Mord beim Segeln: Prozess um Todeskampf in der Ostsee
Ein Segeltrip endet tödlich, und jetzt klärt ein Berliner Gericht die entscheidende Frage: War es Mord beim Segeln oder ein gescheiterter Rettungsversuch? Zwei langjährige Segelkameraden gerieten auf einem Trimaran in einen heftigen Streit. Kurz danach trieb einer von ihnen leblos im Wasser.
Was am 1. August 2024 auf der „Jolly Rose“ geschah
Nach einer Regatta segelten die beiden Männer auf dem Trimaran „Jolly Rose“ weiter. Laut Anklage eskalierte die Lage auf See, und der 65-jährige Andreas F. soll seinen Segelfreund, den 71-jährigen Berliner Rechtsanwalt Thomas B., im Schärenmeer vor Schweden heimtückisch ertränkt haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Andreas F. zuvor schwere Verletzungen verursachte und danach eine Entdeckung verhindern wollte.
Besonders brisant: Es existiert ein Video aus dem Wasser. Es zeigt laut Berichten einen erbarmungslosen Kampf, und die Aufnahmen spielen im Prozess eine zentrale Rolle. Genau deshalb diskutiert das Gericht jeden Handgriff, jede Bewegung und jede Sekunde.
Anklage und Verteidigung: Mord beim Segeln oder Rettung?
Die Anklage zeichnet ein klares Bild. Sie sieht keinen Rettungsversuch, sondern einen gezielten Angriff. Demnach drückte der Angeklagte sein Opfer so lange unter Wasser, bis Luftblasen aufstiegen.
Andreas F. bestreitet das. Er stellt den Vorfall als Unglück dar. Er behauptet, er habe helfen wollen, aber irgendwann fehlte ihm die Kraft. Diese Version überzeugt das Gericht bislang nicht, und deshalb läuft der Prozess weiter.
Die Aussage der Ehefrau sorgt für neue Details
Im Gericht sagte Birgit F. aus, die als Ehefrau das Zeugnis verweigern dürfte. Sie entschied sich dennoch für eine Aussage. Sie beschrieb ihren Mann als zugewandt und beliebt. Gleichzeitig sprach sie über frühere Probleme mit Alkohol und Depressionen. Außerdem erwähnte sie berufliche Konflikte aus der Vergangenheit. Im Saal wirkte der Angeklagte dabei auffällig emotional.
Der Fall bleibt auch deshalb so aufgeladen, weil sich vieles im Wasser abspielte und nur wenige objektive Spuren existieren. Das Gericht konzentriert sich nun auf die Gesamtschau aus Video, Zeugenaussagen und Ablauf auf dem Boot. Ein Urteil erwartet das Gericht am 13. Januar.
Mehr Informationen findest Du auch bei offiziellen Stellen: Staatsanwaltschaft Berlin, Landgericht Berlin (Strafsachen) und Polizei Berlin. Außerdem lohnt sich ein Blick in unsere Rubriken Deutschland und Verkehr, weil wir dort regelmäßig ähnliche Gerichts- und Einsatzlagen einordnen.
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