Crans-Montana: Barbesitzer nach tödlichem Silvesterbrand aus U-Haft entlassen
Der Barbrand in Crans-Montana zählt zu den schwersten Unglücken der jüngeren Schweizer Geschichte. In der Silvesternacht kamen 40 Menschen ums Leben, als in der Bar „Le Constellation“ ein verheerendes Feuer ausbrach. Nun ordnete die Schweizer Justiz die Freilassung des Barbesitzers Jacques Moretti (49) aus der Untersuchungshaft an.
Freilassung gegen hohe Kaution
Wie der französische Fernsehsender BFMTV berichtet, entschied die zuständige Justizbehörde im Kanton Wallis am Freitag über die Haftfrage. Moretti saß seit dem 9. Januar in Untersuchungshaft. Nach Zahlung einer Kaution in Höhe von 200.000 Schweizer Franken darf er die Haftanstalt nun verlassen.
Das Kantonale Zwangsvollstreckungsgericht Wallis (TMC) ersetzte die U-Haft durch sogenannte Ersatzmaßnahmen. Die Behörden sehen diese Auflagen als ausreichend an, um einer möglichen Flucht entgegenzuwirken.
Strenge Auflagen für Jacques Moretti
Moretti darf die Schweiz nicht verlassen. Zusätzlich musste er seine Ausweis- und Aufenthaltsdokumente bei der Staatsanwaltschaft hinterlegen. Darüber hinaus verpflichtet ihn das Gericht, sich täglich bei der Polizei zu melden. Die Ermittler behalten den Beschuldigten damit engmaschig unter Kontrolle.
Die Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis führt die Ermittlungen weiterhin mit Hochdruck. Auch die Schweizer Polizei sammelt nach wie vor Beweise, um die Ursache des Feuers zweifelsfrei zu klären. Weitere Informationen zur Arbeit der Schweizer Sicherheitsbehörden finden sich unter anderem beim Bundesamt für Polizei.
Unschuldsvermutung bleibt bestehen
Das Gericht stellte in seiner Entscheidung klar, dass für Moretti weiterhin die Unschuldsvermutung gilt. Nach Schweizer Strafrecht bleibt ein Angeklagter bis zu einem rechtskräftigen Urteil als unschuldig anzusehen. Die Justiz betonte erneut, dass Freiheit bis zum Prozessbeginn ein zentrales Grundprinzip des Verfahrens darstellt.
Der Crans-Montana Barbrand löste weit über die Region hinaus Entsetzen aus. Die Ermittlungen stehen im Fokus der Öffentlichkeit, ähnlich wie andere schwere Unglücksfälle, über die regelmäßig auf blaulichtmyk.de/news/ berichtet wird.
Die Staatsanwaltschaft wird in den kommenden Wochen entscheiden, ob es zu einer Anklage kommt. Bis dahin bleibt Jacques Moretti unter strenger Beobachtung der Behörden.
