Streit um Nordirland-Berichterstattung verschärft sich
Washington/Mainz – Der Unternehmer Elon Musk hat rechtliche Schritte gegen das ZDF angekündigt. Hintergrund sind Aussagen in einer Ausgabe von „ZDF heute live“, die sich mit den Protesten und Ausschreitungen in Nordirland beschäftigte. Musk wirft dem öffentlich-rechtlichen Sender vor, ihn falsch dargestellt zu haben.
Musk spricht von „skandalösen Lügen“
Am Montagabend veröffentlichte Elon Musk auf seiner Plattform X eine deutliche Stellungnahme. Darin erklärte der Tech-Milliardär, dass rechtliche Maßnahmen gegen das ZDF wegen angeblicher „skandalöser Lügen“ eingeleitet würden.
Mit dieser Ankündigung reagierte Musk auf Aussagen aus der Sendung „ZDF heute live“ vom 12. Juni. In der Anmoderation wurde ein Zusammenhang zwischen den Ausschreitungen in Belfast und Aktivitäten auf der Plattform X hergestellt.
Kontroverse um Formulierung in ZDF-Sendung
Die Moderatorin leitete die Berichterstattung mit der Aussage ein, dass nach einem viralen Video ein rassistischer Mob Jagd auf Migranten gemacht habe. Weiter hieß es, dazu hätten ein britischer Rechtsextremist sowie Elon Musk aufgerufen.
Die rund 30 Minuten lange Sendung beschäftigte sich mit der Frage, welche Rolle Beiträge auf X bei den Protesten in Nordirland spielten und ob Musk die Stimmung zusätzlich angeheizt habe.
Im Verlauf der Sendung wurde ein Beitrag von Musk vom 9. Juni gezeigt. Darin schrieb er: „Nur durch WIDERSTAND IMMER WIEDER und LAUT wird es irgendwelche Veränderungen geben!!“ Gleichzeitig teilte er einen Beitrag des britischen Aktivisten Tommy Robinson.
ZDF räumt missverständliche Formulierung ein
Nach Angaben des Nachrichtenportals „Nius“ erklärte ein Sprecher des ZDF auf Nachfrage, die Moderation habe die komplexe Lage rund um die gewalttätig eskalierten Proteste und vorherige Aufrufe auf X zusammenfassen sollen.
Der Sender räumte jedoch ein, dass die gewählte Formulierung unpräzise gewesen sei und dadurch missverständlich wirken konnte.
Juristische Schritte bislang nicht konkretisiert
Elon Musk macht mit seiner öffentlichen Ankündigung deutlich, dass er die Aussagen nicht als bloßes Missverständnis betrachtet. Welche konkreten rechtlichen Schritte folgen sollen, blieb zunächst offen.
Bislang liegen keine Informationen darüber vor, ob bereits Klagen eingereicht oder anwaltliche Schreiben versandt wurden. Der Fall dürfte dennoch zusätzliche Aufmerksamkeit auf die Debatte über Medienberichterstattung, soziale Netzwerke und die Verantwortung prominenter Plattformbetreiber lenken.
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