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Bundespolizei zerschlägt Schleusernetz in Hamburg

23. Juli 2026 2 Minuten gelesen
Schleusungskriminalität in Hamburg

Erfolgreicher Einsatz der Bundespolizei gegen Südamerika-Schleusungen ins Rotlichtmilieu von Hamburg

Die Bundespolizeidirektion Hannover hat am heutigen Tag in Hamburg umfangreiche Einsatzmaßnahmen gegen die Schleusungskriminalität in Hamburg durchgeführt. Im Fokus der Ermittlungen steht ein mutmaßlich gewerbsmäßig organisierter Schleusungsring, der Frauen aus Südamerika nach Deutschland gebracht und ihnen anschließend illegale Tätigkeiten im Prostitutionsgewerbe vermittelt haben soll. Die Maßnahmen erfolgten im Auftrag der Staatsanwaltschaft Hamburg.

Haftbefehl und Durchsuchungen an sechs Objekten

Die Einsatzkräfte vollstreckten einen Haftbefehl sowie vier richterlich angeordnete Durchsuchungsbeschlüsse an insgesamt sechs Objekten im Hamburger Stadtgebiet. Der festgenommene italienische Staatsangehörige steht im Verdacht, überwiegend Frauen aus der Dominikanischen Republik, Venezuela und Kolumbien gewerbsmäßig nach Deutschland eingeschleust zu haben.

Nach bisherigen Erkenntnissen soll der Beschuldigte den Frauen sogenannte Modellwohnungen zur Ausübung der Prostitution vermietet und als zentraler Ansprechpartner fungiert haben. Zusätzlich organisierte er gegen Bezahlung die Werbung für die angebotenen Dienstleistungen über einschlägige Internetportale. Die Ermittler gehen davon aus, dass sich der Beschuldigte dadurch erhebliche Vermögensvorteile verschafft haben soll.

Touristische Einreise als Tarnung

Nach Angaben der Ermittlungsbehörden reisten die Frauen zunächst legal in den Schengenraum ein und gaben bei den Grenzkontrollen einen touristischen Aufenthalt an. Anschließend sollen sie nach Hamburg weitergereist sein, um dort die Vermittlungsdienste des Beschuldigten in Anspruch zu nehmen. Die Ermittlungen konzentrieren sich deshalb auf den Verdacht der gewerbsmäßigen Einschleusung von Ausländern.

13 mutmaßlich unerlaubt aufhältige Frauen festgestellt

Während der Durchsuchungen trafen die Einsatzkräfte insgesamt 13 Frauen sowie eine weitere Person an, die sich nach derzeitigen Erkenntnissen wahrscheinlich unerlaubt in Deutschland aufhalten. Zudem stellten die Ermittler zahlreiche Beweismittel sicher.

Zu den sichergestellten Gegenständen gehören unter anderem:

  • verschiedene Datenträger,
  • Mobiltelefone,
  • Dokumente,
  • hochwertige Luxusuhren sowie
  • 20.000 Euro Bargeld.

Die Auswertung dieser Beweismittel soll weitere Erkenntnisse über die Struktur und das Ausmaß der mutmaßlichen Schleusungskriminalität in Hamburg liefern.

Bundespolizei bewertet Einsatz als Erfolg

Der Einsatzleiter der Bundespolizei, Helgo Martens, zog eine positive Bilanz der Maßnahmen. Nach seinen Worten sei es den Ermittlerinnen und Ermittlern von Bundespolizei und Staatsanwaltschaft gelungen, ein komplexes und zugleich äußerst gewinnträchtiges kriminelles Geschäftsmodell aufzudecken und zu unterbinden.

Die Ermittlungen der Bundespolizei und der Staatsanwaltschaft Hamburg dauern an. Weitere Auswertungen der sichergestellten Beweismittel könnten zusätzliche Tatverdächtige oder weitere Straftaten ans Licht bringen.

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