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Frühchen stirbt – Kinderklinik in Paderborn stoppt Neuaufnahmen !

22. August 2026 3 Minuten gelesen
Paderborn, Frühchen, Darmkeim, Enterobacter, St. Louise Kinderklinik, Kinderklinik Paderborn, Sepsis, Frühchenstation, Neonatologie, Krankenhauskeim

PADERBORN. Nach dem Nachweis eines Darmkeims auf einer Frühchenstation in Paderborn hat die betroffene Kinderklinik einschneidende Maßnahmen ergriffen. Neuaufnahmen auf der Station wurden vorerst gestoppt. Insgesamt wurde bei vier Frühgeborenen ein Bakterium der Gattung Enterobacter nachgewiesen. Zwei der Babys entwickelten eine schwere Sepsis. Eines der Frühchen starb trotz intensivmedizinischer Behandlung.

Damit steht die Klinik derzeit vor einer besonders sensiblen Situation. Während die Versorgung der bereits aufgenommenen Kinder weiterläuft, sollen zusätzliche Schutzmaßnahmen verhindern, dass sich der Erreger möglicherweise weiter verbreitet. Gleichzeitig laufen umfangreiche Untersuchungen zur Herkunft des Keims und zu möglichen Übertragungswegen.

Kinderklinik stoppt Neuaufnahmen auf betroffener Frühchenstation

Als Konsequenz aus dem Keim-Nachweis nimmt die betroffene Station derzeit vorsorglich keine neuen Kinder auf. Familien können deshalb – sofern es sich nicht um einen Notfall handelt – gegebenenfalls an andere Kliniken verwiesen werden. Die Notfallversorgung bleibt jedoch weiterhin gewährleistet.

Darüber hinaus wurden die Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen auf der neonatologischen Intensivstation deutlich verschärft. Die Klinik arbeitet dabei nach eigenen Angaben eng mit dem zuständigen Gesundheitsamt, der Krankenhaushygiene sowie mikrobiologischen Fachstellen zusammen.

Vier Frühgeborene mit Enterobacter-Bakterium

Bei insgesamt vier Frühgeborenen wurde das Enterobacter-Bakterium nachgewiesen. Zwei der Kinder entwickelten infolge der Infektion eine schwere Sepsis. Für eines der Babys kam trotz intensivmedizinischer Behandlung jede Hilfe zu spät.

Ein weiteres Frühchen befand sich zunächst ebenfalls in einem kritischen Zustand. Inzwischen soll sich der Gesundheitszustand dieses Kindes stabilisiert haben. Bei zwei weiteren Babys wurde der Erreger zwar nachgewiesen, allerdings zeigten diese nach bisherigen Angaben keine entsprechenden Krankheitssymptome.

Woher der Darmkeim stammt, ist noch unklar

Wie das Bakterium auf die Frühchenstation gelangte, ist bislang nicht abschließend geklärt. Genau diese Frage steht nun im Mittelpunkt der laufenden Untersuchungen. Dabei soll außerdem festgestellt werden, ob die betroffenen Kinder denselben Erregerstamm aufweisen und wie eine mögliche Übertragung stattgefunden haben könnte.

Nach bisherigen Angaben handelt es sich bei dem nachgewiesenen Erreger nicht um einen multiresistenten Keim. Dennoch können Enterobacter-Bakterien insbesondere für besonders empfindliche Patientengruppen gefährlich werden.

Warum Enterobacter für Frühgeborene gefährlich sein kann

Bakterien der Gattung Enterobacter kommen unter anderem im menschlichen Darm sowie in der Umwelt vor. Unter bestimmten Umständen können sie jedoch Infektionen verursachen. Besonders Frühgeborene verfügen noch nicht über ein vollständig entwickeltes Immunsystem und gelten deshalb als besonders empfindlich gegenüber schweren Infektionen.

Weitere Informationen zu Enterobacter und möglichen gesundheitlichen Risiken stellt unter anderem das Bundesinstitut für Risikobewertung bereit.

Informationen zur Behandlung von Früh- und Neugeborenen finden sich außerdem beim Perinatalzentrum Paderborn.

Untersuchungen und Schutzmaßnahmen laufen weiter

Bis die genaue Ursache des Infektionsgeschehens geklärt ist, bleiben die zusätzlichen Schutzmaßnahmen bestehen. Gleichzeitig werden die betroffenen Kinder engmaschig medizinisch überwacht. Die Verantwortlichen der Klinik sprachen den Eltern und Angehörigen des verstorbenen Kindes ihr Mitgefühl aus.

Wann die Station wieder regulär neue Patienten aufnehmen kann, hängt unter anderem von den Ergebnissen der laufenden Untersuchungen ab. Zunächst steht deshalb die Eindämmung des Infektionsgeschehens sowie die Sicherheit der Früh- und Neugeborenen im Mittelpunkt.

Weitere aktuelle Meldungen aus Deutschland gibt es auch in unserem Bereich Aktuelles sowie unter News.

Weitere Meldungen zu Polizei-, Rettungs- und Einsatzgeschehen aus Deutschland und der ganzen Welt gibt es außerdem auf police-report-worldwide.de.

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