Hotel in Istanbul evakuiert: Mutter und Kinder aus Hamburg tot
Der Urlaub einer Familie aus Hamburg in Istanbul endet in einer Tragödie. Eine Mutter und ihre zwei kleinen Kinder sterben, der Vater liegt weiterhin im Krankenhaus. Nach dem Tod der drei Deutschen rückt das Hotel im Istanbuler Stadtteil Fatih immer stärker in den Fokus der Ermittler, und die Polizei räumt das Gebäude vorsorglich.
Familienurlaub in Istanbul wird zum Albtraum – Hotel in Istanbul evakuiert
Die vierköpfige Familie reiste für einige Tage in die Metropole Istanbul. Kurz nach der Ankunft klagten alle über starke Übelkeit, Erbrechen und weitere Beschwerden, die auf eine mögliche Vergiftung hindeuten. Ärzte in einer Klinik behandelten die Familie zunächst und entließen sie anschließend wieder.
Zurück im Hotel verschlechterte sich der Zustand dramatisch. Die Mutter und ihre beiden Kinder im Alter von drei und sechs Jahren verloren das Bewusstsein. Rettungskräfte brachten die Familie erneut in ein Krankenhaus, doch für die Kinder und ihre Mutter kam jede Hilfe zu spät. Der Vater kämpft weiterhin um sein Leben und wird intensivmedizinisch betreut.
Über den bisherigen Verlauf des Falls hatten wir bereits berichtet, unter anderem im Beitrag „Tragödie im Urlaub: Mutter und Kinder aus Hamburg sterben nach mutmaßlicher Lebensmittelvergiftung“. Später folgten weitere Hintergründe zur Lage der Familie und zu neuen Patienten im selben Haus im Artikel „Lebensmittelvergiftung in Istanbuler Hotel: Weitere Touristen im Krankenhaus“.
Polizei evakuiert Hotel nach neuen Verdachtsmomenten
Inzwischen berichtet die türkische Presse, dass die Polizei das Hotel vollständig evakuierte. Alle Gäste mussten ihre Zimmer verlassen und in andere Unterkünfte wechseln. Hintergrund sind neue Verdachtsmomente: Neben der Hamburger Familie zeigten auch zwei weitere Hotelgäste aus Italien und Marokko ähnliche Symptome wie Übelkeit und Erbrechen.
Die Ermittler betrachten das Gebäude deshalb als möglichen Gefahrenort. Spezialisten untersuchen Zimmer, Flure und technische Einrichtungen. Dabei geht es nicht nur um Speisen und Getränke, sondern auch um Stoffe, die im Gebäude selbst zum Einsatz gekommen sein könnten. Medien in der Türkei berichten, dass in mindestens einem Zimmer zuvor ein Schädlingsbekämpfungsmittel genutzt worden sein soll.
Parallel zu den Untersuchungen im Hotel werten die Behörden Videoaufnahmen aus, sichern Proben und dokumentieren jede Spur. Die Polizei nahm mehrere Personen fest, darunter Verantwortliche aus dem Hotelumfeld und Personen, die der Familie Lebensmittel verkauft haben sollen. Gegen alle Betroffenen gilt weiterhin die Unschuldsvermutung, solange kein Gericht eine Schuld feststellt.
Offene Fragen zur Ursache – Ermittler prüfen mehrere Szenarien
Offiziell bleibt die Todesursache der Mutter und der Kinder aus Hamburg bislang ungeklärt. Die Rechtsmedizin führt toxikologische Gutachten durch, um mögliche Gifte nachzuweisen. Erst diese Laborergebnisse sollen zeigen, ob tatsächlich eine Lebensmittelvergiftung, ein anderes Gift oder eine Kombination verschiedener Faktoren zum Tod der Familie geführt hat.
Die Ermittler prüfen mehrere Szenarien. Einerseits stehen Speisen im Fokus, die die Familie vor dem Kollaps verzehrte. Andererseits interessiert die Frage, ob in einem Hotelzimmer eingesetzte Chemikalien die Gesundheit der Gäste beeinträchtigt haben könnten. Dass neben der Hamburger Familie auch andere Touristen betroffen sind, verleiht dem Fall zusätzliche Brisanz.
Wie komplex die Lage ist, zeigt auch der Blick auf die weiteren Festnahmen und die große mediale Aufmerksamkeit. In unserem Beitrag „Tragischer Verdacht in Istanbul: Schon 7 Festnahmen“ fassen wir die bisherigen Schritte der Ermittler zusammen, die sowohl im Umfeld des Hotels als auch bei Lebensmittelbetrieben nach einem Auslöser suchen.
Was Reisende jetzt beachten sollten
Der Fall macht deutlich, wie wichtig Aufmerksamkeit im Ausland ist – sowohl beim Essen als auch bei der Wahl der Unterkunft. Reisende sollten auf hygienische Bedingungen achten und bei Beschwerden nach einer Mahlzeit nicht zögern, medizinische Hilfe zu holen. Gerade bei starken Symptomen wie anhaltendem Erbrechen, Durchfällen oder Bewusstseinsstörungen zählt jede Minute.
Wer im Ausland schwer erkrankt oder Angehörige verliert, kann sich zudem an deutsche Auslandsvertretungen wenden. Konsulate und Botschaften unterstützen Betroffene im Rahmen ihrer Möglichkeiten, etwa bei der Kommunikation mit Behörden oder Kliniken und bei organisatorischen Fragen.
Noch ist offen, was genau im Istanbuler Hotel geschah. Klar ist jedoch, dass Mutter und Kinder aus Hamburg tot sind und eine Familie auseinandergerissen wurde. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Ermittlungen eine eindeutige Antwort liefern und ob sich die Verdachtsmomente gegen einzelne Personen oder Einrichtungen bestätigen.
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