Asbest im Spielsand: Behörden schlagen Alarm nach Funden in Europa
Für viele Kinder gehört Sand einfach dazu. Doch aktuelle Untersuchungen sorgen für große Verunsicherung: In mehreren Proben wurde Asbest im Spielsand nachgewiesen. Die Funde stammen aus den Niederlanden und betreffen Produkte, die regulär im Handel erhältlich sind.
Mindestens 25 Proben mit Asbestfasern belastet
Niederländische Medien berichten, dass in mindestens 25 untersuchten Sandproben Asbestfasern enthalten waren. Betroffen sind unter anderem Bastelsand, Sand für Spieltische sowie sogenannter kinetischer oder „magischer“ Sand. Eine Zeitung hatte eigene Labortests in Auftrag gegeben und die Ergebnisse veröffentlicht.
Bereits zuvor meldeten Behörden in Australien und Neuseeland ähnliche Belastungen.
Die niederländische Lebensmittel- und Warenbehörde Nederlandse Voedsel- en Warenautoriteit (NVWA) untersucht derzeit rund 90 weitere Proben. Innerhalb der kommenden zwei Wochen wollen die Verantwortlichen entscheiden, ob sie den Verkauf bestimmter Produkte untersagen.
Produkte auch über Online-Shops erhältlich
Nach Angaben der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen waren betroffene Artikel über große Online-Plattformen wie Amazon, AliExpress oder andere Händler erhältlich. Dadurch könnten belastete Produkte auch nach Deutschland gelangt sein. Das Risiko besteht vor allem bei farbigem Spiel-, Bastel- oder Dekosand für den Innenbereich.
Die Ursache für Asbest im Spielsand liegt vermutlich im Ursprung des Materials. Der gefärbte Sand stammt offenbar aus chinesischen Gruben, in denen Asbest natürlich vorkommen kann. Da die Belastung von Charge zu Charge variiert, lässt sich derzeit nicht eindeutig feststellen, welche Produkte betroffen sind.
Verbraucherschützer raten zur Vorsicht
Die Verbraucherzentrale NRW empfiehlt Eltern, gefärbten Spiel- oder Bastelsand für Innenräume vorerst nicht zu verwenden. Diese Warnung betrifft ausdrücklich nicht klassischen Spielsand für Sandkästen im Freien.
Wurde entsprechender Sand bereits im Haus genutzt, sollten Eltern ihn vorsichtig entfernen. Experten raten dazu, das Material vor dem Aufwischen anzufeuchten, um Staubbildung zu vermeiden. Das Einatmen von Stäuben gilt es unbedingt zu verhindern. Bei Bedarf sollte eine FFP2-Maske getragen werden.
Wie gefährlich ist Asbest im Spielsand?
Asbest zählt zu den besonders gesundheitsgefährdenden Stoffen. Gelangen Fasern in die Atemwege, können sie schwere Erkrankungen wie Asbestose oder Krebs auslösen. Diese Krankheiten treten häufig erst viele Jahre nach der Belastung auf.
Wie groß die konkrete Gefahr durch Asbest im Spielsand tatsächlich ist, prüfen derzeit Fachbehörden. Bis belastbare Ergebnisse vorliegen, empfehlen Experten erhöhte Vorsicht beim Kauf und bei der Nutzung von farbigem Sand für Innenräume.
Weitere aktuelle Meldungen findest Du in unserem Bereich News sowie unter Deutschland. Offizielle Informationen zu Produktsicherheit stellt außerdem das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit bereit.
