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Justiz am Limit: 50 mutmaßliche Schwerverbrecher aus U-Haft entlassen

17. Februar 2026 4 minutes read
Justiz überlastet Deutschland

50 Fälle in nur einem Jahr 

Berlin – Mord, Vergewaltigung, schwere Körperverletzung: Es geht um schwerste Vorwürfe. Trotzdem kamen 2025 in Deutschland laut Deutschem Richterbund 50 mutmaßliche Schwerverbrecher vorzeitig aus der Untersuchungshaft frei. Nicht wegen erwiesener Unschuld, sondern weil die Justiz Fristen nicht einhalten konnte.

Der Deutsche Richterbund spricht damit ein Problem an, das nach eigener Einschätzung immer größer wird: Überlastete Gerichte, überfüllte Geschäftsstellen und wachsende Aktenberge. Für 2026 zeichnet sich nach den Angaben kein besseres Bild ab.

Deutscher Richterbund meldet über eine Million offene Verfahren

Nach Auskunft von Sven Rebehn, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Richterbundes, stieg die Zahl offener Verfahren 2025 erstmals auf über eine Million. Rebehn erklärte, das entspreche einem Plus von 50 Prozent im Vergleich zu vor fünf Jahren.

Aus diesem Grund würden immer häufiger Fälle wegen sogenannter „Geringfügigkeit“ eingestellt. Rebehn warnte, dies schade dem Vertrauen der Menschen in den Rechtsstaat.

Richter Schleif: „Wir befinden uns im freien Fall“

Wie dramatisch die Lage eingeschätzt wird, zeigt die Aussage von Thorsten Schleif (45). Schleif ist Vorsitzender Richter eines Schöffengerichts und Jugendrichter am Amtsgericht Dinslaken in Nordrhein-Westfalen.

Sein Urteil fällt deutlich aus: „Wenn Sie mich fragen, ob die Justiz am Abgrund steht, muss ich Ihnen sagen: Wir befinden uns im freien Fall. Die Frage ist nur, wie hart der Aufschlag wird.“

Schleif beschreibt außerdem einen massiven Druck auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Geschäftsstellen. Er sagte, viele stünden kurz vor einem Burn-out.

Aktenberge bis zur Decke: Beispiel Staatsanwaltschaft Duisburg

Als besonders drastisches Beispiel schilderte Schleif die Situation in der Staatsanwaltschaft Duisburg. Dort gebe es viel zu wenig Personal. Er berichtete von Aktenbergen, die sich bis zur Decke türmten, und von Aktenstapeln auf Fensterbänken.

Schleif erwähnte zudem einen Vorfall aus der Vergangenheit: Vor zwei oder drei Jahren sei ein Aktenstapel umgekippt und habe eine Mitarbeiterin der Geschäftsstelle unter sich begraben.

Verurteilter Vergewaltiger aus U-Haft entlassen

Als Nutznießer solcher Situationen nennt Schleif unter anderem Mahmood D. (28). Das Landgericht Berlin hatte den Afghanen im Juni 2025 nach 33 Verhandlungstagen zu sieben Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Ihm wird vorgeworfen, seine Partnerin mehrfach vergewaltigt und schwer verletzt zu haben.

Nach der mündlichen Urteilsverkündung fertigte der Vorsitzende Richter jedoch weder das schriftliche Urteil noch ein Protokoll der Verhandlung rechtzeitig an. Dadurch wurde D. im letzten Monat aus der Untersuchungshaft entlassen.

Weil er dem Opfer mit Rache gedroht haben soll, lebt die Frau laut Bericht inzwischen an einem unbekannten Ort.

Auch Drogendealer kam trotz Urteil frei

Ein weiterer Fall ereignete sich ebenfalls im Juni 2025. Ein Drogendealer wurde aus der Untersuchungshaft entlassen, obwohl ihn das Landgericht Düsseldorf zu zehn Jahren Haft verurteilt hatte.

In diesem Verfahren wurde das schriftliche Urteil zwar gerade noch rechtzeitig fertiggestellt. Das Protokoll der Hauptverhandlung fehlte jedoch. Da ein solches Protokoll Voraussetzung für die Zustellung eines Urteils ist, legte der Drogendealer Beschwerde beim Oberlandesgericht ein.

Er bekam Recht – und kam frei.

GdP fordert Konsequenzen und mehr Personal

Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jochen Kopelke, fordert politische Konsequenzen. Er sagte: „Dieser Kollaps der Strafjustiz muss von der Politik abgewendet werden.“

Kopelke betonte, Polizei, Staatsanwaltschaften und Gerichte bräuchten deutlich mehr Personal.

Ein Problem mit Folgen für Vertrauen und Sicherheit

Die Zahlen und Beispiele zeigen nach Darstellung des Deutschen Richterbundes und der beteiligten Akteure, wie stark Überlastung und Personalmangel das System belasten. Wenn Fristen nicht eingehalten werden, kann das direkte Auswirkungen auf Untersuchungshaft und Strafverfahren haben.

Der Deutsche Richterbund warnt deshalb ausdrücklich vor einem Vertrauensverlust in den Rechtsstaat.

Mehr Blaulicht-News aus Deutschland findest Du jederzeit in unserer Rubrik Deutschland sowie unter News und Fahndungen.

Offizielle Informationen und Hintergründe zur Strafverfolgung und Sicherheitslage findest Du auch bei Behörden wie der Polizei oder über die Justizportale.

Wichtige Polizeimeldungen aus der ganzen Welt findest Du hier.

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