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München: Erst auf Lkw-Ladefläche, dann in Auto „gepfercht“

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Die Bundespolizei hat Sonntagnacht (8. Mai) auf der B2 eine gefährliche Schleusung beendet. Die Beamten stoppten im Rahmen der Grenzkontrollen nahe Mittenwald einen Pkw mit italienischen Kennzeichen. In dem Auto mit fünf Sitzplätzen befanden sich nicht weniger als acht Personen.

Am Steuer des Wagens saß ein albanischer Staatsangehöriger. Er beförderte insgesamt sieben Personen. Sechs der türkischen Migranten, eine 35-jährige Mutter mit ihren vier Kindern (5, 8, 9, 11) und ihrem Baby, mussten auf der Rückbank Platz nehmen – von Kindersitzen und Baby-Schale keine Spur. Sicherheitsgurte konnten wohl aus Platzgründen nicht angelegt werden.

Der Vater, der auf dem Beifahrersitz mitgefahren war, gab an, dass er und seine Familie keine andere Wahl gehabt hätten, als in dem Auto mitzufahren. Der Tour in dem überfüllten Pkw sei eine Fahrt auf der Ladefläche eines Lastkraftwagens vorausgegangen. Vermutlich habe sie der Lkw-Fahrer noch in Italien an einer Tankstelle abgesetzt. Dort wäre dann der albanische Autofahrer auf sie zugekommen. Die offenkundig organisierte Schleusung habe ihn insgesamt mehrere tausend Euro gekostet. Er musste mit Frau und Kindern aus der Türkei fliehen, da sie dort vom Militär verfolgt worden wären.

Die türkische Familie wurde nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen einer Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge zugeleitet. Gegen den albanischen Autofahrer, der in Italien gemeldet ist, ermittelt die Bundespolizei in Garmisch-Partenkirchen nicht nur wegen Einschleusens von Ausländern unter gefährlichen Bedingungen, sondern auch noch wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis. Einen Führerschein konnte er nämlich nicht vorweisen. Diesen habe er angeblich zuhause irgendwo verlegt. Dem Antrag der Staatsanwaltschaft entsprechend wurde der 28-Jährige auf richterliche Entscheidung hin in München in Untersuchungshaft genommen.

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