AFD Kandidatin Petra Federau bricht Interview ab: Streit um Fragen zur Vergangenheit im Schweriner Wahlkampf
Im Schweriner Wahlkampf sorgt ein geplatztes TV-Gespräch für neue Schlagzeilen. Petra Federau bricht Interviewabbruch bereits im Vorgespräch ab. Der Regionalsender TV Schwerin wollte ein Kandidatenformat ausstrahlen, doch daraus wurde kurzfristig nichts. Moderator Thomas Böhm schilderte den Ablauf anschließend öffentlich. Petra Federau bricht Interviewabbruch, nachdem er kritische Themen angekündigt hatte.
So lief das Vorgespräch ab
Nach Angaben des Moderators plante die Redaktion Fragen zur Eignung für das Amt, zur politischen Linie der AfD in Mecklenburg-Vorpommern sowie zu Migration. Außerdem wollte Böhm ein Thema ansprechen, das seit Jahren im Raum steht: Berichte aus dem Jahr 2016 über eine mögliche Tätigkeit rund um einen Escort-Service. Genau diese Ankündigung brachte das Gespräch zum Kippen. Petra Federau bricht Interviewabbruch und beendete das Vorgespräch nach Darstellung des Moderators, bevor die eigentliche Aufzeichnung startete.
Federau erhebt schwere Vorwürfe
Federau reagierte mit deutlichen Worten. Sie warf dem Journalisten Beleidigungen und Verleumdungen vor. Zudem erklärte sie, sie habe den Eindruck gewonnen, Fragen sollten nichts mit ihrer Kandidatur zu tun haben und ihre Familie indirekt treffen. Sie brach deshalb ab und verwies auf den Schutz der Menschenwürde. In Richtung des Moderators sagte sie, er zeige seit Jahren offene Abneigung gegenüber AfD-Mitgliedern.
Der Moderator widerspricht
Thomas Böhm bestritt die Vorwürfe. Er kündigte an, er stelle allen Kandidaten kritische Fragen, auch zu politischer Vergangenheit und öffentlichem Auftreten. Einen Angriff auf Familie oder Privatsphäre habe es nicht gegeben. Er betonte außerdem, die Wählerinnen und Wähler hätten ein Recht auf Einordnung, wenn eine Person für das Rathaus kandidiert.
Hintergrund: Debatte seit 2016
Bereits 2016 berichteten Medien über Vorwürfe, Federau habe Frauen für einen Escort-Service angeworben, vermittelt und teilweise begleitet. Damals verweigerte der AfD-Landesverband ihr nach internen Angaben einen prominenten Listenplatz. Federau ließ über einen Anwalt erklären, sie habe gegen sorgfältig recherchierte Berichte keine Einwände. Eigene ausführliche Stellungnahmen gab sie damals nicht ab.
Wahltermin steht fest
Die Oberbürgermeisterwahl in Schwerin findet am 12. April 2026 statt. Der Fall zeigt, wie stark Biografie-Fragen den Ton im Kommunalwahlkampf prägen. Viele Bürger achten jetzt besonders auf Transparenz, Auftreten und Konfliktfähigkeit.
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