Schlagwort: Biontech

  • BioNTech schließt Standorte: Zahlreiche Jobs betroffen

    BioNTech schließt Standorte: Zahlreiche Jobs betroffen

    Bis zu 1860 Jobs betroffen

    Der Mainzer Impfstoffhersteller BioNTech plant einen massiven Umbau seines Produktionsnetzes. Das Unternehmen will mehrere Standorte schließen. Insgesamt könnten bis zu 1860 Stellen von den Einschnitten betroffen sein.

    BioNTech schließt Standorte in Idar-Oberstein, Marburg und Tübingen sowie ein Werk in Singapur. Auch Einrichtungen des übernommenen Konkurrenten CureVac stehen vor dem Aus. Die Schließungen sollen schrittweise bis Ende 2027 erfolgen. Der Standort in Singapur wird voraussichtlich im ersten Quartal 2027 geschlossen.

    BioNTech verlagert die Impfstoffproduktion aus Deutschland.

    Zusätzlich stellt BioNTech die Produktion von Corona-Impfstoffen in Deutschland vollständig ein. Künftig soll der US-Partner Pfizer die Herstellung komplett übernehmen. Nach Unternehmensangaben entstehen im Laufe des Jahres die letzten Chargen in Deutschland.

    Damit verändert BioNTech seine Struktur deutlich. In Deutschland bleiben neben dem Hauptsitz in Mainz nur noch Berlin und München als reine Bürostandorte. Mehr aktuelle Wirtschaftsnachrichten findest Du auch in unserer Rubrik Deutschland.

    Unternehmen nennt Überkapazitäten und Kostendruck

    BioNTech schließt Standorte nach eigenen Angaben wegen Überkapazitäten, geringer Auslastung und steigendem Kostendruck. Außerdem will das Unternehmen einzelne Standorte teilweise oder vollständig verkaufen.

    Durch die Maßnahmen will BioNTech ab 2029 jährlich bis zu 500 Millionen Euro einsparen. Der Konzern reagiert damit auf den starken Rückgang im Geschäft mit Covid-Impfstoffen.

    Corona-Geschäft bricht deutlich ein

    Im ersten Quartal erzielte BioNTech nur noch 118,1 Millionen Euro Umsatz. Im Vorjahreszeitraum lag der Umsatz noch bei 182,8 Millionen Euro. Gleichzeitig stieg der Verlust auf 531,9 Millionen Euro.

    Ein wesentlicher Grund liegt in den hohen Investitionen in neue Therapien. Besonders stark investiert BioNTech in die Krebsforschung. Weitere Informationen zum Unternehmen veröffentlicht BioNTech auf seiner offiziellen Investor-Relations-Seite.

    Strategiewechsel Richtung Krebsmedizin

    BioNTech richtet sich strategisch neu aus und konzentriert sich künftig auf Krebsmedikamente auf mRNA-Basis. Bis 2030 plant der Konzern mehrere Zulassungsanträge für entsprechende Wirkstoffe.

    Das Unternehmen bleibt auch im Impfgeschäft tätig, jedoch auf deutlich reduziertem Niveau. Für die Saison 2026/27 entwickelt BioNTech einen an neue Varianten angepassten Covid-Impfstoff. Für das laufende Jahr rechnet der Konzern mit Erlösen zwischen 2,0 und 2,3 Milliarden Euro.

    Auch Gründer planen Rückzug

    Zusätzlich zeichnet sich ein personeller Wandel ab: Die Unternehmensgründer Ugur Sahin und Özlem Türeci planen, spätestens bis Ende des Jahres aus dem Unternehmen auszuscheiden.

    BioNTech schließt mehrere Standorte und reagiert damit auf das Ende des Pandemie-Booms mit einer Neuausrichtung. Künftig legt der Konzern einen stärkeren Fokus auf Forschung, Entwicklung und Krebsmedizin.

    Wichtige Polizeimeldungen aus der ganzen Welt findest Du hier.

  • Umsatz-Einbruch bei BioNTech

    Umsatz-Einbruch bei BioNTech

    Der Mainzer Corona-Impfstoffhersteller BioNTech verzeichnet einen drastischen Umsatzeinbruch. Die Stadt Mainz wird deshalb deutlich weniger Gewerbesteuer einnehmen; das berichtet der SWR.

    Am Montag hatte das Pharmaunternehmen BioNTech mit Sitz in der Mainzer Oberstadt bekanntgegeben, dass der Umsatz im ersten Quartal dieses Jahres um 80 Prozent auf 1,27 Milliarden Euro zurückgegangen sei. Grund ist, dass BioNTech deutlich weniger Corona-Impfstoff verkauft hat.

    Umsatz-Einbruch bei BioNTech in dieser Höhe nicht erwartet

    Diese Nachricht müsse er jetzt erst einmal verdauen, sagte der Mainzer Finanzdezernent Günter Beck (Grüne) in einem Gespräch mit dem SWR. Die Stadt habe zwar damit gerechnet, in diesem Jahr weniger Gewerbesteuern einzunehmen. Dass es aber so viel weniger sein werden, habe man im Vorfeld nicht absehen können.

    “Diese Nachricht muss ich als Finanzdezernent erst einmal verdauen.”

    Die Stadt müsse jetzt sehen, wie sie damit umgehe. Direkte Konsequenzen auf Vorhaben oder geplante Ausgaben werde es aber vorerst nicht geben, so Beck. “Uns war immer klar, dass die Gewerbesteuereinnahmen von BioNTech nicht auf dem Niveau der vergangenen zwei Jahre bleiben werden”, so Beck. Einen solchen Einbruch habe man aber auch nicht erwartet.

    Stadt Mainz “nicht über Nacht arm geworden”

    Die Stadt sei jetzt nicht über Nacht arm geworden. Mainz habe sich in den vergangenen zwei Jahren ein gutes finanzielles Polster geschaffen, sagt Beck. In Zukunft müsse man aber schon genau schauen, wofür man Geld ausgebe.

    Ende vergangenen Jahres hatte der Mainzer Stadtrat einen Doppelhaushalt für dieses und das kommende Jahr verabschiedet. Darin hatte die Stadt mit Gewerbesteuereinnahmen jeweils in Höhe von 620 Millionen Euro gerechnet. Das werde voraussichtlich nicht zu halten sein, so Beck. Sehr wahrscheinlich müsse es deshalb einen Nachtragshaushalt geben, in dem die Mindereinnahmen verbucht werden.

    Gewerbesteuereinnahmen jeweils über eine Milliarde Euro

    2021 und 2022 hatte BioNTech mit seinem Corona-Impfstoff sehr gute Umsätze erzielt und dabei der Stadt Mainz Gewerbesteuereinnahmen von jeweils mehr als einer Milliarde Euro beschert. Inzwischen ist die Corona-Pandemie aber überwunden, die weltweite Nachfrage nach Corona-Impfstoffen ist sehr stark zurückgegangen.

    BioNTech hat für den Herbst dieses Jahres einen angepassten Corona-Impfstoff angekündigt. Ob dieser von den Ländern weltweit auch eingekauft wird, ist derzeit aber noch völlig ungewiss.

    SWR

  • Malu Dreyer ehrt BioNTech-Gründer Özlem Türeci und Uğur Şahin mit höchster Landesauszeichnung

    Malu Dreyer ehrt BioNTech-Gründer Özlem Türeci und Uğur Şahin mit höchster Landesauszeichnung

    Ministerpräsidentin Malu Dreyer ehrt BioNTech-Gründer Özlem Türeci und Uğur Şahin mit höchster Landesauszeichnung

    Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat Prof. Dr. Özlem Türeci und Prof. Dr. Uğur Şahin mit dem Landesverdienstorden ausgezeichnet. Die Gründer des Mainzer Biotechnologie-Unternehmens BioNTech erhielten für ihre bahnbrechende Forschungsarbeit die höchste Auszeichnung, die Rheinland-Pfalz zu vergeben hat.
    Bei einer Feierstunde in der Staatskanzlei würdigte die Ministerpräsidentin das Forscherehepaar als echte Vollblutwissenschaftler, deren Ziel es immer gewesen sei, den Menschen ganz konkret zu helfen. „Der Kampf gegen die Menschheitsgeißel Krebs ist ihr gemeinsames Lebensthema. Ihre Vision ist eine Immuntherapie, mit der man die Sterblichkeit von Krebs reduzieren und Heilung erzielen kann. Um die eigene Forschung für die Anwendung nutzbar zu machen, sind sie beide unter die Unternehmensgründer gegangen. Wir zeichnen sie heute aber nicht nur als exzellente Wissenschaftler und sehr erfolgreiche Unternehmer aus, sondern vor allem auch für ihren Mut, ihre Beharrlichkeit und ihre Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und zu helfen, wenn ihre Forschung gebraucht wird“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

    Fast auf den Tag genau zwei Jahre sei es her, dass Prof. Dr. Özlem Türeci und Prof. Dr. Uğur Şahin das Projekt „Lightspeed“ auf den Weg brachten zu einem Zeitpunkt, als nur wenige Menschen überhaupt verstanden, was dieses neue Virus bedeuten würde. „Mit der rekordschnellen Entwicklung eines hochwirksamen und sicheren Corona-Impfschutzes haben sie uns den wichtigsten Baustein auf dem Weg aus der Pandemie geliefert. Sie haben damit Millionen Menschen auf der ganzen Welt das Leben gerettet oder sie vor schweren Krankheitsverläufen geschützt“, sagte die Ministerpräsidentin. Ihr Erfolg bringe die hohe wissenschaftliche Exzellenz und das erfolgreiche Unternehmertum, das Rheinland-Pfalz seit vielen Jahren im Bereich der Biotechnologie habe, ins weltweite Rampenlicht. „Diese Stärke wollen wir in den kommenden Jahren weiter ausbauen. Bund, Stadt, Unternehmen und Hochschulen ziehen dabei an einem Strang“, betonte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

    Prof. Türeci sei eine Forscherin von Weltrang, die beispielsweise als Präsidentin des Executive Boards der Cancer Immunotherapy Plattfom jährlich das größte europäische Spezialistentreffen zur Forschung, Translation und Entwicklung von Krebsimmuntherapien organisiere. Sie könne die beeindruckende Anzahl von mehr als 530 Einzelpatenten in über 70 Patentfamilien vorweisen. „Als Chief Medical Officer bei BioNTech kam ihr Verantwortung zu, die klinischen Studien für den Impfstoff in einer Weise zu konzipieren, dass sie in nie dagewesener Geschwindigkeit durchgeführt werden konnten, ohne dabei Abstriche bei der Gründlichkeit zu machen. Eine wahre Herkulesaufgabe“, so die Ministerpräsidentin.

    Im Bereich der Immunologie und der translationalen Forschung sei Prof. Şahin ein international höchst renommierter Wissenschaftler, der insbesondere durch wegweisende wissenschaftliche Forschungsarbeiten zu individualisierten Krebsimmuntherapien essentielle Beiträge für die heutige Spitzenposition der deutschen Wissenschaftslandschaft im Bereich der Identifizierung und Charakterisierung von Zielmolekülen für die personalisierte Behandlung von Krebstumoren leiste. Auch er habe mehr als 60 unabhängige Patente in den Bereichen neue Krebsbiomarker und spezifische therapeutische Plattformen. Unter diesen Patenten befinden sich zukunftsweisende Innovationen, die unter anderem auch den Grundstein für das Unternehmen BioNTech SE legten.

    „Ich freue mich sehr, dass ich heute Ihre außergewöhnlichen Verdienste mit der höchsten Landesauszeichnung ehren darf. Ich möchte Ihnen danken für Ihre mutige Initiative, Ihr tiefes Vertrauen in die Wissenschaft und Ihre eigene Forschung. Sie werden sich jetzt wieder verstärkt dem Kampf gegen den Krebs widmen. Wir wünschen Ihnen auch in diesem Feld viel Erfolg, denn viele Menschen warten auch dort auf Zeichen der Hoffnung“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

    Land Rheinland Pfalz