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Kiel-Mettenhof: Polizei richtet Kontrollbereich ein

2. November 2026 4 Minuten gelesen
Kontrollbereich Kiel-Mettenhof

Quelle: Polizeidirektion Kiel

Von Redaktion Blaulicht Report

Die Polizei hat Teile des Kieler Stadtteils Mettenhof erneut zum Kontrollbereich erklärt. Seit dem 22. Oktober 2026 gelten dort erweiterte Kontrollbefugnisse. Hintergrund sind zahlreiche Gewalt-, Eigentums- und Betäubungsmitteldelikte. Zudem sorgten Jugendgruppen an Halloween und am darauffolgenden Sonntag für mehrere Polizeieinsätze.

Kontrollbereich Kiel-Mettenhof: Zahlreiche Straftaten registriert

Die Polizeidirektion Kiel reagiert mit der Einrichtung des Kontrollbereichs auf die anhaltende Kriminalität im Stadtteil. Innerhalb der vergangenen sechs Monate registrierte die Polizei in dem betroffenen Gebiet insgesamt 69 einfache Körperverletzungen sowie 17 gefährliche oder schwere Körperverletzungen.

Hinzu kamen 114 Eigentumsdelikte, darunter 16 Wohnungseinbrüche. Auch der Handel mit Betäubungsmitteln und die damit verbundene Beschaffungskriminalität beschäftigen die Ermittler weiterhin.

Darüber hinaus meldeten Anwohner wiederholt randalierende Personengruppen, Drogenkonsum, Lärm und illegale Pyrotechnik. Besonders im Umfeld eines Jugendtreffs und am Kurt-Schumacher-Platz stellte die Polizei entsprechende Auffälligkeiten fest.

Steinwurf auf Streifenwagen und verletzte Jugendliche

Bereits im Juni verletzte eine Person eine Polizeibeamtin, nachdem sie einen Stein aus einem Hochhaus am Kurt-Schumacher-Platz auf einen Streifenwagen geworfen hatte.

Im August verletzte ein pyrotechnischer Gegenstand mehrere Jugendliche. Unbekannte hatten den Gegenstand aus dem Hochhaus geworfen.

Die Polizei hatte bereits in der Vergangenheit Teile Mettenhofs zeitweise als Kontrollbereich eingestuft. Nach Angaben der Polizeidirektion trugen die damaligen verstärkten Kontrollen dazu bei, die Kriminalität einzudämmen.

Halloween: Jugendgruppen mit bis zu 70 Personen

Am Samstagabend, 31. Oktober 2026, kam es in Mettenhof erneut zu mehreren Polizeieinsätzen. Mit Einbruch der Dunkelheit bildeten sich zunehmend Jugendgruppen mit zeitweise bis zu 70 Personen. Aus diesen Gruppen heraus zündeten Beteiligte wiederholt Feuerwerkskörper.

Besonders auffällig war der Umgang mit sogenannten Molotowcocktails. Bereits am Vortag hatten Einsatzkräfte einen entsprechenden Brandsatz auf einem Schulparkplatz entdeckt.

Am Halloween-Abend entzündeten Unbekannte zwei weitere Brandsätze auf einem unbesetzten Parkplatz und in einem Papiercontainer. Außerdem versuchten sie, ausgeschüttetes Motoröl auf einem Fußweg anzuzünden. Dieser Versuch scheiterte.

Die Polizei leitete entsprechende Ermittlungsverfahren ein. Durch Kontrollen, frühzeitiges Einschreiten und gezielte Ansprachen beruhigten die Einsatzkräfte die Situation im Laufe des Abends.

Sieben Jugendliche brachten die Beamten zur Gefahrenabwehr zur Polizeistation Mettenhof. Dort übergaben sie die Jugendlichen ihren Erziehungsberechtigten.

Weitere Polizeieinsätze am Sonntagabend

Auch am Sonntag, 1. November 2026, sorgten größere Jugendgruppen erneut für Polizeieinsätze. Die Gruppen zündeten Pyrotechnik und verursachten Lärm. Mehrere Notrufe erreichten die Leitstellen von Polizei und Feuerwehr.

Die Jugendgruppen verließen die jeweiligen Einsatzorte fluchtartig und entfernten sich in unterschiedliche Richtungen.

Die Polizei traf acht Personen an und kontrollierte sie. Dabei fanden die Einsatzkräfte zunächst keine relevanten Gegenstände. Die kontrollierten Personen erhielten Platzverweise.

Bei der Durchsuchung eines Jugendlichen entdeckten die Beamten allerdings einen sogenannten Polenböller. Sie stellten den Knallkörper sicher und leiteten ein Strafverfahren wegen eines Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz ein.

Was bedeutet der Kontrollbereich für Bürger?

Der Kontrollbereich Kiel-Mettenhof ermöglicht der Polizei zusätzliche Maßnahmen. Grundlage ist § 181 Absatz 1 Satz 2 Nummer 1 des Landesverwaltungsgesetzes Schleswig-Holstein.

Innerhalb des festgelegten Gebiets dürfen Polizeibeamte unter den gesetzlichen Voraussetzungen auch ohne konkreten Anlass die Identität von Personen feststellen. Außerdem können sie Personen und mitgeführte Gegenstände durchsuchen.

Bei Vorliegen der jeweiligen rechtlichen Voraussetzungen kommen zudem Platzverweise und Ingewahrsamnahmen infrage.

Die Polizei richtet ihre Kontrollen nach der aktuellen Lage aus. Im Mittelpunkt stehen insbesondere Personen, bei denen polizeiliche Erkenntnisse oder ihr Verhalten auf einen Bezug zu den relevanten Delikten hindeuten.

Diese Straßen begrenzen den Kontrollbereich

Der Kontrollbereich Kiel-Mettenhof umfasst Teile des Stadtteils. Folgende Straßen bilden die Grenzen:

  • Norden: Narvikstraße und Faluner Weg
  • Osten: Russeer Weg und Mettenhofzubringer
  • Süden: Hofholzallee und Kopenhagener Allee
  • Westen: Turkuring, Aarhusstraße und Jütlandring

Polizei überprüft Kontrollbereich im Mai 2027

Mit der Maßnahme will die Polizeidirektion Kiel insbesondere Gewalt- und Betäubungsmittelkriminalität sowie damit verbundene Eigentumsdelikte bekämpfen.

Außerdem möchte die Polizei kriminelle Strukturen frühzeitig erkennen, Straftaten langfristig reduzieren und das Sicherheitsgefühl der Menschen in Mettenhof stärken.

Die Polizeidirektion wird die Festlegung des Kontrollbereichs zum 1. Mai 2027 überprüfen.

Weitere Polizeimeldungen findest du in unserer Nachrichtenübersicht.

Wichtige Polizeimeldungen aus der ganzen Welt findest Du hier.

Bei der Erstellung dieses Beitrags wurden KI-Werkzeuge unterstützend eingesetzt. Inhaltliche Prüfung und redaktionelle Verantwortung liegen bei „Blaulicht Report“.

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