Polizei Mecklenburg-Vorpommern ohne Diensthandys: Hacker-Angriff zeigt drastische Folgen
Smartphones gehören längst zur Grundausstattung moderner Polizeiarbeit. In Mecklenburg-Vorpommern fehlt dieses Werkzeug jedoch seit Monaten. Nach einem massiven Hacker-Angriff im Juni verloren rund 4000 Polizeibeamte ihre Diensthandys. Unbekannte nutzten Schwachstellen in der Polizei-IT aus und legten zahlreiche Geräte vollständig lahm. Seitdem arbeiten viele Einsatzkräfte unter erschwerten Bedingungen.
Kontrollen dauern deutlich länger
Polizeibeamte beschreiben die Situation als massiven Rückschritt. Bei Personenkontrollen scannten sie früher Ausweise direkt mit dem Smartphone und erhielten innerhalb einer Minute eine Rückmeldung. Heute läuft jede Abfrage wieder über den Funk. Die Beamten geben Ausweisnummern an die Dienststelle durch und warten auf Antwort. Besonders in Regionen wie Güstrow, wo zeitweise bis zu 13 Streifenwagen gleichzeitig im Einsatz sind, entstehen spürbare Verzögerungen.
Damit bestätigt sich, wie stark die Polizei Mecklenburg-Vorpommern ohne Diensthandys im Alltag eingeschränkt arbeitet. Schnelle Überprüfungen, die früher mobil möglich waren, blockieren nun ganze Einsatzabläufe.
Berichte und Beweissicherung erschwert
Auch die Dokumentation leidet erheblich. Einsatzberichte können Beamte nicht mehr unterwegs schreiben, sondern nur noch auf der Dienststelle. Sobald ein Polizist schreibt, fehlt eine komplette Streife im Einsatz. Hinzu kommen Probleme bei der Beweissicherung. Fotos lassen sich nicht mehr direkt mit dem Diensthandy aufnehmen und versenden. Stattdessen müssen Beamte auf klassische Digitalkameras zurückgreifen.
Diese Einschränkungen wirken sich laut Polizeikreisen nicht nur auf die Effizienz, sondern auch auf die Sicherheit aus. Die Polizei Mecklenburg-Vorpommern verliert ohne Diensthandys wertvolle Zeit bei laufenden Einsätzen.
Opposition übt scharfe Kritik
Die Opposition im Schweriner Landtag spricht von einem politischen Versagen. CDU-Landeschef Daniel Peters kritisiert ein massives Organisations- und Führungsversagen im Innenministerium. FDP-Politiker David Wulff bezeichnet die Affäre sogar als sicherheitspolitischen Offenbarungseid.
Innenministerium verspricht neue Ausstattung
Das Innenministerium unter SPD-Innenminister Christian Pegel kündigt an, neue und sichere mobile Geräte zu beschaffen. Konkrete Angaben zu Zeitplan, Herstellern oder Stückzahlen fehlen jedoch weiterhin. Der bisher entstandene Schaden beläuft sich laut Ministerium auf rund 3,5 Millionen Euro.
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