Foto: Jörg Hilgers
Sinkende Wasserstände bedrohten mehrere hundert Tiere
In den Thürer Wiesen im Kreis Mayen-Koblenz hat eine umfangreiche Rettungsaktion mehrere hundert Karpfen vor einer akuten Gefährdung bewahrt. In einem Kolk des Thürer Bachs waren die Wasserstände zuletzt deutlich gesunken. Dadurch verschärfte sich die Lage für die Tiere zunehmend. Die Biotopbetreuung des Kreises Mayen-Koblenz und die Stiftung für Natur und Umwelt im Landkreis Mayen-Koblenz organisierten deshalb eine gemeinsame Umsiedlung.
Nach Angaben der Beteiligten lebten in dem betroffenen Gewässer deutlich zu viele Karpfen auf engem Raum. Darunter befanden sich 100 bis 150 größere Tiere mit Längen von bis zu einem Meter. Zusätzlich schwammen dort mehrere hundert einsömmrige Karpfen. Die gesamte Fischbiomasse wurde auf etwa 250 bis 400 Kilogramm geschätzt. Die Maßnahme sollte verhindern, dass sich die Situation durch weiter sinkende Wasserstände und steigende Temperaturen weiter zuspitzt.
Rettungsaktion für Karpfen in den Thürer Wiesen lief gemeinschaftlich ab
Die Einsatzkräfte fischten die Tiere mit Unterstützung regionaler Angelvereine und unter Einsatz eines Elektrofanggeräts schonend ab. Bei dieser Methode wird kurzzeitig Gleichstrom ins Wasser geleitet. Die Fische schwimmen dadurch zur Anode und die Helfer können sie zügig einsammeln. Anschließend setzten die Beteiligten die Tiere unter Berücksichtigung des Tierwohls in geeignete Gewässer um.
Mehrere Angelvereine aus der Region hatten die Aufnahme der Fische bereits im Vorfeld zugesagt. Sie unterstützten die Aktion außerdem tatkräftig vor Ort. Die fachliche Unterstützung bei Planung und Koordination sowie die Übernahme der Kosten aus Mitteln der Biotopbetreuung erfolgten durch die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord in ihrer Funktion als Obere Fischereibehörde.
Warum die Karpfen in den Thürer Wiesen zum Problem wurden
Bei den Karpfen im Thürer Bach handelt es sich um keine gewässertypische Fischart. In der vorgefundenen Dichte gefährdeten die Tiere nach Einschätzung der Verantwortlichen das empfindliche Ökosystem. Es wird davon ausgegangen, dass der Bestand auf eine frühere Aussetzung zurückgeht. Eine natürliche Regulierung dieses Bestands ist in dem kleinen Gewässer nicht möglich.
Die Rettungsaktion diente deshalb gleich zwei Zielen: Sie sollte das Leiden der Tiere durch möglichen Sauerstoffmangel verhindern und zugleich das sensible Gewässer entlasten. Gerade bei weiter sinkenden Wasserständen hätte sich die Lage schnell verschärfen können.
Schnelles Eingreifen im Kreis Mayen-Koblenz
Die Verantwortlichen bewerten die Maßnahme als dringend notwendig. Das schnelle Handeln schützte sowohl das Tierwohl als auch das ökologische Gleichgewicht im betroffenen Bereich. Die Karpfen Thürer Wiesen standen damit im Mittelpunkt einer Präventivmaßnahme, die nur durch die Zusammenarbeit von Behörden, Stiftung und regionalen Angelvereinen möglich wurde.
Weitere Nachrichten aus der Region findest Du auch in MYK / KO und unter Deutschland. Informationen zur Stiftung für Natur und Umwelt im Landkreis Mayen-Koblenz, zum Projekt Thürer Wiesen sowie zur SGD Nord als Obere Fischereibehörde gibt es auf den offiziellen Seiten.
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