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  • Großrazzia gegen Rechtsextremisten: Polizei zerschlägt bundesweites Netzwerk

    Großrazzia gegen Rechtsextremisten: Polizei zerschlägt bundesweites Netzwerk

    Großrazzia gegen rechtsextremes Musiknetzwerk: Polizei stellt tausende Tonträger, Szene-Merch und Sprengkörper sicher

    Die Zentrale Kriminalinspektion der Polizeidirektion Göttingen führt unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft Göttingen seit Februar 2025 ein verdecktes Ermittlungsverfahren. Im Zentrum stehen sechs Beschuldigte aus Deutschland und der Schweiz. Die Ermittler prüfen den Verdacht des Handels mit volksverhetzenden Tonträgern und rechtsextremistischen Szeneartikeln sowie Verstöße gegen das Vereinsverbot.

    Im Fokus stehen dabei insbesondere Artikel der in Deutschland verbotenen Organisationen „Blood & Honour“ und „Combat 18“. Zusätzlich ermittelt die Polizei wegen möglicher Verstöße gegen das Waffengesetz sowie wegen des Handels mit unerlaubten Dopingmitteln und verschreibungspflichtigen Arzneimitteln.

    Ermittlungen starteten nach Hinweisen aus Oldenburg

    Den Ursprung nahm das Verfahren durch Erkenntnisse aus einem Ermittlungskomplex der Zentralen Kriminalinspektion der Polizeidirektion Oldenburg. Dort liefen bereits seit Oktober 2023 Ermittlungen gegen ein rechtsextremes Musiknetzwerk. In der Folge verdichteten sich Hinweise, dass ein Hauptbeschuldigter große Mengen an illegaler Ware aus dem Ausland bestellte, selbst herstellte und gezielt an Personen aus der rechtsextremen Szene weiterverkaufte.

    Nach bisherigen Erkenntnissen soll der Hauptbeschuldigte mindestens fünf weitere Personen in die Strukturen eingebunden haben. Diese sollen Ware gelagert und in seinem Auftrag verkauft haben. Neben Szeneartikeln ging es auch um rechtsextreme Musik mit volksverhetzenden Passagen. Damit rückte die Razzia gegen ein rechtsextremes Musiknetzwerk immer stärker in den Fokus der Ermittler.

    Durchsuchungen in elf Objekten – auch in der Schweiz

    Am Donnerstag, dem 5. Februar 2026, vollstreckten Einsatzkräfte Durchsuchungsbeschlüsse in insgesamt elf Objekten. Die Maßnahmen fanden in fünf Bundesländern sowie in der Schweiz statt. Betroffen waren unter anderem drei Objekte in Niedersachsen sowie weitere Liegenschaften in Thüringen, Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und der Schweiz.

    Die Razzia gegen ein rechtsextremes Musiknetzwerk führte zur Sicherstellung mehrerer tausend rechtsextremistischer Tonträger, darunter CDs und Schallplatten. Außerdem fanden die Beamten große Mengen an Szeneartikeln wie Pins, Schlüsselbänder, Kleidung, Sticker und weiteres Merchandise. Auf den Gegenständen befanden sich unter anderem Hakenkreuze, Reichsadler, SS-Totenköpfe, Hitler-Figuren sowie Schriftzüge von „Blood & Honour“.

    Auch Waffen, Sprengkörper und Dopingmittel sichergestellt

    Zusätzlich stellten die Ermittler Dopingpräparate, verschreibungspflichtige Arzneimittel sowie erlaubnispflichtige Sprengkörper sicher. Außerdem wurden mehrere Schlagringe, eine Schreckschusspistole und zahlreiche elektronische Kommunikationsmittel beschlagnahmt. Aufgrund der aufgefundenen Sprengkörper kamen unter anderem Delaborierer des LKA Thüringen zum Einsatz.

    In Thüringen durchsuchten die Einsatzkräfte zudem eine Lagerhalle, die nach Ermittlungsstand als Szene-Treffpunkt der örtlichen rechtsextremistischen Szene identifiziert worden war. Damit bekam die Razzia gegen ein rechtsextremes Musiknetzwerk auch eine wichtige Bedeutung für die Bekämpfung regionaler Strukturen.

    Über 100 Einsatzkräfte im Einsatz – Haftbefehl gegen Hauptbeschuldigten

    An der großangelegten Durchsuchungsaktion waren über 100 Einsatzkräfte beteiligt. Gegen den 43 Jahre alten Hauptbeschuldigten erließ das Amtsgericht Göttingen am Folgetag einen Haftbefehl. Dieser wurde jedoch gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt.

    Die Ermittlungen dauern aktuell an. Rückfragen sollen laut Behördenangaben direkt an die Staatsanwaltschaft Göttingen gerichtet werden.

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    Offizielle Informationen zu Ermittlungen und Strafverfahren stellt unter anderem die Staatsanwaltschaft Göttingen bereit.

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  • Mordprozess Maya (15†) Göttingen: Betreuerin (23) steht wegen Mordes vor Gericht

    Mordprozess Maya (15†) Göttingen: Betreuerin (23) steht wegen Mordes vor Gericht

     

    Im Mordprozess Maya (15) Göttingen hat am Donnerstag, 18. Dezember 2025, die Hauptverhandlung vor dem Landgericht Göttingen begonnen. Die 23-jährige ehemalige Betreuerin Michelle W. (23) sitzt in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr Mord vor. Der Fall sorgt seit Monaten für Aufsehen, weil die Ermittler zunächst von einem Suizid ausgingen und später neue Spuren fanden.

    Nach der Anklage kannte die Angeklagte die 15-Jährige aus einer Jugendhilfeeinrichtung in Rittmarshausen. Das Mädchen soll kurz vor der Tat aus dem Heim weggelaufen sein. Trotzdem hielt es Kontakt zur früheren Betreuerin. Genau dieses Vertrauen soll die 23-Jährige ausgenutzt haben.

    So beschreibt die Anklage den Tathergang im Mordprozess Maya (15) Göttingen

    Laut Staatsanwaltschaft holte die Angeklagte die Jugendliche mit dem Auto ab und fuhr mit ihr in den Reinhäuser Wald bei Göttingen. Dort soll sie dem Mädchen einen Energydrink gegeben haben. In dem Getränk sollen Augentropfen gesteckt haben. Das Opfer soll dadurch das Bewusstsein verloren haben. Danach soll die Angeklagte das Handy an sich genommen und die Jugendliche aus dem Auto gezogen haben.

    Anschließend soll die 23-Jährige die Pulsadern an beiden Unterarmen aufgeschnitten haben. Außerdem soll sie mit einer Klinge mehrfach in Hüfte und Oberschenkel gestochen haben. Die Spuren sollten laut Anklage wie ein Suizid wirken. Das Mädchen soll an seinen Verletzungen verblutet sein. Damit rückt der Mordprozess Maya (15) Göttingen auch in den Fokus vieler Jugendschutz- und Betreuungseinrichtungen.

    Motiv, Beweise und erste Eindrücke im Gerichtssaal

    Als mögliches Motiv nennt die Anklage Eifersucht und einen Konflikt im Umfeld der Jugendhilfeeinrichtung. Die Ermittler gehen außerdem davon aus, dass die Angeklagte das Handy des Opfers nutzen wollte, um Nachrichten zu schreiben und so den Verdacht von sich wegzulenken. Im Gerichtssaal beantwortete die Angeklagte nach ersten Berichten nur wenige Fragen. Sie äußerte sich zum Vorwurf bislang nicht.

    Welche Spuren die Ermittler belasten sollen

    Die Ermittler sollen das Handy des Mädchens bei der Angeklagten gefunden haben. Außerdem sollen Kriminaltechniker Blutspuren am Ladekabelschacht festgestellt haben. Weitere Spuren sollen aus dem Bereich eines Waschbeckens stammen. Zudem sollen Fasern der Kleidung des Opfers im Auto gesichert worden sein. Das Gericht setzt den Mordprozess Maya (15) Göttingen in den kommenden Verhandlungstagen fort.

    Mehr Hintergründe und ähnliche Fälle findest Du auch in unseren Rubriken Deutschland, Fahndung und Verkehr. Offizielle Infos bieten die Staatsanwaltschaft Göttingen sowie das Landgericht Göttingen.

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