Sensible Daten abgeflossen
Berlin. Ein Hackerangriff auf das Berliner Landesnetz sorgt für erhebliche Einschränkungen in Teilen der Hauptstadtverwaltung. Zwei Senatsverwaltungen wurden aus Sicherheitsgründen vom zentralen Netz getrennt. Nach Informationen des rbb sollen bei dem Cyberangriff auch sensible Daten abgeflossen sein.
Zwei Berliner Senatsverwaltungen vom Netz getrennt
Betroffen sind die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt. Die Verantwortlichen isolierten beide Verwaltungen bereits am Freitag vom Berliner Landesnetz.
Damit wollen die Behörden verhindern, dass sich der Angriff weiter ausbreitet oder zusätzliche Systeme gefährdet. Seit der Trennung sind die betroffenen Verwaltungen nach Angaben des rbb komplett vom Internet abgeschnitten. Die Kommunikation ist deshalb teilweise nur noch telefonisch möglich.
Hackerangriff auf Berliner Landesnetz wird untersucht
Die Senatskanzlei bestätigte den IT-Sicherheitsvorfall. Forensische Untersuchungen hätten eine Kompromittierung des Berliner Landesnetzes ergeben. Die Behörden arbeiten nun daran, die Systeme abzusichern und das genaue Ausmaß des Angriffs zu ermitteln.
Das Landeskriminalamt, die Staatsanwaltschaft Berlin und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sind in die Untersuchungen eingebunden. Zudem hat Berlin einen IKT-Notfallkrisenstab eingerichtet. Dieser koordiniert die weiteren Sicherheitsmaßnahmen und die laufenden forensischen Analysen.
Wer hinter dem Hackerangriff auf das Berliner Landesnetz steckt, ist bislang nicht bekannt. Auch zu möglichen Sicherheitslücken und zum genauen Umfang des Schadens liegen derzeit keine abschließenden Informationen vor.
Berliner Landesnetz verbindet rund 600 Standorte
Das sogenannte Berliner Landesnetz (BeLa) spielt für die digitale Infrastruktur der Hauptstadt eine zentrale Rolle. Das Hochgeschwindigkeitsnetz verbindet rund 600 behördliche und öffentliche Standorte über ein unterirdisches Glasfasernetz. Betreiber ist das IT-Dienstleistungszentrum Berlin.
Über die Infrastruktur sind nicht nur Senatsverwaltungen miteinander verbunden. Auch Einrichtungen wie Polizei, Feuerwehr und Krankenhäuser nutzen das Netz. Entsprechend groß ist die Bedeutung der laufenden Sicherheitsmaßnahmen.
Politik fordert Aufklärung nach Cyberangriff
Der Hackerangriff auf das Berliner Landesnetz beschäftigt inzwischen auch die Landespolitik. Die Grünen-Fraktion will den Sicherheitsvorfall im Digitalausschuss des Abgeordnetenhauses thematisieren. Dabei geht es unter anderem um die mögliche Sicherheitslücke, die betroffenen Daten und denkbare Risiken für weitere Teilnehmer des Landesnetzes.
Wann die beiden betroffenen Senatsverwaltungen wieder vollständig mit dem Netz und dem Internet verbunden werden können, steht derzeit nicht fest. Die Ermittlungen und forensischen Untersuchungen dauern an.
