Leipzig – Ein beschädigter Sicherheitszaun am Flughafen Leipzig/Halle hat einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. Jetzt stehen zwei syrische Männer im Alter von 20 und 32 Jahren im Mittelpunkt der Ermittlungen. Nach Informationen sollen sie mit einem Audi A5 den Zaun durchbrochen haben. Ihre Erklärung für den Vorfall: eine Übungsfahrt für die Führerscheinprüfung.
Flughafen Leipzig: Polizei entdeckt Loch im Sicherheitszaun
Am Samstagabend gegen 23 Uhr entdeckten Einsatzkräfte ein Loch im Sicherheitszaun des Flughafens Leipzig/Halle. Daraufhin rückte die Polizei mit einem Großaufgebot an. Die Einsatzkräfte sicherten den beschädigten Bereich und sperrten ihn ab.
Am Flughafen Leipzig fanden die Ermittler außerdem Fahrzeugteile, die offenbar von einem Audi A5 stammten. Der Durchbruch ereignete sich in der Nähe von drei russischen Frachtflugzeugen des Typs Antonow AN-124.
Die Maschinen stehen bereits seit 2022 auf dem Flughafengelände. Wegen der EU-Sanktionen gegen Russland dürfen sie dort nicht mehr starten.
Zwei Syrer sollen sich mit Anwälten gestellt haben
Nach Informationen der BILD handelt es sich bei den beiden Männern um einen 20-Jährigen und einen 32-Jährigen aus Leipzig. Beide besitzen dem Bericht zufolge die syrische Staatsangehörigkeit.
Am Sonntagabend sollen sich die Männer gemeinsam mit ihren Anwälten bei der Polizei gemeldet haben.
Der 20-Jährige soll den Audi gefahren haben, obwohl er keinen Führerschein besitzt. Der 32-Jährige soll als Fahrzeughalter auf dem Beifahrersitz gesessen haben.
Übungsfahrt soll zum Zaun-Durchbruch geführt haben
Nach ihrer Darstellung wollten die Männer für eine bevorstehende Führerscheinprüfung üben. Dabei soll der junge Fahrer die Kontrolle über den Audi verloren haben und durch den Sicherheitszaun gefahren sein.
Anschließend sollen die Beteiligten das Flughafengelände wieder verlassen haben. Das beschädigte Fahrzeug soll später ein Abschleppdienst abtransportiert haben.
Die Polizei stellte den Audi A5 nach BILD-Informationen einen Tag später auf dem Gelände eines Autohandels sicher. Die Ermittler prüfen nun, ob die Spuren am Fahrzeug und am Flughafen zusammenpassen.
Überwachungskamera zeichnete den Vorfall nicht auf
Besonders auffällig ist die Kameraüberwachung am betroffenen Zaunabschnitt. Obwohl sich dort eine 360-Grad-Kamera befindet, existiert nach Angaben des Flughafens keine entsprechende Aufzeichnung des Vorfalls.
Flughafensprecher Uwe Schuhart erklärte gegenüber BILD, dass die Kamera ausschließlich der operativen Verkehrsüberwachung dient. Mitarbeiter können damit bei Bedarf den Verkehr auf dem Rollfeld beobachten.
Eine dauerhafte Überwachung des Sicherheitszauns übernimmt diese Kamera demnach nicht.
Staatsschutz prüft Hintergründe am Flughafen Leipzig
Der Staatsschutz untersucht weiterhin die genauen Hintergründe des Vorfalls. Dabei prüfen die Ermittler auch, ob die geschilderte Übungsfahrt tatsächlich zu dem Schaden führte.
Bislang soll vor allem der 20-Jährige Angaben zum Geschehen gemacht haben. Der 32-jährige Fahrzeughalter äußerte sich laut Polizeisprecher Olaf Hoppe nicht näher zu den Vorwürfen.
Gegen den 20-Jährigen laufen Ermittlungen wegen des Verdachts der Unfallflucht und des Fahrens ohne Fahrerlaubnis. Gegen den 32-Jährigen ermittelt die Polizei, weil er einem Mann ohne Fahrerlaubnis das Fahrzeug überlassen haben soll.
Ob weitere Hintergründe eine Rolle spielen, steht noch nicht fest. Auch die konkrete Beteiligung der beiden Männer müssen die Ermittler abschließend klären.
Erneute Fragen zur Sicherheit des Flughafens
Der Vorfall sorgt auch deshalb für Aufmerksamkeit, weil bereits im August 2026 ein mutmaßlicher Drohnenangriff auf ein ukrainisches Antonow-Transportflugzeug am Flughafen für Schlagzeilen gesorgt hatte. Nach Berichten prüfen Ermittler in diesem Zusammenhang mögliche Verbindungen zum russischen Militärgeheimdienst GRU.
Ein Zusammenhang zwischen diesem früheren Vorfall und dem beschädigten Sicherheitszaun ist bislang nicht belegt.
Dennoch wirft der aktuelle Zaun-Durchbruch Fragen zum Schutz des Flughafengeländes auf. Insbesondere die fehlende Kameraaufzeichnung dürfte dabei eine Rolle spielen.
Die Ermittlungen dauern an. Weitere Meldungen zu Polizeieinsätzen und Sicherheitsvorfällen finden Leser bei Police Report Worldwide.
Bei der Erstellung dieses Beitrags wurden KI-Werkzeuge unterstützend eingesetzt. Inhaltliche Prüfung und redaktionelle Verantwortung liegen bei „Blaulicht Report“.
