Brandkatastrophe Crans-Montana: Chef der Todes-Bar verengte Fluchttreppe
Nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana mit 40 Toten und über hundert Verletzten rückt eine mögliche Ursache besonders in den Fokus: In der Bar „Le Constellation“ soll der Betreiber die wichtigste Fluchttreppe deutlich verengt haben. Neue Fotos und Berichte zeichnen ein dramatisches Bild davon, wie sich der Fluchtweg schon lange vor der Tragödie in eine gefährliche Engstelle verwandelte.
Die Brandkatastrophe Crans-Montana ereignete sich in der Neujahrsnacht, als in dem beliebten Club hunderte Gäste dicht gedrängt feierten. Innerhalb weniger Augenblicke verwandelte sich die Party in Panik. Viele Menschen schafften es nicht rechtzeitig über die einzige Treppe ins Freie. Angehörige, Überlebende und Ermittler suchen nun Antworten – und die beginnen bei der Konstruktion dieser Treppe.
Neue Fotos belasten den Betreiber von „Le Constellation“
Auf Baubildern soll man den Barchef neben einem Bagger sehen, wie Teile der ursprünglichen Zugangstreppe abgetragen werden. Später entstand an dieser Stelle der Eingang, über den in der Brandnacht alle Gäste fliehen mussten. Laut Medienberichten ließ der Betreiber die Treppe deutlich schmaler wieder aufbauen, ungefähr auf die halbe Breite der früheren Konstruktion. Genau diese Verengung machte den Weg nach draußen in der heißen Phase der Brandkatastrophe Crans-Montana zu einem tödlichen Nadelöhr.
Gäste berichten, dass die Treppe schon vor der Katastrophe als Engstelle galt. Wenn der Club voll war, musste man sich im Gedränge hinaufdrücken. In der Silvesternacht steigerte sich diese Situation dramatisch: dichter Rauch, Hitze, Schreie – und gleichzeitig nur dieser eine schmale Fluchtweg. Während sich oben die Ausgangstür befand, drängten von unten hunderte Menschen nach. Wer stolperte, riskierte, im Gedränge unter die Füße zu geraten.
Nur eine schmale Treppe für hunderte Feiernde
Der Club nutzte nach bisherigen Erkenntnissen hauptsächlich einen einzigen Treppenaufgang aus dem Untergeschoss als Rettungsweg. Augenzeugen schildern, wie sich in Sekunden eine Massenpanik entwickelte, weil alle denselben engen Weg nutzen mussten. Menschen wurden eingeklemmt, konnten nicht mehr ausweichen und verloren im Rauch die Orientierung. In der Summe trug die verengte Fluchttreppe damit entscheidend dazu bei, dass die Brandkatastrophe Crans-Montana so viele Opfer forderte.

Besonders erschütternd: Unter den Toten befinden sich zahlreiche Minderjährige. Medien berichten, dass etwa die Hälfte der Opfer unter 18 Jahren war. Familien aus mehreren Ländern trauern um ihre Kinder, Freunde und Partner. Die Frage, warum so viele Jugendliche überhaupt in die Bar gelangen konnten, beschäftigt neben den baulichen Mängeln nun ebenfalls die Ermittler.
Strafverfahren und Ermittlungen gegen die Betreiber
Die Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis hat nach dem Inferno ein Strafverfahren eingeleitet. Die Besitzer von „Le Constellation“, ein französisches Gastronomen-Paar, stehen im Verdacht, durch grobe Fahrlässigkeit zum Tod der 40 Menschen beigetragen zu haben. Ihnen drohen hohe Freiheitsstrafen, falls sich die Vorwürfe bestätigen. Im Fokus stehen sowohl die verengte Fluchttreppe als auch mögliche Verstöße gegen Brandschutzauflagen und Überbelegung des Clubs.
Die Kantonspolizei Wallis ermittelt mit einer großen Sonderkommission zu den genauen Umständen der Brandkatastrophe Crans-Montana. Brandexperten, Statiker, Baujuristen und Kriminaltechniker arbeiten zusammen, um zu rekonstruieren, wie sich das Feuer ausbreitete und warum der Rauch so schnell den Fluchtweg blockierte. Sie prüfen, ob nicht nur der Umgang mit Pyrotechnik, sondern auch bauliche Veränderungen wie die verengte Treppe gegen Vorschriften verstoßen haben.
Brandursache, Feuerverlauf und Rolle der Pyrotechnik
Nach bisherigen Erkenntnissen entzündeten vermutlich Funken von Tischfeuerwerk oder sprühenden Champagnerfontänen eine brennbare Deckenverkleidung. Der Funkenflug griff auf Dämmmaterial und Dekoration über. Innerhalb von Sekunden entwickelte sich ein Flashover, bei dem die Hitze den gesamten Raum erfasste. Viele Gäste bemerkten die Gefahr zu spät, weil sie zunächst ein normales Showeffekt-Feuerwerk vermuteten.
Als die Flammen dann auf den Deckenbereich übersprangen, blieb kaum Reaktionszeit. Der dichte Rauch sammelte sich im unteren Bereich des Clubs, während gleichzeitig der Strom vieler Menschen auf die verengte Treppe traf. In dieser Kombination aus Feuer, Rauch, Panik und Engstelle liegt der tragische Kern der Brandkatastrophe Crans-Montana.
Debatte um Brandschutz und Konsequenzen nach der Tragödie
Der Fall löst international eine Debatte darüber aus, wie sicher Clubs und Bars tatsächlich sind. Viele fragen sich, wie ein Lokal mit nur einem schmalen Hauptfluchtweg so viele Gäste aufnehmen durfte. Verbände und Experten fordern nach der Brandkatastrophe Crans-Montana strengere Kontrollen, klare Obergrenzen bei der Besucherzahl und härtere Sanktionen, wenn Betreiber Fluchtwege zubauen, verengen oder zweckentfremden.
Auch in Deutschland gewinnt die Diskussion an Fahrt. Leserinnen und Leser finden auf der Seite des Blaulicht-Reports zahlreiche Beispiele dafür, wie wichtig offene Fluchtwege und funktionierende Rettungskonzepte sind. Ein Blick in die Rubrik Verkehr zeigt immer wieder, wie schnell Unfälle eskalieren, wenn Sicherheitsregeln missachtet werden. Und in der Kategorie Weltweit wird deutlich, dass Katastrophen wie in Crans-Montana überall passieren können, wenn Verantwortliche Warnungen ignorieren.
Letztlich steht die Brandkatastrophe Crans-Montana für mehr als einen einzelnen tragischen Clubbrand. Sie zeigt, welche Folgen es haben kann, wenn wirtschaftliche Interessen und optische Effekte wichtiger werden als Fluchtwege, Kapazitätsgrenzen und Brandschutz. Angehörige und Überlebende hoffen nun darauf, dass die Ermittlungen die ganze Wahrheit ans Licht bringen – und dass solche Fehler nie wieder passieren.
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