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Junge Mutter (20) soll Neugeborenes mit Nagelschere getötet haben

16. Oktober 2025 2 minutes read
Darmstadt Mordprozess Neugeborenes

Tragödie in Darmstadt 

In Darmstadt steht eine junge Mutter wegen eines schrecklichen Verbrechens vor Gericht. Laura G. (21) und ihr Verlobter Alessandro F. (26) müssen sich vor der 3. Großen Strafkammer des Landgerichts Darmstadt wegen Mordes verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Paar vor, ihr Neugeborenes mit einer Nagelschere getötet zu haben.

Geburt im Badezimmer – ohne Hilfe, ohne Zeugen

In der Nacht zum 4. Dezember 2024 brachte Laura G. ihr Kind allein in einem kleinen Badezimmer zur Welt. Kein Arzt, keine Hebamme, niemand hörte Schreie. Laut Anklage gebar die damals 20-Jährige ein Mädchen, das kurz nach der Geburt verstarb. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Baby schwere Schmerzen erlitt, bevor es getötet wurde.

Laura G. lebte noch bei ihrer Mutter und besuchte eine Schule, als sie schwanger wurde. Ihr Verlobter Alessandro war häufig bei ihr, beide galten als eng verbunden. Doch statt Hilfe zu suchen, verdrängte die junge Frau laut eigener Aussage die Schwangerschaft aus Angst und Scham. „Ich ignorierte die Symptome, wollte es einfach nicht wahrhaben“, erklärte sie über ihren Verteidiger im Prozess.

Verzweiflung und Verdrängung führten zur Tragödie

Als die Wehen einsetzten, hielt Alessandro die Schmerzen seiner Verlobten für Regelbeschwerden. Während ihre Mutter am Morgen das Haus verließ, brachte Laura allein ein Mädchen zur Welt. Nach eigenen Angaben soll das Baby „keine Geräusche gemacht“ haben. In Panik trennte sie die Nabelschnur selbst und legte das Kind in eine Plastiktüte. Anschließend versuchte sie, das Badezimmer zu reinigen.

Ihr Freund will davon nichts bemerkt haben. Erst als er Blut sah, rief er einen Krankenwagen, weil Laura stark blutete. Im Krankenhaus stritt das Paar zunächst jede Geburt ab. Erst später entdeckte Lauras Mutter das tote Baby.

Grausame Details vor Gericht

Die Polizei Hessen stellte fest, dass das Neugeborene auf kalten Fliesen lag und vor seinem Tod eine Lungenentzündung entwickelte. Laut Anklage erlitt das Kind 36 Stichverletzungen. Alessandro bestreitet jede Beteiligung. Laura G. ließ über ihren Anwalt erklären: „Es war wie im Film. Ich hatte einen Blackout.“

Hintergrund: Tötung von Neugeborenen in Deutschland

Solche Fälle erschüttern regelmäßig die Öffentlichkeit. Immer wieder geraten junge Mütter in psychische Ausnahmesituationen nach heimlichen Geburten. In Deutschland bieten Notrufnummern und Krisendienste Hilfe an, um tragische Fälle zu verhindern. Hinweise gibt es unter anderem bei der Bundesinitiative „Vertrauliche Geburt“.

Das Landgericht Darmstadt verhandelt den Fall weiter in den kommenden Wochen. Ein Urteil wird frühestens Ende November erwartet. Die Tat bleibt ein Mahnmal dafür, wie schnell Überforderung und Angst zu einer Katastrophe führen können.

Weitere aktuelle Nachrichten aus Hessen finden Sie unter blaulichtmyk.de/deutschland und blaulichtmyk.de/news.

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