Cold Case in Mayen: Wer tötete die 14-jährige Iris Hans im Jahr 1978?
Mayen. Es ist ein Verbrechen, das auch Jahrzehnte später nicht aufgeklärt ist: Am 31. August 1978 wurde die erst 14 Jahre alte Iris Hans aus dem Raum Mayen getötet. Das Mädchen war an diesem Morgen auf dem Weg zu einem Reiterhof, wo es ein Schulpraktikum absolvierte. Dort kam Iris jedoch nicht an. Noch am selben Tag wurde ihre Leiche gefunden. Der Täter wurde bis heute nicht gefasst.
Der Cold Case Iris Hans gehört damit zu den lange ungeklärten Mordfällen der Region. Obwohl seit der Tat inzwischen fast fünf Jahrzehnte vergangen sind, bleibt vor allem eine entscheidende Frage offen: Wer brachte die 14-Jährige um?
Iris Hans war auf dem Weg zu ihrem Praktikum
Am Donnerstag, dem 31. August 1978, machte sich Iris Hans auf den Weg zu ihrer Praktikumsstelle auf einem Reiterhof in Mayen. Normalerweise legte sie einen Teil des Weges gemeinsam mit einer Freundin zurück. An diesem Morgen war Iris allerdings alleine unterwegs.
Doch auf dem Reiterhof kam die Jugendliche nicht an. Nachdem sie später auch nicht nach Hause zurückkehrte, begann die Suche nach ihr. Schließlich wurde ihre Leiche noch am selben Tag in einem Gebüsch auf dem Weg zum Reiterhof gefunden.
14-Jährige wurde mit 26 Stichen getötet
Die Ermittlungen ergaben ein erschütterndes Bild. Iris Hans war mit insgesamt 26 Stichen in Brust und Hals getötet worden. In früheren Berichten wurde als mögliches Tatwerkzeug ein langer beziehungsweise schraubenzieherähnlicher Gegenstand genannt. Die 14-Jährige verblutete infolge ihrer schweren Verletzungen.
Für die Familie begann damit nicht nur die Trauer um Iris, sondern zugleich eine jahrzehntelange Ungewissheit. Denn trotz umfangreicher Ermittlungen konnte der Täter nicht zweifelsfrei identifiziert und verurteilt werden.
Der Mordfall aus Mayen wurde zum Cold Case
Die Ermittler beschäftigten sich über die Jahre immer wieder mit dem Fall. Dabei wurden vorhandene Erkenntnisse erneut betrachtet und mögliche Spuren mit moderneren kriminaltechnischen Möglichkeiten überprüft. Gerade bei alten, bislang ungelösten Fällen können technische Fortschritte neue Ermittlungsansätze ermöglichen.
Im März 2023 rückte der Fall erneut stärker in die Öffentlichkeit. Die Mordkommission Koblenz suchte weiterhin nach Menschen, die möglicherweise entscheidende Beobachtungen gemacht hatten. Die Staatsanwaltschaft Koblenz setzte damals außerdem eine Belohnung von 1.500 Euro für Hinweise aus, die zur Aufklärung des Verbrechens führen könnten.
Ermittler hoffen auch auf Hinweise zu möglichen Mitwissern
Besonders interessant waren für die Ermittler nicht nur unmittelbare Beobachtungen vom Tattag. Vielmehr ging es auch um Menschen aus dem damaligen Umfeld, denen nach dem Mord ungewöhnliche Veränderungen bei einer Person aufgefallen sein könnten.
So interessierten sich die Ermittler beispielsweise für mögliche Mitwisser, die sich damals nicht an die Polizei gewandt hatten. Darüber hinaus wurde nach Personen gefragt, bei denen nach der Tat starke Wesensveränderungen aufgefallen waren oder die möglicherweise unerwartet weggezogen waren beziehungsweise den Kontakt zu ihrem bisherigen Umfeld abgebrochen hatten.
Gerade dieser Ansatz zeigt, dass selbst Jahrzehnte später scheinbar nebensächliche Erinnerungen von Bedeutung sein können. Menschen, die 1978 noch geschwiegen haben, könnten heute möglicherweise bereit sein, über ihre damaligen Beobachtungen zu sprechen.
Warum musste Iris Hans sterben?
Die zentrale Frage ist bis heute unbeantwortet. Iris Hans war gerade einmal 14 Jahre alt. Sie spielte unter anderem Querflöte und war Mitglied im Mayener Spielmannszug „Blaue Funken“. Das Foto der Jugendlichen mit ihrer Querflöte erinnert bis heute daran, dass hinter dem Cold Case nicht lediglich eine Ermittlungsakte, sondern das Leben eines jungen Mädchens steht.
Der Mord an Iris Hans in Mayen bleibt deshalb auch nach Jahrzehnten ein erschütternder Fall der regionalen Kriminalgeschichte. Solange kein Täter zweifelsfrei ermittelt werden kann, bleibt das Verbrechen ungeklärt. Zugleich zeigt die erneute Beschäftigung mit dem Fall, dass alte Mordermittlungen nicht zwangsläufig abgeschlossen sind, nur weil viele Jahre vergangen sind.
Fast fünf Jahrzehnte ohne Antwort
Seit dem 31. August 1978 sind inzwischen fast 48 Jahre vergangen. Dennoch bleibt die Hoffnung bestehen, dass eine bislang unbekannte Information oder eine mit moderner Technik auswertbare Spur irgendwann den entscheidenden Durchbruch bringen könnte.
Bis dahin bleibt die Frage bestehen, die Familie, Ermittler und Menschen aus der Region seit Jahrzehnten beschäftigt: Wer tötete die 14-jährige Iris Hans – und warum?
Weiterführende Informationen
Weitere Informationen zu ungeklärten Fällen und zur Polizeiarbeit gibt es unter anderem beim
Polizeipräsidium Rheinland-Pfalz, bei der
Justiz Rheinland-Pfalz sowie beim
Bundeskriminalamt.
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