München – Der bekannte Fitness-Influencer und Unternehmer Karl Ess sitzt in Untersuchungshaft. Gegen den 41-Jährigen laufen Ermittlungen wegen des Verdachts auf gewerbsmäßigen und bandenmäßigen Betrug. Im Mittelpunkt stehen offenbar Geschäfte rund um Immobilien und deren Finanzierung.
Die Staatsanwaltschaft München I bestätigte die Festnahme des Influencers. Demnach vollstreckten die Behörden einen Haftbefehl des Amtsgerichts München. Seitdem befindet sich Karl Ess in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen laufen weiter.
Karl Ess in Untersuchungshaft – Ermittlungen wegen Immobiliengeschäften
Nach dem derzeit bekannten Stand prüfen die Ermittler Geschäfte, bei denen Karl Ess gemeinsam mit weiteren Beteiligten Kunden Immobilien sowie entsprechende Finanzierungsmöglichkeiten vermittelt haben soll. Dabei besteht der Verdacht, dass Kunden getäuscht worden sein könnten.
Medienberichten zufolge soll in mindestens einem bekannt gewordenen Vorgang eine Bank Zweifel an vorgelegten Eigenkapitalnachweisen gehabt haben. Die Finanzierung kam demnach nicht zustande. Allerdings steht derzeit nicht fest, ob genau dieser Vorgang Bestandteil des laufenden Ermittlungsverfahrens ist.
Die Staatsanwaltschaft München I hält sich bei Einzelheiten des laufenden Verfahrens bislang zurück.
Ermittler prüfen Verdacht auf bandenmäßigen Betrug
Besonders schwer wiegt der Vorwurf des gewerbsmäßigen und bandenmäßigen Betrugs. Allerdings handelt es sich derzeit ausschließlich um einen Tatverdacht. Ein Gericht hat Karl Ess wegen der aktuellen Vorwürfe bislang nicht verurteilt. Deshalb gilt weiterhin die Unschuldsvermutung.
Betrugsverfahren beschäftigen Ermittler regelmäßig. So berichteten wir bereits über einen bundesweit gesuchten Betrüger, den Fahnder in einem ICE festnahmen. Zudem vollstreckte die Kripo Koblenz in einem anderen Verfahren Haftbefehle wegen mutmaßlichen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs.
Vom Fitness-YouTuber zum Unternehmer
Karl Ess wurde vor allem durch Videos über Fitness, Muskelaufbau und Ernährung bekannt. Mit seinen Beiträgen erreichte er über die Jahre ein großes Publikum. Später verlagerte er seinen geschäftlichen Schwerpunkt zunehmend auf Unternehmertum, Finanzen und Immobilien.
Gerade bei Geschäften und Investitionen im Internet raten Behörden grundsätzlich zu besonderer Vorsicht. In einem ausführlichen Beitrag zeigen wir, warum Verbraucher Online-Angebote genau prüfen sollten.
Weitere Ermittlungen gegen Karl Ess laufen
Welche konkreten Geschäfte Gegenstand des Verfahrens sind und wie hoch ein möglicher Schaden sein könnte, ist derzeit nicht abschließend bekannt. Ebenso bleibt offen, wie viele weitere Beschuldigte die Ermittler führen. Die Behörden dürften nun Unterlagen, Finanzierungsabläufe und mögliche Geschäftsverbindungen auswerten.
Auch andere Verfahren zeigen, dass Ermittlungen wegen möglicher Betrugsdelikte umfangreich ausfallen können. In Mayen beschäftigen beispielsweise mutmaßlich unberechtigt beantragte Fluthilfen die Justiz. Zudem warnt die Polizei regelmäßig vor unterschiedlichen Betrugsformen, darunter aktuell auch Schockanrufe und andere Täuschungsversuche.
Keine öffentliche Stellungnahme zu den Vorwürfen
Karl Ess hat sich zu den aktuellen Betrugsvorwürfen bislang nicht öffentlich geäußert. Deshalb bleibt zunächst abzuwarten, welche weiteren Erkenntnisse die Ermittlungen liefern und wie die Justiz das Verfahren fortsetzt.
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Foto Instagram Carl Ess
