Bastei in Köln vor ungewisser Zukunft: Muss das Wahrzeichen teilweise zurückgebaut werden?
Die Bastei Köln gehört seit mehr als 100 Jahren zu den auffälligsten Bauwerken am Rheinufer. Doch der schlechte Zustand des denkmalgeschützten Gebäudes sorgt weiterhin für große Probleme. Massive Schäden an der Tragkonstruktion machen umfangreiche Arbeiten notwendig. Dabei könnte sogar ein vollständiger Rückbau der Stahlkonstruktion oberhalb des historischen Sockels erforderlich werden.
Ein endgültiges Aus für das bekannte Kölner Wahrzeichen bedeutet das allerdings nicht. Vielmehr verfolgt die Stadt das Ziel, die Bastei zu erhalten und wieder öffentlich nutzbar zu machen. Ein privater Vorhabenträger beschäftigt sich deshalb mit einer möglichen Sanierung und späteren Nutzung des Gebäudes.
Bastei Köln prägt seit 1924 das Rheinufer
Der bekannte Kölner Architekt Wilhelm Riphahn entwarf die Bastei im Jahr 1924. Er setzte den markanten Bau auf einen bereits vorhandenen preußischen Festungssockel aus dem 19. Jahrhundert. Besonders auffällig ist der sternförmige Aufbau. Teile davon ragen mehrere Meter über das Fundament hinaus.
Durch ihre Lage unmittelbar am Rhein entwickelte sich die Bastei Köln schnell zu einem festen Bestandteil des Stadtbildes. Auch heute erkennen viele Menschen das außergewöhnliche Gebäude bereits aus größerer Entfernung.
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Seit Jahren kann die Bastei nicht mehr genutzt werden
Nach dem Zweiten Weltkrieg musste die schwer beschädigte Bastei wiederhergestellt werden. 1958 eröffnete dort erneut ein Restaurant. Jahrzehntelang gehörte das Lokal zu den besonderen gastronomischen Adressen der Stadt.
Ab 1997 nutzten Betreiber das Gebäude überwiegend für Veranstaltungen. Im Jahr 2019 endete schließlich auch diese Nutzung. Bauliche Mängel machten einen weiteren Betrieb nicht mehr möglich.
Untersuchungen brachten anschließend zahlreiche Probleme ans Licht. Dazu gehören Schäden an der Konstruktion sowie erhebliche Korrosion. Seit April 2022 stabilisiert deshalb ein großes Stützgerüst das Gebäude. Eine Untersuchung der Technischen Universität Braunschweig bestätigte massive Schäden an der komplexen Tragwerkskonstruktion.
Rückbau der Stahlkonstruktion könnte notwendig werden
Besonders problematisch ist der Zustand der Konstruktion oberhalb des historischen preußischen Unterbaus. Fachleute kamen zu dem Ergebnis, dass ein vollständiger Rückbau und eine anschließende Neuerstellung dieser Stahlkonstruktion eine wirtschaftlichere und besser kalkulierbare Lösung darstellen könnte.
Damit geht es jedoch nicht automatisch um einen vollständigen Abriss der Bastei. Vielmehr könnte die markante Konstruktion neu aufgebaut werden, während der Charakter des denkmalgeschützten Wahrzeichens erhalten bleibt.
Die Stadt Köln erklärte bereits, dass sie eine denkmalgerechte Sanierung und eine erneute öffentliche Nutzung anstrebt.
Investor könnte der Bastei eine neue Zukunft geben
Hoffnung macht ein privater Vorhabenträger. Dieser soll ein Konzept entwickeln, das sowohl die komplizierte Sanierung als auch eine spätere wirtschaftliche Nutzung berücksichtigt. Dabei spielen der Denkmalschutz, die Gastronomie und eine öffentliche Nutzung eine wichtige Rolle.
Die Stadt hatte dem Interessenten Zeit eingeräumt, detaillierte Planungen auszuarbeiten. Außerdem müssen die Beteiligten technische, wirtschaftliche und vertragliche Fragen klären. Erst danach kann die Politik über die nächsten Schritte entscheiden.
Damit bleibt die Zukunft der Bastei Köln weiterhin spannend. Ein endgültiges Ende des Wahrzeichens steht nach dem öffentlich bekannten Stand jedoch nicht fest. Vielmehr besteht weiterhin die Chance, dass Köln eines seiner außergewöhnlichsten Bauwerke erhalten kann.
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