Contra Hass: Polizei Trier ruft Betroffene zum Handeln auf
Beleidigungen, Bedrohungen und menschenverachtende Kommentare im Internet können Betroffene erheblich belasten. Deshalb appelliert Anja Rakowski, Präsidentin des Polizeipräsidiums Trier, Hass und Hetze nicht einfach hinzunehmen. Viele Äußerungen überschreiten nicht nur persönliche Grenzen, sondern können außerdem strafbar sein.
Die Polizei Rheinland-Pfalz macht mit der Kampagne „Contra Hass“ auf die Folgen digitaler Gewalt aufmerksam. Gleichzeitig informiert die Initiative darüber, wie Betroffene Beweise sichern, Unterstützung erhalten und möglicherweise eine Anzeige erstatten können.
Hass im Netz kann Menschen massiv belasten
Abwertende Kommentare, gezielte Beleidigungen oder konkrete Drohungen bleiben für Betroffene häufig nicht ohne Folgen. Obwohl die Angriffe über ein Smartphone oder einen Computer erfolgen, wirken sie oftmals weit über das Internet hinaus. Betroffene fühlen sich beispielsweise verunsichert, eingeschüchtert oder öffentlich bloßgestellt.
Zudem erreichen beleidigende Beiträge innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Menschen. Dadurch kann der persönliche Druck weiter steigen. Deshalb sollten Betroffene entsprechende Inhalte weder vorschnell löschen noch allein mit der Situation bleiben. Stattdessen empfiehlt es sich, die Angriffe zunächst zu dokumentieren und anschließend fachkundige Hilfe zu suchen.
Polizeipräsidentin Anja Rakowski: Nicht alles gefallen lassen
Anja Rakowski, Präsidentin des Polizeipräsidiums Trier, ruft Betroffene dazu auf, sich gegen Hass, Bedrohungen und Hetze zur Wehr zu setzen. Denn auch das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Wer andere Menschen beleidigt, bedroht oder durch menschenverachtende Aussagen angreift, muss deshalb mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen.
In vielen Fällen können Betroffene bei der Polizei Anzeige erstatten. Darüber hinaus stehen verschiedene Beratungsstellen zur Verfügung. Diese unterstützen nicht nur bei rechtlichen Fragen, sondern helfen ebenfalls beim Umgang mit den persönlichen Folgen eines Angriffs.
Beweise durch Screenshots und Links sichern
Wer Hasskommentare oder Drohungen erhält, sollte möglichst schnell Beweise sichern. Dazu gehören unter anderem Screenshots, Benutzernamen, Profiladressen, Links sowie das Datum und die genaue Uhrzeit der Veröffentlichung. Außerdem sollte erkennbar bleiben, auf welcher Plattform der Beitrag erschienen ist.
Allerdings sollten Betroffene die problematischen Inhalte nicht selbst weiterverbreiten. Stattdessen können sie die Beiträge direkt bei der jeweiligen Plattform melden. Anschließend lässt sich prüfen, ob zusätzlich eine Strafanzeige sinnvoll ist.
Diese Schritte können im Ernstfall helfen:
- Ruhe bewahren und nicht impulsiv auf den Angriff reagieren
- Screenshots der vollständigen Beiträge und Profile erstellen
- Links, Benutzernamen, Datum und Uhrzeit dokumentieren
- Den Inhalt beim sozialen Netzwerk melden
- Vertrauenspersonen oder Beratungsstellen kontaktieren
- Bei strafbaren Inhalten eine Anzeige bei der Polizei prüfen
Kampagne Contra Hass bietet Hilfe und Informationen
Die rheinland-pfälzische Initiative Contra Hass bündelt wichtige Informationen rund um Beleidigungen, Bedrohungen und Hetze im Netz. Dort finden Betroffene außerdem Hinweise zu Beratungsangeboten sowie zu geeigneten Anlaufstellen.
Eine Anzeige kann darüber hinaus über die zuständige Polizeidienststelle oder über die Onlinewache der Polizei Rheinland-Pfalz eingereicht werden. Bei einer akuten Bedrohung oder unmittelbaren Gefahr sollten Betroffene jedoch nicht die Onlinewache nutzen, sondern sofort den Polizeinotruf 110 wählen.
Auch Zeugen sollten nicht wegsehen
Nicht nur direkt betroffene Personen können handeln. Wer beleidigende, rassistische, antisemitische oder andere menschenverachtende Inhalte entdeckt, kann diese ebenfalls melden und dokumentieren. Dadurch lassen sich Betroffene unterstützen, während zugleich verhindert werden kann, dass Hassbotschaften unwidersprochen bleiben.
Weitere Meldungen zu Prävention, Sicherheit und aktuellen Polizeithemen finden Leser in unserem Ratgeberbereich sowie in der Rubrik Polizei.
Wichtig: Beleidigungen und Bedrohungen müssen weder online noch offline schweigend hingenommen werden. Wer frühzeitig Beweise sichert und Unterstützung sucht, verbessert außerdem die Möglichkeiten für weitere Ermittlungen.
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