Ausländer müssen in Freibad das doppelte bezahlen
Das Freibad Pruntrut hebt Ausländerverbot auf. Damit dürfen in diesem Sommer wieder alle Besucherinnen und Besucher in das Bad der Schweizer Kleinstadt. Allerdings gelten neue Regeln. Außerdem zahlen auswärtige Gäste deutlich mehr Eintritt als Einheimische.
Freibad Pruntrut hebt Ausländerverbot auf: Neue Preise sorgen für Diskussionen
Im vergangenen Sommer hatte Pruntrut europaweit für Schlagzeilen gesorgt. Damals schloss das Freibad ausländische Gäste weitgehend aus. Nur Menschen mit einer Sondergenehmigung durften das Bad noch betreten. Nun hebt die Stadt diese Regelung wieder auf.
Dennoch bleibt der Zugang nicht für alle gleich. Erwachsene ohne Wohnsitz vor Ort zahlen künftig 15 Franken. Einheimische Erwachsene zahlen dagegen 7,50 Franken. Auch bei Jugendlichen gilt ein deutlicher Unterschied. Auswärtige Jugendliche zahlen 10 Franken, während einheimische Jugendliche 5 Franken bezahlen.
Online-Ticket und Ausweis können Pflicht werden
Zusätzlich führt Pruntrut weitere Vorgaben ein. Wer keinen Wohnsitz in der Stadt hat und keine Aufenthalts-, Arbeits- oder Niederlassungserlaubnis besitzt, muss sein Ticket online kaufen. Außerdem müssen bestimmte Besucherinnen und Besucher beim Einlass einen gültigen Ausweis vorzeigen.
Wer diese Regeln nicht erfüllt, kann am Eingang abgewiesen werden. Die Stadt will damit nach eigenen Angaben für mehr Ruhe sorgen. Gemeindepräsident Philippe Eggertswyler erklärte, man wolle keine Schweizer und Franzosen gegeneinander ausspielen. Vielmehr gehe es darum, die Ordnung im Bad zu sichern.
Hintergrund: Ärger im Sommer 2025
Der Streit begann im Sommer 2025. Damals kamen immer wieder Gruppen junger Männer aus dem nahen Frankreich nach Pruntrut. Laut Berichten belästigten einige von ihnen Frauen und griffen Sicherheitspersonal an. Daraufhin reagierte die Stadt mit einem pauschalen Ausschluss ausländischer Gäste.
Diese Entscheidung löste heftige Kritik aus. Unter anderem kritisierten Schweizer Politiker und Fachstellen die Regelung. Viele sahen darin eine problematische Ungleichbehandlung. Deshalb stand das Freibad plötzlich im Mittelpunkt einer internationalen Debatte.
Pruntrut sucht neuen Kompromiss
Mit den neuen Regeln versucht die Stadt nun einen anderen Weg. Das Freibad Pruntrut hebt Ausländerverbot auf, setzt aber weiterhin auf strengere Kontrollen und höhere Preise für Auswärtige. Dadurch will Pruntrut Konflikte verhindern und zugleich den Badebetrieb für alle öffnen.
Ob dieser Kompromiss die Diskussion beendet, bleibt offen. Denn auch die neuen Preise könnten erneut Kritik auslösen. Dennoch setzt die Stadt auf klare Vorgaben, digitale Tickets und Ausweiskontrollen.
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