CO2-Austritt in Horn-Bad Meinberg
Ein umfangreicher ABC-Einsatz beschäftigte am Mittwochmorgen (04. März 2026) die Feuerwehr in Horn-Bad Meinberg. Um 07:52 Uhr alarmierte die Leitstelle die Einsatzkräfte zunächst mit dem Stichwort „ABC 2 – Gasaustritt im Gebäude“. Aufgrund neuer Erkenntnisse erhöhte die Einsatzleitung kurze Zeit später die Alarmstufe auf „ABC 3 – Austritt Gefahrgut“. Einsatzort war das Kurgastzentrum im historischen Kurpark.
Zwei bewusstlose Personen im Foyer entdeckt
Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte fanden Feuerwehrleute im Foyer des Gebäudes zwei bewusstlose Personen vor. Einsatzkräfte unter schwerem Atemschutz retteten beide Betroffenen aus dem Gefahrenbereich. Gleichzeitig bestätigte sich die Auslösung einer im Keller installierten CO₂-Warnanlage.
Messungen ergaben eine deutlich erhöhte Kohlendioxid-Konzentration. Auch außerhalb des Gebäudes stellten Einsatzkräfte erhöhte Werte fest. Insgesamt fünf Personen erlitten Verletzungen und wurden vom Rettungsdienst medizinisch versorgt.
Großräumige Absperrungen im Kurpark
Da die Ursache zunächst unklar blieb und hohe CO₂-Werte gemessen wurden, sperrte die Feuerwehr gemeinsam mit dem städtischen Baubetriebshof den Zugang zum historischen Kurpark vollständig ab. Mehrere Gebäude innerhalb des Absperrbereichs mussten geräumt werden.
Darunter befanden sich unter anderem eine Arztpraxis sowie eine Praxis für Ergotherapie. Gleichzeitig überprüften Einsatzkräfte mögliche Gefährdungen für angrenzende Wohngebäude, Pflegeeinrichtungen und eine Reha-Klinik.
Hierfür führten Feuerwehr und Spezialkräfte umfangreiche Messungen durch, unter anderem auch in der Kanalisation. Dabei konnten jedoch keine erhöhten CO₂-Werte festgestellt werden.
Natürliche Mofette als Ursache entdeckt
Im weiteren Verlauf der Ermittlungen lokalisierten die Einsatzkräfte die Ursache des Gasaustritts. In unmittelbarer Nähe zum Kurgastzentrum befindet sich eine sogenannte Mofette – eine natürliche, vulkanische Austrittsstelle für Kohlendioxid.
Aus dieser trat aus bislang ungeklärter Ursache massiv CO₂ aus. Der vor Ort eingesetzte ABC-Zug des Kreis Lippe führte daraufhin umfangreiche Messungen im gesamten Nahbereich des Kurparks sowie rund um das Kurgastzentrum durch.
Die Arbeiten gestalteten sich schwierig, da das Gas weiterhin hör- und sichtbar austrat. Deshalb mussten zahlreiche Maßnahmen unter schwerem Atemschutz durchgeführt werden.
Aufwendige Maßnahmen zur Eindämmung
Mehrere Fachfirmen, Vertreter des Landesverbandes Lippe sowie Fachberater unterstützten die Einsatzleitung bei der Bewertung möglicher Maßnahmen. Ziel war es, den massiven CO₂-Austritt zu kontrollieren und die Gefahr für Besucher sowie Anwohner zu beseitigen.
Erst gegen Abend gelang es den Einsatzkräften, den Gasaustritt weitgehend unter Kontrolle zu bringen. Anschließend begannen Feuerwehrleute damit, die betroffenen Gebäude intensiv zu be- und entlüften.
Dafür setzten Einsatzkräfte mehrere Hochleistungs-Lüfter ein. Auch diese Arbeiten mussten teilweise unter Atemschutz erfolgen.
120 Einsatzkräfte bis in die Nacht im Einsatz
Die umfangreichen Maßnahmen dauerten bis in die späten Abendstunden. Erst gegen 23 Uhr meldete die Feuerwehr die Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft.
Insgesamt rund 120 Einsatzkräfte der Feuerwehr waren vor Ort. Der Kreis Lippe unterstützte mit dem ABC-Zug, einem Abrollbehälter Atemschutz sowie dem stellvertretenden Kreisbrandmeister.
Der Rettungsdienst war mit fünf Rettungswagen, einem Notarzt, dem organisatorischen Leiter Rettungsdienst sowie dem leitenden Notarzt im Einsatz. Zudem unterstützten die Polizei NRW und der kommunale Ordnungsdienst die Maßnahmen.
Auch der städtische Baubetriebshof arbeitete bis in die Abendstunden an der Einsatzstelle. Mehrfach verschaffte sich zudem der Bürgermeister der Stadt Horn-Bad Meinberg persönlich einen Überblick über die komplexe Lage.
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