DFB-Pokal-Derby Mannheim gegen Kaiserslautern: 35 Polizisten verletzt – 85 Menschen medizinisch versorgt
DFB-Pokal-Derby Mannheim gegen Kaiserslautern: Das mit Spannung erwartete Pokalspiel zwischen dem SV Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern ist am Freitagabend, 21. August 2026, von erheblichen Zwischenfällen überschattet worden. Während rund 23.500 Zuschauer das ausverkaufte Carl-Benz-Stadion besuchten, musste die Polizei nach dem Ende der regulären Spielzeit massiv eingreifen. Nach einer vorläufigen Bilanz wurden 35 Polizeibeamte leicht verletzt. Außerdem mussten insgesamt 85 Personen medizinisch betreut werden.
23.500 Zuschauer beim DFB-Pokal-Derby in Mannheim
Die Begegnung begann um 18 Uhr im ausverkauften Carl-Benz-Stadion. Nach Angaben des Veranstalters befanden sich rund 3.500 Anhänger des 1. FC Kaiserslautern unter den insgesamt etwa 23.500 Zuschauern. Wegen der besonderen Brisanz des Derbys hatte sich das Polizeipräsidium Mannheim bereits im Vorfeld intensiv auf den Einsatz vorbereitet.
Zunächst blieb die Lage weitgehend ruhig. Zwar registrierten die Einsatzkräfte einzelne verbale Provokationen und Pyrotechnik, größere körperliche Auseinandersetzungen konnten jedoch durch eine konsequente Trennung der Fangruppen verhindert werden.
Auch ein Fanmarsch mit etwa 2.000 Kaiserslauterer Anhängern vom Bahnhof Ludwigshafen-Mitte zum Mannheimer Hauptbahnhof verlief laut Polizei ohne nennenswerte Zwischenfälle.
Massive Pyrotechnik während des Spiels
Während der Begegnung änderte sich die Situation allerdings zunehmend. Immer wieder zündeten Personen teilweise massive Pyrotechnik. Besonders angespannt wurde die Lage wenige Minuten nach dem Ende der regulären Spielzeit.
Zunächst kam es auf dem Spielfeld zu einer Rudelbildung zwischen Spielern beider Mannschaften. Kurz darauf übertrug sich die aufgeheizte Stimmung auch auf Teile der Zuschauerbereiche.
Raketen in Richtung Haupttribüne geschossen
Nach Angaben der Polizei warfen Mannheimer Anhänger von der Haupttribüne zahlreiche Becher in Richtung der Spielerbank des 1. FC Kaiserslautern. Daraufhin sollen Personen aus dem Kaiserslauterer Fanbereich gezielt Raketen in Richtung der Haupttribüne geschossen haben.
Anschließend gelangten Mannheimer Anhänger auf das Spielfeld. Starke Polizeikräfte griffen daraufhin ein und drängten die Personen zurück in den Heimblock. Dabei mussten die Einsatzkräfte nach Angaben der Polizei teilweise Zwang anwenden.
Gleichzeitig wurden Polizeikräfte aus dem Bereich des Heimblocks mit pyrotechnischen Gegenständen und Raketen beschossen.
35 Polizeibeamte beim DFB-Pokal-Derby verletzt
Nach der vorläufigen Einsatzbilanz wurden 33 Beamte der Bundespolizei sowie zwei Polizeibeamte aus Baden-Württemberg leicht verletzt. Insgesamt mussten außerdem 85 Personen medizinisch betreut werden. Acht von ihnen kamen zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus.
Aufgrund der Ereignisse verzögerte sich auch der Beginn der Verlängerung. Nachdem sich die Situation beruhigt hatte, konnte das Spiel jedoch fortgesetzt werden. Während der weiteren Spielzeit registrierte die Polizei keine vergleichbaren Zwischenfälle mehr.
Feuer im Gästeblock nach Spielende
Nach dem endgültigen Spielende kam es allerdings erneut zu einem Einsatz. Im Bereich des Gästefanblocks wurde die sogenannte Choreografie der Gästefans mutwillig angezündet. Die Berufsfeuerwehr Mannheim rückte deshalb an und löschte den Brand.
Die Polizei leitete bereits erste Ermittlungsverfahren ein. Dabei geht es unter anderem um Beleidigungen, Körperverletzungsdelikte, Sachbeschädigungen, Landfriedensbruch, tätliche Angriffe auf Polizeibeamte sowie mögliche Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz.
Mehrere Fußballfans wurden nach Angaben der Polizei vorläufig festgenommen. Zudem fertigten die Einsatzkräfte umfangreiche Videoaufnahmen an. Diese sollen nun ausgewertet werden, um Tatverdächtige zu identifizieren und die genaue Zahl möglicher Straftaten und Ordnungswidrigkeiten zu ermitteln.
Rund 1.400 Polizeikräfte im Einsatz
Insgesamt waren rund 1.400 Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte rund um das DFB-Pokal-Derby im Einsatz. Neben Kräften aus Mannheim unterstützten unter anderem Polizeieinheiten aus Rheinland-Pfalz und Bayern sowie die Bundespolizei die Maßnahmen.
Darüber hinaus kam es vor und nach dem Spiel zeitweise zu Verkehrssperrungen. Dadurch entstanden sowohl im Straßenverkehr als auch im öffentlichen Personennahverkehr vorübergehende Einschränkungen.
Weitere Informationen zu den Vereinen gibt es auf den offiziellen Internetseiten des SV Waldhof Mannheim und des 1. FC Kaiserslautern. Informationen rund um den Wettbewerb stellt außerdem der Deutsche Fußball-Bund bereit.
Weitere Polizeimeldungen aus Mannheim und Kaiserslautern
Auch in der Vergangenheit beschäftigten Einsätze in Mannheim und Kaiserslautern die Polizei. Weitere Berichte findest du hier:
- Gefährliche Körperverletzung im Zug von Mannheim nach Kaiserslautern
- Angriff auf jungen Mann mit schwerwiegenden Folgen in Mannheim
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- Vandalismus am Fackelrondell in Kaiserslautern
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- Unfallserie bei Kaiserslautern beschäftigt die Polizei
Ermittlungen nach dem DFB-Pokal-Derby laufen weiter
Die endgültige Bilanz des Polizeieinsatzes steht derzeit noch aus. Insbesondere die umfangreichen Videoaufnahmen müssen ausgewertet werden. Deshalb kann sich sowohl die Zahl der ermittelten Tatverdächtigen als auch die Zahl der registrierten Straftaten noch verändern.
Internationale Polizei-, Feuerwehr- und Einsatzmeldungen findest du außerdem auf police-report-worldwide.de.
