Nach den gewalttätigen Ausschreitungen beim Zweitliga-Derby zwischen dem 1. FC Magdeburg und Dynamo Dresden hat das Landgericht Magdeburg einen 29-Jährigen zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Der Mann hatte eine rund 15 Kilogramm schwere Betonplatte gezielt auf einen Polizisten geworfen. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm versuchten Mord vorgeworfen. Das Gericht sah jedoch keine Tötungsabsicht.
Haftstrafe nach Angriff auf Polizisten in Magdeburg
Der 29-jährige Max R. musste sich seit Ende Juli vor dem Landgericht Magdeburg verantworten. Die Staatsanwaltschaft forderte eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren wegen versuchten Mordes.
Das Gericht folgte dieser Einschätzung jedoch nicht. Stattdessen verurteilte es den Mann wegen schwerer Körperverletzung zu drei Jahren und sechs Monaten Haft.
Der Angeklagte hatte die Tatvorwürfe während des Prozesses eingeräumt. Den Vorwurf des versuchten Mordes wies er allerdings zurück. Zudem zahlte er dem verletzten Polizeibeamten ein Schmerzensgeld von 2.000 Euro.
15 Kilogramm schwere Betonplatte trifft Polizisten am Helm
Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft hatte Max R. bei den Ausschreitungen eine führende Rolle eingenommen. Er soll die Betonplatte aus einer Entfernung von drei bis sechs Metern gezielt in Richtung eines Polizeibeamten geworfen haben.
Der Polizist stand zu diesem Zeitpunkt in einer Polizeikette. Die Betonplatte traf seinen Helm. Dabei erlitt er eine Platzwunde am linken Auge. Aufgrund seiner Verletzung konnte der Beamte zwei Wochen lang keinen Dienst leisten.
Die Staatsanwaltschaft ging davon aus, dass der Angeklagte den Tod des Polizisten zumindest billigend in Kauf genommen hatte. Sie verwies dabei auf das Gewicht der Betonplatte, die geringe Entfernung und die Wucht des Aufpralls.
Polizeigewerkschaft kritisiert Urteil deutlich
Die Haftstrafe nach dem Angriff auf den Polizisten sorgt bei der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) für deutliche Kritik.
Der DPolG-Bundesvorsitzende Heiko Teggatz bezeichnete die Strafe als zu milde. Aus seiner Sicht habe der Täter mit dem Wurf der schweren Betonplatte den möglichen Tod des Beamten in Kauf genommen.
Teggatz erklärte außerdem, dass die Gewerkschaft davon ausgehe, dass die Staatsanwaltschaft Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen werde. Ob dies tatsächlich geschieht, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor.
Mehr als 70 Polizeikräfte bei Ausschreitungen verletzt
Bei den gewalttätigen Ausschreitungen rund um das Zweitliga-Derby zwischen Magdeburg und Dresden erlitten insgesamt mehr als 70 Polizistinnen und Polizisten Verletzungen.
Bereits unmittelbar nach den Vorfällen hatte die Deutsche Polizeigewerkschaft Geisterspiele in Magdeburg bis zum Saisonende gefordert. Damit wollte sie den Schutz der Einsatzkräfte und unbeteiligter Menschen stärker in den Mittelpunkt rücken.
Die DPolG wünschte dem betroffenen Polizeibeamten sowie allen weiteren verletzten Einsatzkräften eine gute Genesung und eine erfolgreiche Verarbeitung der Ereignisse.
Die Haftstrafe nach dem Angriff auf den Polizisten beträgt damit drei Jahre und sechs Monate. Die Staatsanwaltschaft hatte hingegen eine sechsjährige Freiheitsstrafe gefordert.
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Bei der Erstellung dieses Beitrags wurden KI-Werkzeuge unterstützend eingesetzt. Inhaltliche Prüfung und redaktionelle Verantwortung liegen bei „Blaulicht Report“.
