EU ermittelt gegen Booking.com : Betrugsfälle nehmen drastisch zu
Booking.com Betrugsfälle sorgen europaweit für Aufsehen. Die Europäische Kommission hat am Mittwoch, 21. Oktober 2026, ein formelles Ermittlungsverfahren gegen das bekannte Reiseportal eingeleitet. Dabei geht es insbesondere um gefälschte Hotelangebote, betrügerische Zahlungsaufforderungen sowie mögliche Sicherheitslücken beim Umgang mit persönlichen Kundendaten. Außerdem prüfen die Ermittler, ob bezahlte Hotelanzeigen ausreichend gekennzeichnet werden.
Für Millionen Urlauber könnte das Verfahren von großer Bedeutung sein. Denn immer mehr Kriminelle nutzen Buchungsplattformen, um Reisende mit gefälschten Angeboten und täuschend echten Nachrichten zu betrügen. Deshalb will die EU nun untersuchen, ob Booking.com seine Nutzer ausreichend schützt.
Booking.com Betrugsfälle: Zahl der Betrugsversuche massiv gestiegen
Besonders alarmierend sind die aktuellen Zahlen. Nach Angaben der EU-Kommission berichtete Booking.com selbst von einem weltweiten Anstieg der Betrugsfälle um 500 Prozent. Damit rückt die Sicherheit der Buchungsplattform zunehmend in den Mittelpunkt.
Allein im ersten Halbjahr 2026 wurden laut den veröffentlichten Angaben 1.072 Betrugsmeldungen registriert. Der damit verbundene Schaden belief sich auf rund 82.000 Euro. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem erheblichen Anstieg.
Die Ermittler beschäftigen sich deshalb insbesondere mit der Frage, ob die Plattform betrügerische Unterkunftsangebote rechtzeitig erkennt und entfernt. Gleichzeitig soll überprüft werden, ob ausreichende Maßnahmen zur Verhinderung neuer Betrugsfälle bestehen.
Gefälschte Hotels und Ferienwohnungen im Internet
Eine besonders gefährliche Betrugsmasche betrifft Unterkünfte, die tatsächlich überhaupt nicht existieren. Kriminelle veröffentlichen dabei vermeintliche Hotelzimmer oder Ferienwohnungen und versuchen anschließend, Urlauber zu Zahlungen zu bewegen.
Teilweise geben sich Betrüger außerdem als rechtmäßige Vermieter aus, obwohl sie keinerlei Berechtigung besitzen, die angebotenen Unterkünfte zu vermieten. Dadurch können Reisende Geld verlieren, ohne jemals eine gültige Reservierung erhalten zu haben.
Die EU-Kommission untersucht daher, wie Booking.com solche Angebote kontrolliert. Darüber hinaus geht es um die Frage, ob die Plattform systematische Betrugsrisiken ausreichend bewertet und begrenzt.
Phishing: Gefälschte Zahlungsaufforderungen bedrohen Urlauber
Neben erfundenen Unterkünften stehen auch sogenannte Phishing-Angriffe im Fokus. Dabei versuchen Kriminelle, sensible Informationen wie Passwörter, Kreditkartendaten oder Bankverbindungen zu erlangen.
Besonders problematisch sind Nachrichten, die scheinbar von einem bereits gebuchten Hotel stammen. Beispielsweise behaupten Betrüger, eine Reservierung müsse dringend bestätigt werden. Anschließend fordern sie Urlauber auf, über einen zugesandten Link ihre Zahlungsdaten einzugeben.
Solche Nachrichten wirken häufig glaubwürdig, weil sie konkrete Informationen zur Reise enthalten können. Deshalb prüft die EU-Kommission auch, wie Booking.com Reservierungsdaten an Unterkunftsanbieter weitergibt und welche Sicherheitsmaßnahmen dabei bestehen.
EU untersucht auch bezahlte Hotelanzeigen
Ein weiterer Schwerpunkt der Ermittlungen betrifft die Darstellung von Suchergebnissen. Unterkunftsanbieter können durch höhere Provisionen eine bessere Sichtbarkeit auf Booking.com erhalten.
Allerdings müssen Verbraucher erkennen können, wenn bestimmte Angebote aufgrund einer Zahlung besonders prominent erscheinen. Die EU-Kommission untersucht deshalb, ob entsprechende Platzierungen ausreichend transparent gekennzeichnet werden.
Außerdem soll geprüft werden, ob Nutzer genügend Informationen über die Funktionsweise und Anpassungsmöglichkeiten der Werbeanzeigen erhalten.
Booking.com drohen möglicherweise hohe Geldstrafen
Grundlage des Verfahrens ist das europäische Gesetz über digitale Dienste, der sogenannte Digital Services Act (DSA). Dieses Regelwerk verpflichtet große Online-Plattformen dazu, bestimmte Risiken für ihre Nutzer zu erkennen und geeignete Schutzmaßnahmen umzusetzen.
Sollten die Ermittler tatsächlich Verstöße feststellen, könnten erhebliche finanzielle Konsequenzen folgen. Unter bestimmten Voraussetzungen ermöglicht der DSA Geldbußen von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.
Allerdings bedeutet die Einleitung des Verfahrens ausdrücklich noch nicht, dass Booking.com gegen europäische Vorschriften verstoßen hat. Zunächst müssen die zuständigen Behörden die Vorwürfe untersuchen und bewerten.
Wie können sich Urlauber vor Booking.com Betrugsfällen schützen?
Angesichts der aktuellen Entwicklungen sollten Reisende bei Online-Buchungen besonders aufmerksam sein. Vor allem unerwartete Zahlungsaufforderungen verdienen eine sorgfältige Prüfung.
- Unterkünfte überprüfen: Bewertungen, Anschrift und vorhandene Informationen sollten vor einer Buchung kontrolliert werden.
- Keine unbekannten Zahlungslinks öffnen: Zahlungsaufforderungen aus Nachrichten sollten nicht ungeprüft verwendet werden.
- Reservierungen kontrollieren: Änderungen oder zusätzliche Zahlungsforderungen sollten direkt über die offizielle Plattform überprüft werden.
- Persönliche Daten schützen: Kreditkarteninformationen und Passwörter dürfen nicht über verdächtige Webseiten eingegeben werden.
- Verdächtige Angebote melden: Bei Betrugsverdacht sollten Nutzer die Buchungsplattform kontaktieren und gegebenenfalls Anzeige erstatten.
Wer bereits Geld an Betrüger überwiesen oder Kreditkartendaten weitergegeben hat, sollte möglichst schnell seine Bank beziehungsweise den Kartenanbieter informieren. Außerdem empfiehlt es sich, verdächtige Nachrichten und Zahlungsbelege als Nachweise aufzubewahren.
EU-Ermittlungen gegen Booking.com: Wie geht es weiter?
Die Europäische Kommission wird nun untersuchen, ob Booking.com seinen Verpflichtungen zum Schutz der Verbraucher ausreichend nachkommt. Dabei stehen sowohl die Sicherheit von Buchungen als auch der Umgang mit Kundendaten und die Transparenz von Werbung im Mittelpunkt.
Booking.com hat angekündigt, mit den Behörden zusammenzuarbeiten. Wann das Verfahren abgeschlossen sein wird, ist derzeit nicht bekannt.
Fest steht: Die Booking.com Betrugsfälle zeigen, wie wichtig sichere Buchungsverfahren und eine sorgfältige Überprüfung von Unterkunftsangeboten sind. Für Urlauber gilt deshalb weiterhin, bei ungewöhnlichen Zahlungsaufforderungen besonders vorsichtig zu sein.
Bei der Erstellung dieses Beitrags wurden KI-Werkzeuge unterstützend eingesetzt. Die redaktionelle Verantwortung liegt bei Blaulicht Report.
Weiterführende Informationen
- Europäische Kommission: Sehr große Online-Plattformen
- Offizielle Webseite von Booking.com
- Verbraucherzentrale: Informationen zum Verbraucherschutz
