Menschenhandel auf Mallorca: Polizei befreit 15 Frauen aus Sklaverei
Palma de Mallorca gilt für Millionen Touristen als Traumziel. Doch hinter der Fassade aus Sonne, Strand und Luxus verbarg sich ein grausames Verbrechen. Die spanische Policía Nacional hat auf Mallorca einen Menschenhändlerring zerschlagen, der überwiegend asiatische Frauen unter falschen Versprechungen auf die Insel lockte und sie dort systematisch ausbeutete.
Falsche Jobangebote als perfide Masche
Über soziale Netzwerke versprach die kriminelle Organisation ihren Opfern legale Arbeitsplätze als Masseurinnen, Köchinnen, Reinigungskräfte oder Pflegepersonal. Viele der Frauen stammten aus China und hofften auf einen Neuanfang in Europa. Kaum in Palma angekommen, nahm der Albtraum jedoch seinen Lauf.
Die Täter brachten die Frauen direkt in Bordelle, nahmen ihnen ihre Pässe ab und entzogen ihnen jede Bewegungsfreiheit. Laut Polizei mussten die Opfer rund um die Uhr zur Prostitution bereitstehen und durften keine Kunden ablehnen. Flucht war nahezu unmöglich.
Polizei spricht von einem Regime der Sklaverei
Die Ermittler beschreiben die Zustände als moderne Sklaverei. Neben der Zwangsprostitution mussten die Frauen putzen und einen Großteil ihrer Einnahmen abgeben. Zusätzlich zwang das Netzwerk sie dazu, Drogen und Potenzmittel an Kunden zu verkaufen.
Ein Polizeisprecher erklärte, die Täter hätten die Opfer permanent überwacht, transportiert und vollständig kontrolliert. Gewalt, Einschüchterung und psychischer Druck bestimmten den Alltag der Frauen.
Flucht einer Frau bringt Ermittlungen ins Rollen
Bereits vor neun Monaten erhielt die Polizei erste anonyme Hinweise. Der entscheidende Durchbruch gelang jedoch erst, als einer der Frauen die Flucht gelang. Sie wandte sich an die Behörden und sagte umfassend aus. Diese Aussage ermöglichte gezielte Ermittlungen gegen den Betreiber eines bereits 2024 aufgeflogenen illegalen Bordells in Palma.
Großrazzia: Bordelle geschlossen, Täter verhaftet
Bei einer koordinierten Razzia durchsuchten Einsatzkräfte insgesamt zehn Objekte. Drei Bordelle wurden geschlossen, 15 Frauen aus der Gewalt der Täter befreit. Die Polizei nahm 14 Beschuldigte fest und brachte sie in Untersuchungshaft.
Die Beamten stellten umfangreiches Beweismaterial sicher: Datenträger, Waffen, fünf Luxusfahrzeuge, Schmuck, teure Uhren sowie rund 190.000 Euro Bargeld. Die Ermittler sprechen von der vollständigen Zerschlagung des Netzwerks in Palma de Mallorca.
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