Polizei-Skandal in Hamburg:
Ein schwerer Vorwurf erschüttert derzeit die Hamburger Polizei. Im Polizeikommissariat 14 in der Innenstadt soll ein Beamter seine Kolleginnen heimlich in den Duschräumen gefilmt haben. Gegen den 28-jährigen Polizisten laufen inzwischen strafrechtliche Ermittlungen sowie ein Disziplinarverfahren.
Versteckte Kamera in Damendusche entdeckt
Nach bisherigen Erkenntnissen soll der Beamte eine kleine Spionagekamera in den Damen-Duschräumen der Wache installiert haben. In dem Polizeikommissariat arbeiten rund 240 Beamte, darunter etwa 85 Frauen.
Eine Polizistin entdeckte die Kamera offenbar zufällig und informierte daraufhin ihre Vorgesetzten. Anschließend übernahmen Ermittler den Fall. Um den Verdacht zu überprüfen, installierten Fahnder laut Medienberichten eine weitere verdeckte Kamera. Diese richtete sich ausschließlich auf die mutmaßlich platzierte Spionagekamera.
Wenig später soll der beschuldigte Beamte dabei gefilmt worden sein, wie er die Technik in den Duschräumen kontrollierte.
Wohnung und Dienststelle durchsucht
Die Ermittler durchsuchten anschließend sowohl die Wohnung des Polizisten als auch seine Dienststelle. Dabei stellten die Beamten Computer, Datenträger und weitere elektronische Geräte sicher.
Wie die Hamburger Innenbehörde bestätigte, hat das Dezernat Interne Ermittlungen den Fall übernommen.
Beamter suspendiert
Die Hamburger Polizei reagierte unmittelbar auf die Vorwürfe. Gegen den Beamten wurde ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Außerdem musste er seine Dienstwaffe und den Dienstausweis abgeben.
Polizeisprecher Sebastian Born erklärte dazu: „Die Führung der Dienstgeschäfte wurde dem Beamten durch den Polizeipräsidenten unverzüglich bis auf Weiteres untersagt.“
Damit darf der Beschuldigte bis auf Weiteres keinen Polizeidienst mehr ausüben.
Ermittler prüfen mögliche Verbreitung der Aufnahmen
Derzeit werten Spezialisten des Landeskriminalamtes die sichergestellten Datenträger aus. Dabei prüfen die Ermittler auch, ob intime Aufnahmen möglicherweise im Internet veröffentlicht oder sogar verkauft wurden.
Außerdem ist bislang unklar, über welchen Zeitraum die mutmaßlichen Aufnahmen entstanden sein sollen. Nach Informationen soll der Beamte erst vor Kurzem aus der Elternzeit in den Dienst zurückgekehrt sein.
Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, drohen dem Polizisten neben strafrechtlichen Konsequenzen auch erhebliche dienstrechtliche Folgen. Dazu könnten der Verlust des Beamtenstatus sowie der Pensionsansprüche gehören.
Weitere Informationen
Weitere aktuelle Polizeimeldungen aus Deutschland findest Du auch unter Deutschland, News und Fahndungen.
Offizielle Informationen veröffentlicht die Hamburger Polizei zudem unter polizei.hamburg.
Wichtige Polizeimeldungen aus der ganzen Welt findest Du hier.
