Leere Busse im Rhein-Lahn-Kreis sind kein Zeichen falscher Planung
Wer im Rhein-Lahn-Kreis einen scheinbar leeren Bus auf der Straße sieht, stellt sich häufig die Frage, warum dieser ohne Fahrgäste unterwegs ist. Die Kreisverwaltung macht deutlich: Solche Fahrten sind kein Hinweis auf eine fehlerhafte Planung, sondern Teil eines komplexen Systems der Schülerbeförderung und des öffentlichen Personennahverkehrs.
Schülerverkehr bestimmt den Fahrzeugeinsatz
Die Anzahl und Größe der eingesetzten Busse richtet sich im Rhein-Lahn-Kreis in erster Linie nach den Anforderungen des Schülerverkehrs. Täglich befördern rund 132 Busse mehr als 9.900 Schülerinnen und Schüler zu insgesamt 42 Schulen im Kreisgebiet.
Die Fahrzeuge starten dabei in der Regel von zentralen Depots aus und fahren zunächst leer zu ihrer ersten Linienfahrt. Nach dem Ende einzelner Fahrten oder nach dem Halt an Schulen entstehen ebenfalls Leerfahrten, wenn die Busse zu anderen Einsatzorten wechseln müssen.
Leerfahrten sichern das Grundangebot im ÖPNV
Viele Busse übernehmen nach dem Schulverkehr weitere Aufgaben im öffentlichen Personennahverkehr. Sie sorgen dafür, dass Bürgerinnen und Bürger Arzttermine wahrnehmen, einkaufen oder ihren Arbeitsplatz erreichen können.
Die dabei erzielten Fahrgeldeinnahmen leisten einen wichtigen Beitrag zur Finanzierung des Nahverkehrsangebots. Fahrgäste nutzen hierfür unter anderem das Deutschlandticket, Jobtickets, Gästetickets oder klassische Einzelfahrscheine.
Weitere Informationen zum Thema Verkehr finden Interessierte auch auf BlaulichtMYK Verkehr sowie im Bereich Deutschland.
Nachfragespitzen bestimmen die Busgrößen
Vor allem zu Schulbeginn und Schulende entstehen hohe Nachfragespitzen. Gegen Mittag fahren die Busse zunächst Grundschulkinder nach Hause, anschließend folgen ältere Schülerinnen und Schüler. Am Nachmittag kommen weitere Fahrten für Betreuungs- und Ganztagsschüler hinzu.
Nach Angaben der Kreisverwaltung wäre der Einsatz zusätzlicher kleinerer Fahrzeuge wirtschaftlich nicht sinnvoll. Zusätzliche Busse würden weitere Anschaffungs-, Betriebs- und Wartungskosten verursachen. Gleichzeitig entstünden auch zusätzliche Leerfahrten zwischen Depots und Einsatzorten.
Linienangebot wird regelmäßig überprüft
Nach Angaben der Kreisverwaltung werden Fahrgastzahlen kontinuierlich beobachtet. Ziel ist es, wenig genutzte Verbindungen zu identifizieren und gegebenenfalls durch Strecken mit größerem Fahrgastpotenzial zu ersetzen.
Geschäftsbereichsleiter Harald Fuchs, der unter anderem für die Bereiche ÖPNV und Schülerbeförderung zuständig ist, betont, dass einzelne Fahrten durchaus ohne Fahrgäste stattfinden können. Diese müssten jedoch regelmäßig überprüft und bewertet werden.
Fazit
Leere Busse im Rhein-Lahn-Kreis entstehen häufig durch betriebliche Abläufe im Schülerverkehr und im öffentlichen Nahverkehr. Sie sind meist kein Zeichen mangelnder Nachfrage oder einer fehlerhaften Planung. Vielmehr ermöglichen sie den reibungslosen Transport von Tausenden Schülerinnen und Schülern sowie ein flächendeckendes Mobilitätsangebot für die Bevölkerung.
Weitere Informationen zum öffentlichen Nahverkehr bietet die Kreisverwaltung Rhein-Lahn. Informationen zum Nahverkehr in Rheinland-Pfalz finden sich zudem beim Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz.
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