zum Schlachthof werden Schafe und Rinder wiederholt mit Elektroschocks traktiert, getreten und geschlagen. In einem dokumentierten Fall wurde ein Rind 160-mal mit einem Elektrotreiber geschockt, sogar ins Gesicht. Laut Jan Peifer, dem Vorstand von ANINOVA, ist dies gesetzlich verboten und in höchstem Maße tierquälerisch. Auch die Anlieferung der Tiere erfolgt unter katastrophalen Bedingungen: Veraltete Gänge führen dazu, dass Rinder panisch steckenbleiben oder sich verletzen.

    Fehlbetäubungen: Tiere zeigen Anzeichen von Bewusstsein bei der Schlachtung

    Im Inneren des Schlachthofs dokumentieren die Aufnahmen gravierende Fehlbetäubungen. Mehrfach ist zu sehen, wie Schafe nach der Betäubung noch kontrollierte Bewegungen zeigen, den Kopf heben oder die Augen bewegen. Dennoch wird ihnen die Kehle durchtrennt, während sie vermutlich bei vollem Bewusstsein sind. “Es ist kaum auszuhalten, was den Tieren hier angetan wird”, so Peifer. Auch bei Rindern kommt es zu Fehlbetäubungen, wodurch sie den Schmerz der Schlachtung miterleben.

    Tierschutz nicht gewährleistet: Tierärztliches Gutachten fordert Schließung

    Das Bildmaterial hat das Team von ANINOVA an die Organisation „Tierärzte für verantwortbare Landwirtschaft e.V.“ übergeben. Ein Kurzgutachten der Tierärzte bestätigt die schweren Verstöße. Die Veterinäre fordern die sofortige Schließung des Schlachthofs, da die Mitarbeiter offensichtlich nicht über die nötige Sachkunde verfügen. Besonders schockierend: Auf den Aufnahmen ist der amtliche Tierarzt entweder nicht zu sehen oder greift bei Tierquälerei nicht ein. “Hier versagt das Kontrollsystem auf allen Ebenen”, kritisiert Peifer.

    Schlachthof wirbt mit Tierwohl – Realität zeigt Tierquälerei

    Trotz schwerer Missstände präsentiert sich der Schlachthof Elsfleth öffentlich als Vorbild für Tierschutz und Transparenz. Fernseh-Teams wurden regelmäßig eingeladen, um die vermeintlich „tierfreundliche“ Schlachtung zu dokumentieren. ANINOVA zeigt sich empört über die Diskrepanz zwischen Image und Realität. Die Aufnahmen belegen klar, dass es im Schlachthof Elsfleth an Tierschutz und moralischer Verantwortung fehlt.

    ANINOVA fordert Konsequenzen: Politik zum Handeln aufgefordert

    ANINOVA fordert von der Politik klare Maßnahmen gegen Missstände in Schlachthöfen. Obwohl Tierschutzorganisationen immer wieder Verstöße in deutschen Schlachthöfen aufdecken, bleiben Konsequenzen oft aus. Eine verpflichtende Videoüberwachung, die bereits diskutiert wurde, wird selten umgesetzt.