Zwei Tote nach Fahrt durch Fußgängerzone
Die Amokfahrt in der Leipziger Fußgängerzone erschüttert Sachsen: Am Montagnachmittag raste ein Auto durch die belebte Innenstadt und hinterließ eine Spur der Verwüstung. Zwei Menschen verloren dabei ihr Leben, mehrere weitere wurden teils schwer verletzt. Der Vorfall ereignete sich gegen 16:45 Uhr im Bereich Augustusplatz und Grimmaische Straße.
Fahrer rast 600 Meter durch Menschenmenge
Nach bisherigen Erkenntnissen steuerte der 33-jährige Deutsche Jeffrey K. einen beigefarbenen Volkswagen Taigo mit hoher Geschwindigkeit in die Fußgängerzone. Über eine Strecke von rund 600 Metern soll er mit etwa 80 km/h durch die Menschenmenge gefahren sein. Augenzeugen berichten von dramatischen Szenen, in denen Passanten erfasst wurden und panisch versuchten, sich in Sicherheit zu bringen.
Ein 77-jähriger Mann aus Leipzig sowie eine 63-jährige Frau aus Oberfranken erlagen ihren Verletzungen. Mehrere weitere Personen mussten medizinisch versorgt werden.
Täter kurz zuvor in psychiatrischer Behandlung
Besonders brisant: Der mutmaßliche Täter befand sich noch einen Tag vor der Tat in psychiatrischer Behandlung. Die Amokfahrt in Leipzig wirft daher auch Fragen zum Umgang mit psychisch auffälligen Personen auf. Laut aktuellen Informationen hatte sich der Mann selbst in eine Einrichtung eingewiesen und sei schon vor der Tat polizeibekannt gewesen.
Die Entlassung erfolgte offenbar nicht freiwillig. Berichten zufolge soll es zu aggressivem Verhalten gegenüber anderen Patienten gekommen sein. Ob im Zuge der Entlassung Behörden informiert wurden, ist derzeit unklar.
Festnahme ohne Widerstand
Erst ein Poller stoppte die Fahrt des Fahrzeugs. Einsatzkräfte nahmen den Fahrer dort ohne Gegenwehr fest. Zeugen schildern, er habe währenddessen apathisch im Fahrzeug gesessen.
Nach der Festnahme untersuchten Ärzte den Tatverdächtigen. Aufgrund seiner psychischen Verfassung gilt er aktuell als nicht haftfähig und befindet sich wieder in medizinischer Betreuung.
Ermittlungen laufen auf Hochtouren
Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen zweifachen Mordes sowie versuchten Mordes in weiteren Fällen. Die Amokfahrt in Leipzig bleibt weiterhin Gegenstand intensiver Ermittlungen. Eine politische Motivation schließen die Behörden derzeit aus.
Die Innenstadt rund um den Tatort bleibt abgesperrt, während Ermittler Spuren sichern und den genauen Ablauf rekonstruieren. Auch mögliche Hintergründe im persönlichen Umfeld des Täters werden geprüft.
Weitere Informationen stellt die Polizei Sachsen bereit. Aktuelle Entwicklungen zu ähnlichen Fällen finden Sie auch unter News und Deutschland.
