Düsseldorf: 36 Ampeln bekommen neue Pärchen-Symbole – Zeichen für Vielfalt
Düsseldorf. In der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt bekommen zahlreiche Fußgängerampeln ein völlig neues Aussehen. Statt der bekannten einzelnen Ampelmännchen sollen künftig Paare gemeinsam den Weg über die Straße anzeigen. Die neuen Ampelpärchen in Düsseldorf zeigen dabei sowohl gleichgeschlechtliche als auch verschiedengeschlechtliche Paare. Die Stadt möchte damit ein sichtbares Zeichen für Vielfalt, Toleranz und gesellschaftliche Offenheit setzen.
Am Freitag, 23. Oktober 2026, beginnt laut einem Bericht des WDR die Umgestaltung von insgesamt 36 Fußgängerampeln. Allerdings hat das Vorhaben eine längere politische Vorgeschichte. Zudem waren vor der Umsetzung rechtliche Fragen zu klären.
Ampelpärchen Düsseldorf: 36 Ampeln werden umgestaltet
Die neuen Ampelpärchen in Düsseldorf werden an besonders stark genutzten Fußgängerüberwegen in der Innenstadt installiert. Dabei konzentriert sich die Stadt vor allem auf die Heinrich-Heine-Allee und die Königsallee.
Nach den Planungsunterlagen der Stadt sollen insgesamt 18 Fußgängerquerungen mit neuen Symbolen ausgestattet werden. Dafür sind 36 Signalgeber mit zusammen 72 Signalfeldern vorgesehen.
Die Ampelpärchen in Düsseldorf zeigen drei unterschiedliche Kombinationen:
- Zwei Frauen, die gemeinsam Händchen halten.
- Zwei Männer, die Hand in Hand dargestellt werden.
- Eine Frau und einen Mann, die gemeinsam die Straße überqueren.
Bei Rot stehen die dargestellten Personen, während sie bei Grün in gehender Haltung erscheinen. Dadurch bleibt die bekannte Bedeutung der Verkehrszeichen erhalten. Gleichzeitig sollen die neuen Motive unterschiedliche Partnerschaften sichtbar machen.
Hier stehen die neuen Ampelpärchen in Düsseldorf
Die Stadt hat für die neuen Ampelpärchen in Düsseldorf mehrere zentrale Verkehrsbereiche ausgewählt. Besonders berücksichtigt werden dabei stark frequentierte Wege zwischen Altstadt, Einkaufsstraßen und Innenstadt.
Diese Kreuzungen sind vorgesehen
- Heinrich-Heine-Allee und Theodor-Körner-Straße
- Königsallee und Corneliusplatz
- Königsallee und Schadowstraße
- Bereich Königsallee und Girardetbrücke
Allerdings werden nicht sämtliche Ampelanlagen in diesen Bereichen verändert. Denn die Stadt berücksichtigt ausschließlich geeignete Fußgängerquerungen. Gemeinsame Signale für den Fuß- und Radverkehr sowie bestimmte Querungen mit Straßenbahngleisen bleiben dagegen außen vor.
Ursprünglich wurde außerdem der Johannes-Rau-Platz untersucht. Nach der detaillierten Planung verzichtet die Verwaltung dort jedoch auf die neuen Motive.
Neue Ampelmännchen kosten rund 3.400 Euro
Die neuen Ampelpärchen in Düsseldorf kosten nach Angaben der Stadt insgesamt rund 3.400 Euro. Dabei handelt es sich um die vorgesehenen Kosten für den Einsatz der neuen Vielfältigkeitssymbole.
Bereits am 19. September 2024 hatte der Stadtrat beschlossen, alternative Ampelmotive in der Innenstadt einzuführen. Der entsprechende politische Antrag kam aus den Reihen von SPD, Grünen und FDP.
Allerdings konnte die Verwaltung die Pläne nicht unmittelbar umsetzen. Zunächst musste sie prüfen, ob die gewünschten Motive mit den gesetzlichen Anforderungen vereinbar sind.
Warum die bekannten Düsseldorfer Radschläger fehlen
Ursprünglich sollten neben den Ampelpärchen auch die bekannten Düsseldorfer Radschläger auf einigen Ampeln erscheinen. Dieses Motiv gehört schließlich zu den traditionellen Wahrzeichen der Stadt.
Die Verwaltung kam jedoch zu dem Ergebnis, dass die Radschläger nicht ausreichend eindeutig als stehende oder gehende Fußgänger erkennbar wären. Deshalb verzichtet Düsseldorf auf diese Variante.
Bei den neuen Ampelpärchen sieht die rechtliche Bewertung dagegen anders aus. Solange die Figuren eindeutig zu erkennen sind, können die Symbole nach Einschätzung der Verwaltung eingesetzt werden.
Außerdem verzichtet die Stadt bewusst auf zusätzliche Herzen, Schmetterlinge oder andere Verzierungen. Denn die Verständlichkeit der Ampelsignale muss weiterhin gewährleistet sein. Grundlage dafür sind die Vorgaben der Straßenverkehrsordnung.
Auch andere Städte haben besondere Ampelfiguren
Mit den neuen Ampelpärchen in Düsseldorf greift die Landeshauptstadt eine Idee auf, die bereits in anderen Städten umgesetzt wurde. So gibt es beispielsweise in Köln ebenfalls Fußgängerampeln mit gleichgeschlechtlichen Paaren.
Darüber hinaus sind vielerorts regionale Wahrzeichen auf Ampelsignalen zu sehen. Eine Übersicht über ungewöhnliche Ampelfiguren in Nordrhein-Westfalen hat der WDR zusammengestellt.
Auch in Koblenz existiert inzwischen eine besondere Ampel. Dort weist der traditionelle Schängel den Fußgängern den Weg. Mehr dazu berichtet unser Artikel über die erste Schängelampel in Koblenz.
Außerdem wurde in Koblenz bereits eine ungewöhnliche Ampelschaltung eingeführt. Dabei handelt es sich um die sogenannte schlafende Ampel am Kurfürstlichen Schloss.
Vielfalt im Straßenverkehr sorgt für Diskussionen
Die Ampelpärchen in Düsseldorf waren bereits vor ihrer Einführung Gegenstand politischer Diskussionen. Während die Befürworter darin ein Zeichen für gesellschaftliche Akzeptanz sehen, kritisieren Gegner den symbolischen Charakter der Maßnahme.
Oberbürgermeister Stephan Keller hatte das Vorhaben in der Vergangenheit als Symbolpolitik kritisiert. Dennoch werden die neuen Ampelmotive nun umgesetzt.
Für die eigentliche Verkehrsregelung ändert sich dadurch nichts. Schließlich müssen Fußgänger weiterhin bei Rot warten und dürfen bei Grün die Straße überqueren.
Wie wichtig eindeutige Ampelsignale sind, zeigen auch frühere Verkehrsunfälle. So wurde in Köln ein Fußgänger nach dem Überqueren einer roten Ampel schwer verletzt. Ebenso kam es in Münster zu einem schweren Unfall an einer Fußgängerampel.
Auch ein Unfall mit Fahrerflucht an einer Ampel in Münster zeigt, welche Bedeutung gut erkennbare Verkehrszeichen haben.
Fazit: Düsseldorf setzt auf neue Ampelpärchen
Mit den neuen Ampelpärchen in Düsseldorf verändert sich ab dem 23. Oktober 2026 das Erscheinungsbild ausgewählter Fußgängerampeln. Insgesamt sollen 36 Signalgeber mit neuen Motiven ausgestattet werden.
Die Stadt verbindet damit ein gesellschaftliches Zeichen mit der weiterhin notwendigen Verkehrssicherheit. Obwohl die Umsetzung länger dauerte als ursprünglich erwartet, beginnt nun die Einführung der neuen Symbole.
Ob die Ampelpärchen in Düsseldorf künftig auch an weiteren Standorten eingesetzt werden, bleibt offen. Die bisherige Planung sieht jedenfalls ausdrücklich keine flächendeckende Ausweitung vor.
Quelle: WDR, 23. Oktober 2026; Informationsvorlage der Landeshauptstadt Düsseldorf, BV3/184/2026.
Bei der Erstellung dieses Beitrags wurden KI-Werkzeuge unterstützend eingesetzt. Die redaktionelle Verantwortung liegt beim Herausgeber.
