Nordbrücke muss komplett abgerissen werden!
Die wichtige Rheinquerung auf der A565 in Bonn kann nicht mehr für den Verkehr freigegeben werden. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder erklärte nach einer Sitzung des Lenkungskreises von Bund, Land und Kommunen, dass die Schäden an der Bonner Nordbrücke größer ausfallen als zunächst angenommen. Deshalb soll die Brücke abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden.
Schäden schwerwiegender als zunächst angenommen
Die A565 Nordbrücke Bonn war Anfang Juni überraschend vollständig für den Verkehr gesperrt worden. Aktuelle Untersuchungen ergaben laut Autobahn GmbH strukturelle Schäden am Tragwerk der linksrheinischen Vorlandbrücke. Nach den jüngsten Erkenntnissen gilt eine Wiederfreigabe der bestehenden Konstruktion als ausgeschlossen.
Patrick Schnieder betonte, dass nun vor allem Geschwindigkeit gefragt sei. Das Vergabeverfahren werde umgehend gestartet. Ziel sei es, möglichst noch im Juli mit den Abrissarbeiten zu beginnen.
Neubau der A565 Nordbrücke Bonn bis 2028 geplant
Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums soll die neue Brücke spätestens Ende 2028 für den Verkehr freigegeben werden. Damit wird ein deutlich früherer Zeitplan verfolgt als bislang vorgesehen.
Nach bisherigen Planungen hätte ein Neubau der bereits seit Jahren als sanierungsbedürftig geltenden Brücke erst in den 2030er Jahren begonnen.
Wichtige Verkehrsader für die Region
Die A565 Nordbrücke Bonn zählt zu den wichtigsten Ost-West-Verbindungen der Region. Täglich nutzten zuletzt rund 100.000 Fahrzeuge die Rheinquerung. Etwa fünf Prozent davon entfielen auf den Schwerlastverkehr.
Bereits seit Februar galt ein Fahrverbot für Lastwagen über 7,5 Tonnen. Die vollständige Sperrung Anfang Juni verschärfte die Verkehrssituation jedoch erheblich.
Wirtschaft und Pendler stark betroffen
Die Sperrung der A565 Nordbrücke Bonn hat weitreichende Folgen für Pendler, Unternehmen und den regionalen Verkehr. Der ADAC bezeichnete die Situation als „Vollkatastrophe“.
Viele Autofahrer weichen inzwischen auf andere Rheinquerungen im Kölner Raum aus. Dadurch steigt die Belastung eines ohnehin stark beanspruchten Verkehrsnetzes zusätzlich an.
Auch die Wirtschaft äußerte große Sorgen. Die Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg bezeichnete die Rheinbrücken als Lebensadern der Region.
Stadt Bonn reagiert mit Sofortmaßnahmen
Um die Auswirkungen der Sperrung abzumildern, setzte die Stadt Bonn verschiedene Maßnahmen um. Dazu gehört unter anderem ein vorübergehend kostenloser öffentlicher Personennahverkehr. Die Stadt möchte damit möglichst viele Menschen zum Umstieg auf Busse und Bahnen bewegen.
Bis zur Fertigstellung des Neubaus bleibt die Verkehrslage in der Region eine große Herausforderung. Mit dem geplanten Abriss und dem anschließenden Neubau soll die wichtige Rheinquerung auf der A565 jedoch deutlich schneller ersetzt werden als ursprünglich vorgesehen.
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