Istanbul/Hamburg. Nach dem Tod einer Hamburger Mutter und ihrer beiden kleinen Kinder in Istanbul sorgt der Fall weiter für große Verunsicherung. Jetzt kommen weitere alarmierende Details ans Licht: Zwei weitere Urlauber aus dem Ausland zeigen ähnliche Symptome einer möglichen Lebensmittelvergiftung in Istanbuler Hotel und liegen in einer Klinik.
Weitere Urlauber mit Vergiftungserscheinungen aus demselben Hotel
Laut Medienberichten handelt es sich bei den neuen Betroffenen um Touristen aus Italien und Marokko. Sie übernachteten im gleichen Hotel im Istanbuler Stadtteil Fatih wie die vierköpfige Familie aus Hamburg. Auch bei ihnen traten starke Beschwerden auf, die auf eine schwere Lebensmittelvergiftung hindeuten, deshalb brachte der Rettungsdienst sie in ein Krankenhaus.
Die Hamburger Familie reiste für eine Woche in die Türkei, um gemeinsam Urlaub zu machen. Doch statt Erholung endete die Reise in einer Tragödie: Vater, Mutter und die beiden Kinder wurden am 11. November reglos im Hotelzimmer gefunden und sofort in eine Klinik gebracht. Die Mutter sowie der sechsjährige Sohn und die dreijährige Tochter starben kurz darauf, der 38-jährige Vater kämpft weiterhin im Krankenhaus ums Überleben.
Weil nun mehrere Gäste desselben Hauses ähnliche Symptome zeigen, rückt das Hotel immer stärker in den Fokus der Ermittlungen. Die Polizei ist vor Ort, befragt Zeugen und sichert Spuren, während gleichzeitig die Klinikärzte um das Leben der Betroffenen kämpfen.
Ursache der mutmaßlichen Lebensmittelvergiftung in Istanbuler Hotel weiter unklar
Nach derzeitigem Stand prüfen die Ermittler, ob Muscheln oder andere Speisen, die die Familie aß, eine Rolle gespielt haben könnten. Eine gesicherte Bestätigung fehlt jedoch, deshalb bleiben viele Fragen offen. Entscheidend ist jetzt, ob sich ein gemeinsamer Nenner bei den Mahlzeiten findet – etwa ein Buffet, ein bestimmtes Gericht oder eine einzelne Zutat.
Auch der Zustand der weiteren Hotelgäste könnte wichtige Hinweise liefern. Zeigen sich identische Symptome und vergleichbare Laborwerte, verdichtet sich der Verdacht auf eine schwere Lebensmittelvergiftung. Gleichzeitig betonen Experten, dass auch andere Ursachen – etwa Giftstoffe oder Gase – in Betracht kommen, solange die Analyse nicht abgeschlossen ist.
Autopsien bringen erste Hinweise – aber keine eindeutige Antwort
Die Obduktionen der verstorbenen Kinder sind laut Berichten abgeschlossen. Bei der äußeren Untersuchung stellten die Mediziner keine offensichtlichen Verletzungen fest, bemerkten allerdings Auffälligkeiten im Magenbereich, darunter Rötungen und lokale Blutungen der Magenwand. Auch bei der im Krankenhaus verstorbenen Mutter fielen Magengeschwüre und starke innere Blutungen auf.
Dennoch reicht dieser Befund bislang nicht, um eine eindeutige Todesursache zu benennen. Deshalb entnahmen die Rechtsmediziner Proben für toxikologische und weitere Laboruntersuchungen. Erst diese Analysen sollen klären, ob tatsächlich eine Lebensmittelvergiftung in Istanbuler Hotel den Tod der Mutter und der Kinder ausgelöst hat oder ob andere Faktoren eine Rolle spielten.
Die Angehörigen haben die Leichname inzwischen im Institut für Rechtsmedizin übernommen. Die Familie plant, Mutter und Kinder in der westanatolischen Stadt Afyonkarahisar zu bestatten. Während die Trauer in Deutschland und der Türkei groß ist, hofft der überlebende Vater auf vollständige Aufklärung.
Was Urlauber jetzt beachten sollten
Der Fall zeigt eindrücklich, wie wichtig ein vorsichtiger Umgang mit Speisen und Getränken auf Reisen ist. Urlauber sollten insbesondere bei leicht verderblichen Lebensmitteln wie Meeresfrüchten auf eine einwandfreie Kühlung achten und Speisen meiden, die nicht ausreichend durchgegart wirken. Bei plötzlich einsetzender Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen oder Durchfall nach einer Mahlzeit sollten Betroffene zügig ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
Grundsätzlich informieren offizielle Stellen in Deutschland über Risiken rund um Lebensmittelvergiftungen und geben praxisnahe Tipps zur Vorbeugung. Zudem lohnt sich vor jeder Auslandsreise ein Blick in aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise, damit Touristen Gesundheitsrisiken besser einschätzen können.
Bis die Behörden die genaue Ursache in Istanbul geklärt haben, bleibt der tragische Fall ein mahnendes Beispiel. Die Ermittler in der Türkei stehen unter Druck, damit sich Gäste sicher fühlen und Angehörige endlich Gewissheit darüber bekommen, was im Hotelzimmer der Familie wirklich geschah.
Aktuelle Meldungen zu schweren Vorfällen und weiteren Fällen mit Auslandsbezug finden Sie auch in unserer Rubrik News sowie im Bereich Weltweit. Weitere Berichte über deutsche Opfer im Ausland haben wir unter dem Schlagwort „deutsche Opfer Ausland“ gebündelt.
Hintergrundinformationen und Ratgeber zum Thema Lebensmittelvergiftungen stellt unter anderem das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bereit. Ergänzend informiert das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) über den Schutz vor lebensmittelbedingten Infektionen und Intoxikationen.
