Geldwäsche-Razzia bei der Deutschen Bank: BKA durchsucht Zentrale in Frankfurt – Spur führt zu Roman Abramowitsch
Frankfurt/Berlin – Eine Geldwäsche-Razzia bei der Deutschen Bank sorgt aktuell für große Aufmerksamkeit: Das Bundeskriminalamt (BKA) durchsucht die Konzernzentrale des Geldhauses in Frankfurt am Main sowie weitere Räumlichkeiten in Berlin. Im Raum steht der Verdacht der Geldwäsche, wie mehrere Medien berichten.
Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt dabei gegen unbekannte Verantwortliche und Mitarbeiter.
Nach ersten Informationen begann die Maßnahme am Mittwochvormittag gegen 10 Uhr. Demnach betraten rund 30 Ermittler in Zivil das Gebäude der Deutschen Bank in Frankfurt. Im Fokus stehen offenbar frühere Geschäftsbeziehungen des Instituts zu ausländischen Gesellschaften, die unter Verdacht stehen, Geldwäsche betrieben zu haben. Damit rückt die Geldwäsche-Razzia bei der Deutschen Bank erneut in den Mittelpunkt einer sensiblen Debatte rund um Compliance und Kontrollmechanismen großer Finanzhäuser.
Staatsanwaltschaft nennt keine Details zu Umfang und Transaktionen
Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Frankfurt erklärte, dass aktuell keine weiteren Angaben möglich seien. Wörtlich hieß es: „Zu dem Hintergrund der Geschäftsbeziehungen, den über die Deutsche Bank AG erfolgten Transaktionen und deren Umfang sowie zu den Gesellschaften selbst, können keine weiteren Angaben gemacht werden.“
Auch die Deutsche Bank selbst bestätigte die Durchsuchungen. Ein Sprecher teilte auf Anfrage mit: „Wir bestätigen, dass in den Geschäftsräumen der Deutschen Bank derzeit eine Maßnahme der Staatsanwaltschaft Frankfurt durchgeführt wird. Die Bank arbeitet vollumfänglich mit der Staatsanwaltschaft zusammen.“
Worum geht es bei den Durchsuchungen genau?
Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ sollen die Ermittlungen im Zusammenhang mit dem russischen Oligarchen Roman Abramowitsch stehen. Abramowitsch (59), früherer Eigentümer des Fußballklubs FC Chelsea, steht seit März 2022 im Zuge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine auf der Sanktionsliste der EU. Medienberichten zufolge war er in der Vergangenheit Kunde bei der Deutschen Bank.
Das mögliche Problem für das Frankfurter Geldhaus: Nach SZ-Informationen soll die Bank es versäumt haben, eine oder mehrere Verdachtsmeldungen zu Firmen aus dem Umfeld Abramowitschs rechtzeitig abzugeben. Genau hier setzt die Geldwäsche-Razzia bei der Deutschen Bank an, denn bei Finanztransaktionen mit auffälligen Mustern greifen strenge Meldepflichten.
Ungünstiger Zeitpunkt für Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing
Brisant: Die Durchsuchung kommt für die Deutsche Bank zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt. Bereits am Donnerstag will Vorstandschef Christian Sewing (55) den höchsten Gewinn seit vielen Jahren präsentieren. Doch statt positiver Schlagzeilen drohen nun kritische Fragen zur internen Kontrolle, zu möglichen Versäumnissen und zur Rolle des Instituts bei früheren Geschäftsbeziehungen.
Für die Bank bedeutet die Geldwäsche-Razzia bei der Deutschen Bank nicht nur ein akutes Ermittlungsverfahren, sondern auch ein erhebliches Reputationsrisiko. Denn gerade international agierende Banken stehen seit Jahren unter besonderer Beobachtung, wenn es um Geldwäscheprävention und Sanktionstreue geht.
Einordnung: Warum solche Ermittlungen besonders sensibel sind
Ermittlungen wegen möglicher Geldwäsche treffen Banken besonders hart, weil sie das Vertrauen von Kunden, Investoren und Behörden direkt berühren. Gleichzeitig gelten für Finanzinstitute umfangreiche Regeln zur Überwachung von Transaktionen, zur Identifizierung von Kunden und zur Abgabe von Verdachtsmeldungen. Wenn Behörden in diesem Bereich eingreifen, prüfen sie häufig, ob interne Prozesse ausreichend funktioniert haben oder ob es Lücken gab.
Weitere Informationen und Hintergründe zu Ermittlungen und Polizeieinsätzen findest Du auch in unserem Bereich News sowie in der Rubrik Deutschland.
Offizielle Hinweise und aktuelle Informationen zu Ermittlungen und Sicherheitslage veröffentlicht unter anderem das Bundeskriminalamt. Details zu Ermittlungsverfahren nennt zudem häufig die zuständige Staatsanwaltschaft Frankfurt.
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