Eine dreiköpfige deutsche Familie ist während des Weihnachtsurlaubs auf der kapverdischen Insel São Vicente durch ein Gewaltverbrechen ums Leben gekommen. Die Ermittler fanden die Leichen kurz vor Heiligabend in einer Ferienanlage. Sie stellten dabei Stichverletzungen fest. Seitdem laufen internationale Ermittlungen, denn die Tat spielte sich im Ausland ab.
Als tatverdächtig gilt der 19-jährige Sohn des getöteten Familienvaters. Nach bisherigen Erkenntnissen soll er die Insel kurz nach der Tat verlassen haben. Anschließend soll er nach Portugal gereist sein. Portugiesische Medien berichteten über eine Festnahme am ersten Weihnachtstag in einem Hotel in Lissabon. Damit rückte der Fall noch stärker in den Fokus der Behörden.
Staatsanwaltschaft Trier übernimmt das Verfahren
Weil der Verdächtige zuletzt in der Eifel gelebt haben soll, übernahmen die Staatsanwaltschaft Trier und die Kriminaldirektion Trier die Strafverfolgung. Die Ermittler prüfen den Verdacht des Totschlags in drei Fällen. Gleichzeitig führen die Behörden der Kapverden die Untersuchungen am Tatort. Dennoch arbeiten deutsche, portugiesische und kapverdische Stellen eng zusammen, damit sie Spuren, Aussagen und Erkenntnisse schnell abgleichen.
Wer waren die Opfer?
Nach übereinstimmenden Berichten handelt es sich bei den Opfern um den 60 Jahre alten Vater, seine 45-jährige Ehefrau sowie die 20-jährige Tochter. Der mutmaßliche Täter soll aus einer früheren Beziehung des Mannes stammen. Die Familie reiste über Weihnachten nach São Vicente, einer kleineren bewohnten Insel des Archipels Kap Verde vor der westafrikanischen Küste.
Europäischer Haftbefehl und mögliche Auslieferung
Die Festnahme in Lissabon soll auf einem Europäischen Haftbefehl beruhen, den das Amtsgericht Trier beantragt hatte. Die portugiesische Kriminalpolizei äußerte sich zudem zu einer möglichen psychischen Erkrankung des Verdächtigen. Über die nächsten Schritte entscheidet nun ein portugiesisches Gericht. Außerdem beantragte die Staatsanwaltschaft Trier nach Angaben aus dem Umfeld des Verfahrens bereits die Auslieferung.
Der Fall zeigt erneut, wie schnell Urlaub zum Albtraum werden kann. Kap Verde gilt eigentlich als beliebtes Reiseziel. Trotzdem rät die Polizei grundsätzlich dazu, in laufenden Verfahren nicht zu spekulieren. Zudem gilt bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung die Unschuldsvermutung.
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Offizielle Anlaufstellen: Staatsanwaltschaft Trier, Polícia Judiciária (Portugal), Polícia Nacional (Kap Verde).
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