Anschlag in Krakau: Nach den tödlichen Schüssen in der polnischen Großstadt werden immer mehr erschütternde Einzelheiten bekannt. Insgesamt neun Menschen wurden tot aufgefunden. Zudem erlitten mindestens 15 Menschen Verletzungen. Besonders dramatisch verlief der Einsatz zweier Polizisten. Obwohl sie selbst angeschossen wurden, gelang es ihnen, den mutmaßlichen Täter zu stoppen.
Der Polizist Jakub Kulik kämpft inzwischen im Krankenhaus um sein Leben. Gemeinsam mit seinem Kollegen Artur Morański hatte er sich dem bewaffneten Angreifer entgegengestellt. Damit verhinderten die Beamten nach Einschätzung der polnischen Regierung möglicherweise weitere Todesopfer.
Anschlag in Krakau: Polizist stoppt bewaffneten Angreifer
Am Samstag, dem 7. November 2026, begann der Angriff gegen 15 Uhr auf dem zentralen Marktplatz von Krakau. Nach bisherigen Erkenntnissen fuhr ein 24-jähriger Mann mit einem Auto in die historische Altstadt. Anschließend schoss er offenbar wahllos auf Menschen, die sich dort aufhielten.
Sechs Menschen verloren auf dem Marktplatz ihr Leben. Unter den Verletzten befindet sich außerdem eine Person aus Deutschland. Weitere Betroffene stammen unter anderem aus Österreich, Portugal und Großbritannien.
Während zahlreiche Rettungskräfte zum Tatort eilten, versuchte der mutmaßliche Schütze zu fliehen. Dabei kollidierte sein Fahrzeug offenbar mit einem anderen Auto. Schließlich stellten sich ihm Polizeibeamte an einer Kreuzung entgegen.
Angeschossener Polizist überwältigt den Schützen
Als die Polizisten den Flüchtenden stoppen wollten, entwickelte sich ein Schusswechsel. Der Verdächtige eröffnete nach bisherigen Erkenntnissen das Feuer auf die Einsatzkräfte. Daraufhin schossen die Beamten zurück.
Besonders bemerkenswert ist dabei der Einsatz von Jakub Kulik. Obwohl ihn mehrere Schüsse trafen, kämpfte der Polizist weiter. Schließlich gelang es den Einsatzkräften, den bewaffneten Mann zu überwältigen und festzunehmen.
Videoaufnahmen zeigen einen schwer angeschlagenen Beamten unmittelbar nach dem Schusswechsel. Er versucht zunächst, auf den Beinen zu bleiben. Wenig später sinkt er auf die Knie.
Der Angreifer wurde ebenfalls verletzt und anschließend in ein Krankenhaus gebracht. Nach Angaben der Behörden besteht keine unmittelbare Gefahr mehr durch den festgenommenen Mann.
Jakub Kulik kämpft im Krankenhaus um sein Leben
Für den schwer verletzten Polizisten begann nach dem Einsatz ein weiterer Kampf. Er erlitt mehrere gefährliche Schussverletzungen. Außerdem ist eine seiner Lungen nach Angaben des polnischen Justizministers erheblich beeinträchtigt.
Deshalb riefen sowohl Justizminister Waldemar Żurek als auch Kuliks frühere Militäreinheit zu Blutspenden auf. Benötigt wird insbesondere Blut der Gruppe AB Rh-positiv.
Kulik hatte zuvor bei der polnischen 6. Luftlandebrigade gedient. Erst später wechselte er zur Polizei. Sein ebenfalls verletzter Kollege Artur Morański musste medizinisch behandelt werden.
Ministerpräsident Donald Tusk würdigte beide Beamten ausdrücklich. Ihrer Entschlossenheit sei es möglicherweise zu verdanken, dass weitere Menschen überlebten.
Drei weitere Leichen im Haus des Verdächtigen entdeckt
Während die Ermittlungen in Krakau liefen, machten Polizeikräfte eine weitere grausame Entdeckung. Im Wohnhaus des mutmaßlichen Angreifers in Ostrowiec Świętokrzyski fanden sie drei tote Menschen.
Bei den Verstorbenen handelt es sich um zwei Frauen und einen Mann. Nach ersten Hinweisen könnten die Opfer zum engsten Familienkreis des Verdächtigen gehören.
Somit stieg die Zahl der insgesamt entdeckten Todesopfer auf neun. Allerdings ist bislang nicht abschließend geklärt, ob der festgenommene Mann auch für die drei Todesfälle im Wohnhaus verantwortlich ist.
Ermittler untersuchen mögliches rechtsextremes Motiv
Der mutmaßliche Täter ist polnischer Staatsbürger und 24 Jahre alt. Nach bisherigen Ermittlungen verfügte er über eine waffenrechtliche Erlaubnis. Außerdem soll er bei dem Angriff eine zivile Variante eines AR-15-Gewehrs verwendet haben.
Innenminister Marcin Kierwiński erklärte, es gebe Hinweise auf eine Faszination des Verdächtigen für rechtsextreme Ideologien. Dennoch steht das genaue Motiv noch nicht fest.
Deshalb untersuchen die Behörden sowohl das persönliche Umfeld als auch mögliche ideologische Hintergründe. Zudem prüfen die Ermittler, ob der Mann Unterstützung von weiteren Personen erhielt.
Polen trauert nach dem Anschlag
Der Anschlag in Krakau hat in ganz Polen Entsetzen ausgelöst. Präsident Karol Nawrocki ordnete für den 8. und 9. November Staatstrauer an. Auch in Krakau selbst wurde eine mehrtägige Trauerzeit angekündigt.
Während die Angehörigen um die Todesopfer trauern, hoffen zahlreiche Menschen auf die Genesung der verletzten Polizisten. Besonders der lebensgefährlich verletzte Jakub Kulik steht dabei im Mittelpunkt der öffentlichen Anteilnahme.
Weitere Berichte zu Polen, Europa und Polizeieinsätzen sind bei Blaulicht Report MYK zu finden. Auch Nachrichten über Schießereien und Terrorismus werden regelmäßig behandelt.
Ergänzende Informationen zum Einsatz veröffentlichten unter anderem die Tagesschau, das polnische Radio Kraków sowie der öffentlich-rechtliche Sender TVP Info.
Stand: 8. November 2026. Die Ermittlungen dauern an. Der Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell aufbereitet.
