Schorndorf: Staatsanwaltschaft ermittelt nach Tod eines Kleinkindes im Auto
Nach dem Tod eines Kleinkindes in Schorndorf bei Stuttgart hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung aufgenommen. Der Vorwurf richtet sich nach Angaben der Behörde gegen die 44 Jahre alte Mutter des etwa 20 Monate alten Mädchens.
Kind soll mehrere Stunden im Fahrzeug geblieben sein
Nach ersten Erkenntnissen der Polizei soll die Frau ihre Tochter über mehrere Stunden in einem geparkten Auto zurückgelassen haben. Als die Mutter kurz vor 15 Uhr zu dem Fahrzeug zurückkehrte und offenbar selbst Hilfe für das bereits leblose Kind holte, kam jede Rettung zu spät.
Die Tragödie ereignete sich auf dem Parkplatz einer Kletterhalle in Schorndorf. Dort wurden zur Mittagszeit Temperaturen von rund 28 Grad im Schatten gemessen. In einem abgestellten Fahrzeug können die Temperaturen innerhalb kurzer Zeit deutlich höher ansteigen und lebensgefährliche Werte erreichen.
Obduktion soll Todesursache klären
Die Staatsanwaltschaft teilte mit, dass noch offen sei, wann die Obduktion des Kindes durchgeführt wird. Die Untersuchung soll weitere Erkenntnisse zu den genauen Todesumständen liefern.
Dabei soll unter anderem geklärt werden, welche Rolle die hohen Temperaturen gespielt haben könnten. Ebenso prüfen die Ermittler, ob möglicherweise andere gesundheitliche Ursachen zum Tod des Mädchens beigetragen haben könnten.
Darüber hinaus steht die Frage im Raum, warum die Mutter ihr Kind über einen längeren Zeitraum im Fahrzeug vergaß. Angaben dazu machten die Ermittlungsbehörden bislang nicht. Auch zum Aufenthaltsort des Vaters während des Vorfalls liegen derzeit keine Informationen vor.
Kinder reagieren besonders empfindlich auf Hitze
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit weist darauf hin, dass Babys und Kleinkinder deutlich empfindlicher auf hohe Temperaturen reagieren als Erwachsene. Kinder schwitzen weniger und können ihren Körper daher schlechter abkühlen.
Hinzu kommt eine höhere Stoffwechselrate, wodurch sie mehr Wärme produzieren. Außerdem ist ihre Hautoberfläche im Verhältnis zum Körpergewicht größer als bei Erwachsenen. Dadurch benötigen sie mehr Zeit, um sich an hohe Temperaturen anzupassen.
Nach Angaben des Instituts steigt das Risiko einer gefährlichen Überhitzung mit sinkendem Alter des Kindes deutlich an. Bereits wenige Minuten in einem aufgeheizten Fahrzeug können für Kinder lebensgefährlich werden.
Ermittlungen dauern an
Die Ermittlungen der Polizei und der Staatsanwaltschaft dauern weiterhin an. Erst die Ergebnisse der Obduktion und die weiteren Untersuchungen sollen ein vollständiges Bild der tragischen Ereignisse in Schorndorf liefern.
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Informationen zum Schutz von Kindern bei hohen Temperaturen stellt das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit bereit. Aktuelle Hinweise der Sicherheitsbehörden veröffentlicht zudem die Polizei Baden-Württemberg.
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