Untersuchungshaft in Crans-Montana: Barbetreiber nach Todesbrand in U-Haft
Crans-Montana steht seit dem Neujahrsdrama unter Schock. In der Nacht zum 1. Januar 2026 starben mindestens 40 Menschen bei einem Brand in der Bar „Le Constellation“, außerdem erlitten viele Gäste teils schwere Verletzungen. Die Ermittler rücken nun auch die Betreiber stärker in den Fokus: Am 9. Januar 2026 kam es zum Paukenschlag, denn die Staatsanwaltschaft beantragte für Barbetreiber Jacques Moretti die Untersuchungshaft. Seine Ehefrau Jessica Moretti blieb dagegen auf freiem Fuß.
Warum ordnete die Justiz die U-Haft an?
Die Staatsanwaltschaft begründete den Schritt vor allem mit konkreter Fluchtgefahr. Dabei zählt nicht nur die Schwere des Vorwurfs, sondern auch das Gesamtbild: Aussagen im Verhör, der Lebenslauf sowie die persönliche Situation in der Schweiz und im Ausland spielten laut Behörde eine zentrale Rolle. Genau hier greift der Kern von Untersuchungshaft in Crans-Montana: Die Justiz will sicherstellen, dass sich ein Beschuldigter dem Verfahren nicht entzieht und für weitere Verfahrenshandlungen verfügbar bleibt.
Wichtig bleibt dabei ein Grundsatz: Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung. Trotzdem kann die Staatsanwaltschaft Haft beantragen, wenn sie einen dringenden Tatverdacht sieht und zusätzlich ein Haftgrund wie Fluchtgefahr vorliegt.
So läuft Untersuchungshaft in der Schweiz praktisch ab
Nach einem Haftantrag entscheidet nicht die Staatsanwaltschaft allein, sondern ein Gericht für Zwangsmaßnahmen. Dieses Gericht muss zügig handeln, und zwar spätestens innerhalb von 48 Stunden nach Eingang des Antrags. Dann prüft es Akten, Verdachtslage und Haftgründe. Außerdem hört es die beschuldigte Person an, damit sie sich wehren und ihre Sicht darstellen kann. So sorgt das Verfahren für Kontrolle, und gleichzeitig bleibt die Maßnahme zeitlich eng begrenzt.
Welche Vorwürfe stehen im Raum?
Gegen das Betreiberpaar läuft eine Strafuntersuchung wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Verursachung einer Feuersbrunst. Zusätzlich gerieten auch behördliche Abläufe unter Druck, denn Medienberichte thematisieren, dass Kontrollen und Brandschutzprüfungen über Jahre ausblieben. Währenddessen fordert die Politik eine lückenlose Aufklärung, und Angehörige erwarten schnelle Antworten.
Damit rückt die Untersuchungshaft in Crans-Montana in eine entscheidende Phase: Das Gericht muss die Haft zeitnah bestätigen oder Alternativen prüfen. Gleichzeitig laufen Spurensicherung, Zeugenbefragungen und Gutachten weiter, und zwar unter hohem öffentlichem Druck.
Mehr Hintergründe zur Strafuntersuchung liefert die Kantonspolizei Wallis. Informationen zur Zuständigkeit der Ermittlungsbehörde findest Du zudem bei der Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis. Und den formalen 48-Stunden-Ablauf erklärt das Zwangsmassnahmengericht beispielhaft.
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