Ludwigshafen: Betrug mit falschem Elon Musk – Frau verliert rund 10.000 Euro
Ludwigshafen – Ein Betrug mit falschem Elon Musk hat eine 52-jährige Frau aus Ludwigshafen rund 10.000 Euro gekostet. Über WhatsApp nahm eine bislang unbekannte Person Kontakt zu ihr auf und behauptete, der bekannte Unternehmer Elon Musk zu sein. Anschließend lockte der Kontakt die Frau mit einem angeblichen Gewinnversprechen.
Zunächst sollte die Ludwigshafenerin Apple-Geschenkkarten kaufen. Allerdings blieb es nicht bei einer einzelnen Karte. Stattdessen kaufte die Frau über einen längeren Zeitraum Geschenkkarten im Gesamtwert von rund 10.000 Euro. Die jeweiligen Codes übermittelte sie anschließend über den Messenger an den vermeintlichen Elon Musk.
Betrug mit falschem Elon Musk: Geschenkkarten für rund 10.000 Euro
Die Vorgehensweise ist für Betrugsfälle mit Gutscheinkarten typisch. Denn sobald Täter den Code einer solchen Karte erhalten, können sie das darauf befindliche Guthaben nutzen. Die physische Karte muss sich dafür nicht in ihrem Besitz befinden.
Gerade deshalb warnen Polizei und Unternehmen regelmäßig davor, Codes von Geschenkkarten an unbekannte Personen weiterzugeben. Auch bei überraschenden Gewinnversprechen ist besondere Vorsicht geboten. Wer an keinem Gewinnspiel teilgenommen hat und trotzdem plötzlich einen hohen Gewinn erhalten soll, sollte die Angaben grundsätzlich überprüfen.
Ähnliche Maschen beschäftigen die Ermittler immer wieder. So berichteten wir bereits über Betrugsversuche über WhatsApp sowie über eine Warnung der Polizei vor betrügerischen Online-Angeboten. Außerdem versuchen Täter regelmäßig, mit erfundenen Identitäten Vertrauen zu ihren Opfern aufzubauen.
Weitere Person kündigt persönliche Geldübergabe an
Nachdem die 52-Jährige bereits die Codes der Apple-Geschenkkarten übermittelt hatte, nahm nach Angaben der Polizei eine weitere Person Kontakt mit ihr auf. Diese trat unter dem Namen „Lory Dartz“ auf und kündigte an, der Frau am 9. September 2026 das versprochene Geld persönlich vorbeizubringen.
Doch zu dieser Übergabe kam es nicht. Stattdessen folgte eine weitere Erklärung: Die angebliche Kontaktperson behauptete, von der Polizei aufgegriffen worden zu sein. Daraufhin sollte die Frau nochmals 650 Euro bezahlen.
Diesmal ging die 52-Jährige jedoch nicht auf die Forderung ein. Somit entstand durch diese zusätzliche Forderung kein weiterer finanzieller Schaden.
Polizei warnt vor Gewinnversprechen und Messenger-Betrug
Die Polizei rät grundsätzlich zu großer Vorsicht, wenn unbekannte Personen über WhatsApp oder andere Messenger plötzlich Geld, Gutscheinkarten oder sensible Daten verlangen. Besonders misstrauisch sollte man werden, wenn gleichzeitig Zeitdruck aufgebaut oder ein ungewöhnlich hoher Gewinn versprochen wird.
Auch bei vermeintlich prominenten Absendern gilt: Die angezeigte Identität beweist nicht, dass tatsächlich die betreffende Person hinter einem Account steckt. Deshalb sollten Betroffene keine Zahlungen leisten und keine Gutschein-Codes übermitteln, solange die Identität des Kontakts nicht zweifelsfrei feststeht.
Weitere Informationen bietet die Polizeiliche Kriminalprävention zu falschen Gewinnversprechen. Darüber hinaus erklärt WhatsApp, wie Nutzer verdächtige Nachrichten erkennen und melden können. Auch Apple warnt ausdrücklich vor Betrugsversuchen mit Geschenkkarten.
Diese Warnzeichen sollten Nutzer ernst nehmen
Wer unerwartet von einer unbekannten Nummer angeschrieben wird, sollte deshalb zunächst die Identität des Absenders überprüfen. Außerdem sollten niemals Passwörter, PINs, Sicherheitscodes oder Gutscheincodes an fremde Personen weitergegeben werden.
Besonders vorsichtig sollten Nutzer werden, wenn eine angebliche Auszahlung zunächst eine eigene Zahlung voraussetzt. Denn seriöse Gewinne hängen normalerweise nicht davon ab, dass der vermeintliche Gewinner vorher Gutscheinkarten kauft oder Gebühren an unbekannte Personen überweist.
Wer bereits Geld oder Gutschein-Codes übermittelt hat, sollte vorhandene Chatverläufe und Zahlungsbelege sichern. Anschließend empfiehlt sich eine schnelle Kontaktaufnahme mit der Polizei sowie gegebenenfalls mit dem jeweiligen Kartenanbieter.
Betrugsmaschen treten in vielen Varianten auf
Der aktuelle Fall aus Ludwigshafen zeigt erneut, wie unterschiedlich Täter auftreten können. Während sich Kriminelle in anderen Fällen beispielsweise als Bankmitarbeiter, Angehörige oder Amtsträger bei sogenannten Schockanrufen ausgeben, nutzten die Täter diesmal den Namen eines weltweit bekannten Unternehmers.
Auch der Einsatz von Geschenkgutscheinen ist keine neue Masche. Erst kürzlich warnte die Polizei in einem anderen Fall vor Betrug mit Geschenkgutscheinen über soziale Netzwerke. Deshalb gilt unabhängig von der Geschichte, die ein Kontakt erzählt: Sobald unbekannte Personen Gutschein-Codes oder Geld verlangen, sollten sämtliche Alarmglocken läuten.
