Rund 1.800 Beschäftigte betroffen
Mainz. Der Mainzer Biotechnologiekonzern BioNTech schließt drei Standorte in Deutschland. Betroffen sind die Werke in Marburg, Tübingen und Idar-Oberstein. Insgesamt arbeiten dort rund 1.800 Beschäftigte. Die Hoffnung auf einen Verkauf der Standorte hat sich zerschlagen.
BioNTech hatte über Monate nach möglichen Käufern gesucht. Nach Angaben des Unternehmens führten die Bemühungen jedoch nicht zum gewünschten Ergebnis. Als Gründe gelten unter anderem das schwierige Markt- und Investitionsumfeld.
BioNTech schließt drei Werke nach erfolgloser Käufersuche
Bereits seit dem Frühjahr stand fest, dass BioNTech sein Produktionsnetzwerk deutlich verkleinern will. Das Unternehmen begründete diesen Schritt unter anderem mit Überkapazitäten und einer zu geringen Auslastung verschiedener Produktionsstätten.
Besonders einschneidend ist die Entwicklung für die Beschäftigten an den drei deutschen Standorten. Mit dem Konzernbetriebsrat wurden zusätzliche Abfindungen vereinbart. Angaben zur konkreten Höhe machte das Unternehmen zunächst nicht.
Auch Rheinland-Pfalz trifft der Konzernumbau unmittelbar. In Idar-Oberstein unterhält BioNTech einen seiner Produktionsstandorte. Weitere Nachrichten aus Rheinland-Pfalz gibt es in unserem Bereich News.
Marburger Werk spielte während der Corona-Pandemie wichtige Rolle
Eine besondere Bedeutung hatte während der Corona-Pandemie das Werk in Marburg. BioNTech übernahm den Standort im Jahr 2020 von Novartis und baute ihn für die Produktion von mRNA-Impfstoffen aus.
Mit dem gemeinsam mit Pfizer entwickelten Covid-19-Impfstoff wurde das Mainzer Unternehmen weltweit bekannt. Die Nachfrage nach Corona-Impfstoffen ging nach dem Ende der Pandemie allerdings deutlich zurück.
BioNTech richtet den Fokus stärker auf Krebsmedizin
Parallel zum Abbau von Produktionskapazitäten richtet BioNTech seine Strategie neu aus. Das Unternehmen konzentriert sich verstärkt auf die Entwicklung und mögliche Vermarktung neuer Krebsmedikamente. Dabei spielen neben mRNA-Technologien auch weitere Wirkstoffklassen eine wichtige Rolle.
BioNTech verfolgt das Ziel, sich bis 2030 zu einem Biopharmaunternehmen mit mehreren zugelassenen Produkten zu entwickeln. Die Konsolidierung des Produktionsnetzwerks soll nach früheren Unternehmensangaben nach vollständiger Umsetzung wiederkehrende Einsparungen von rund 500 Millionen Euro pro Jahr ermöglichen.
Auch an der Unternehmensspitze steht ein Wechsel bevor
Gleichzeitig steht BioNTech vor einem Führungswechsel. Die Mitgründer Uğur Şahin und Özlem Türeci wollen nach Ablauf ihrer derzeitigen Dienstverträge in die Leitung eines neuen, eigenständigen Biotechnologieunternehmens wechseln. Dort wollen sie sich auf mRNA-Innovationen der nächsten Generation konzentrieren.
Als Nachfolger von Şahin soll Guido Oelkers den Vorstandsvorsitz von BioNTech übernehmen. Nach Unternehmensangaben tritt er sein Amt spätestens zum 1. Februar 2027 an.
Damit verändert BioNTech wenige Jahre nach dem weltweiten Erfolg seines Corona-Impfstoffs sowohl seine Produktionsstruktur als auch seine Führung grundlegend.
Weitere Informationen stellt BioNTech auf seiner Unternehmensseite bereit.
Wichtige Polizeimeldungen aus der ganzen Welt findest Du hier.
Bei der Erstellung dieses Beitrags wurden KI-Werkzeuge unterstützend eingesetzt. Inhaltliche Prüfung und redaktionelle Verantwortung liegen bei „Blaulicht Report“.
