Crans-Montana: Staatsanwaltschaft ermittelt nun auch gegen ehemaligen Sicherheitsbeauftragten
Fast einen Monat nach dem verheerenden Feuer in der Bar „Le Constellation“ in Crans-Montana nimmt die Ermittlungen Crans-Montana Brandkatastrophe eine neue Richtung. Die Walliser Staatsanwaltschaft hat die Untersuchungen ausgeweitet und führt nun auch ein Strafverfahren gegen einen ehemaligen Sicherheitsbeauftragten der Gemeinde. Damit rückt erstmals eine Person aus dem Umfeld der kommunalen Kontrollstrukturen in den Fokus der Justiz.
Wie der Schweizer Sender RTS berichtet, handelt es sich bei dem Beschuldigten um einen früheren Angestellten der Gemeinde Crans-Montana. Er soll in der Vergangenheit mehrere Sicherheitsprüfungen in der Unglücksbar durchgeführt haben. Sein Anwalt David Aoutz bestätigte die laufenden Ermittlungen, während die Staatsanwaltschaft selbst zunächst keine Stellungnahme zu dem neuen Verfahren abgab.
Neuer Beschuldigter soll am 9. Februar angehört werden
Nach aktuellem Stand wollen die Ermittler den ehemaligen Sicherheitsbeauftragten am 9. Februar erstmals befragen. Dabei gilt weiterhin die Unschuldsvermutung. Dennoch sorgt das neue Verfahren für große Aufmerksamkeit, denn es könnte klären, ob mögliche Versäumnisse bei kommunalen Kontrollen eine strafrechtliche Relevanz haben.
Die Ermittlungen Crans-Montana Brandkatastrophe richten sich damit nicht mehr ausschließlich gegen die Betreiber der Bar, sondern auch gegen Personen, die im Rahmen offizieller Prüfungen Verantwortung getragen haben könnten. Genau diese Entwicklung erhöht den Druck auf die Gemeinde und auf die zuständigen Behörden.
Gemeinde räumte bereits Versäumnisse bei Brandschutzkontrollen ein
Besonders brisant wirkt ein bereits früher bekannt gewordenes Detail: Die Gemeinde Crans-Montana räumte fünf Tage nach der Katastrophe ein, dass die jährlichen Brandschutzkontrollen seit 2019 nicht mehr stattgefunden haben. Gemeindepräsident Nicolas Féraud erklärte damals: „Wie es dazu kommen konnte, ist unerklärlich“.
Mit dem neuen Strafverfahren will die Staatsanwaltschaft nun offenbar prüfen, ob der ehemalige Sicherheitsbeauftragte im Zusammenhang mit diesen festgestellten Versäumnissen eine strafrechtliche Verantwortung trägt. Damit gewinnt die Ermittlungen Crans-Montana Brandkatastrophe eine zusätzliche Dimension: Nicht nur das Geschehen in der Bar selbst, sondern auch mögliche Lücken in der Kontrolle geraten in den Mittelpunkt.
Bisher standen nur die Betreiber der Bar „Le Constellation“ im Fokus
Bislang führte die Staatsanwaltschaft als Beschuldigte ausschließlich das Betreiberpaar der Bar: Jacques und Jessica Moretti. Die beiden französischen Staatsangehörigen stehen unter Verdacht der fahrlässigen Tötung, fahrlässigen Körperverletzung sowie der fahrlässigen Verursachung einer Feuersbrunst.
Beide befinden sich auf freiem Fuß. Jacques Moretti saß zwischenzeitlich in Haft, kam jedoch nach Zahlung einer hohen Kaution wieder frei. Auch in diesem Punkt bleibt die Ermittlungen Crans-Montana Brandkatastrophe weiterhin von großer Tragweite, da die juristische Bewertung des Geschehens noch nicht abgeschlossen ist.
Brand in der Bar: Viele offene Fragen zu Vorschriften und Besucherzahl
In den frühen Morgenstunden des 1. Januar 2026 brach in der Bar „Le Constellation“ ein verheerendes Feuer aus. Insgesamt starben 40 Menschen, weitere 116 Personen wurden verletzt. Als möglicher Auslöser gilt nach bisherigen Erkenntnissen, dass an Champagnerflaschen angebrachte Sprühfontänen die brennbare Deckenverkleidung entzündet haben sollen.
Im Zentrum der Ermittlungen steht weiterhin die Frage, ob die Bar alle Brandschutzvorschriften eingehalten hat. Medienberichten zufolge forderte der damalige Sicherheitsbeauftragte die Betreiber bereits im Jahr 2018 im Rahmen einer Kontrolle dazu auf, die Kapazität auf 100 Personen pro Etage zu begrenzen. Trotzdem soll es später keine weitere Kontrolle gegeben haben.
Zusätzlich untersuchen die Behörden, wie viele Menschen sich zum Zeitpunkt des Brandes tatsächlich in der Bar aufhielten. Auch dieser Punkt spielt für die Ermittlungen Crans-Montana Brandkatastrophe eine entscheidende Rolle, weil eine mögliche Überbelegung den Fluchtweg und die Evakuierung massiv beeinflusst haben könnte.
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Offizielle Hinweise und Präventionsinformationen zum Brandschutz stellt in der Schweiz unter anderem die Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen (VKF) bereit. Auch die Schweizer Polizei-Informationsplattform bietet relevante Ansprechpartner und Informationen.
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