Mysteriöser Knochenfund am Rhein: Welches Geheimnis verbirgt der alte Fiat?
Königswinter. Ein jahrzehntelang im Rhein verborgenes Autowrack und menschliche Knochen beschäftigen derzeit die Bonner Kriminalpolizei. Das extreme Niedrigwasser hatte zunächst einen stark verrosteten Fiat 126 bei Niederdollendorf zum Vorschein gebracht. Nachdem Einsatzkräfte das Fahrzeug geborgen hatten, entdeckten Feuerwehrleute in der Nähe zahlreiche Knochenfragmente. Allerdings ist bislang völlig unklar, ob zwischen dem Auto und dem Knochenfund am Rhein ein Zusammenhang besteht.
Niedrigwasser legt alten Fiat im Rhein frei
Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Königswinter entdeckten das Wrack bereits Anfang August während einer Fahrt mit einem Rettungsboot. Zunächst hielten die Einsatzkräfte den aus dem Wasser ragenden Teil offenbar für einen größeren Stein. Bei einer genaueren Betrachtung erkannten sie jedoch, dass sich darunter ein Fahrzeug befand.
Am 18. August ließ das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt den Kleinwagen schließlich mit einem Bagger aus dem Rhein ziehen. Dabei handelte es sich um einen Fiat 126, der vermutlich zwischen 1976 und 1984 produziert wurde. Weil Wasser und Korrosion das Fahrzeug über viele Jahre stark beschädigt hatten, fanden die Ermittler zunächst keine Hinweise auf den früheren Besitzer.
Die Polizei Duisburg berichtete zunächst offiziell über die Bergung des Autowracks. Zu diesem Zeitpunkt lagen den Behörden weder Hinweise auf ein Kapitaldelikt noch auf einen passenden Vermisstenfall vor.
Knochenfund am Rhein nimmt unerwartete Wendung
Mehrere Tage nach der Bergung kontrollierten Feuerwehrleute den Bereich am Rheinufer erneut. Dort entdeckten sie zunächst einzelne Knochen. Bei weiteren Suchen kamen allerdings zahlreiche zusätzliche Fragmente zum Vorschein. Der Fundort lag in dem Bereich, in dem der Bagger das verrostete Fahrzeug zuvor bewegt hatte.
Daraufhin informierten die Einsatzkräfte die Polizei. Spezialisten der Kriminaltechnischen Untersuchungsstelle untersuchten anschließend das Gelände und sicherten weitere Spuren. Nach Angaben eines Polizeisprechers handelt es sich bei den gefundenen Knochen um menschliche Überreste.
Rechtsmedizin soll Identität klären
Die Ermittler übergaben sämtliche Knochenfragmente der Rechtsmedizin in Köln. Dort wollen Fachleute nun klären, von welcher Person die Überreste stammen und wie lange sie bereits am Rheinufer lagen. Außerdem versuchen sie, verwertbares DNA-Material zu gewinnen. Ein genetisches Profil könnte anschließend einen Abgleich mit ungeklärten Vermisstenfällen ermöglichen.
Bislang kennt die Bonner Polizei jedoch keinen Vermisstenfall, der eindeutig zu dem alten Fiat passen würde. Deshalb prüfen die Ermittler derzeit mehrere Möglichkeiten. Einerseits könnten Fahrzeug und Knochen miteinander verbunden sein. Andererseits könnten die starke Strömung sowie Veränderungen im Flussbett die Überreste unabhängig voneinander an diesen Ort gebracht haben.
Steckt hinter dem Fund eine Straftat?
Diese entscheidende Frage können die Behörden momentan nicht beantworten. Der Knochenfund am Rhein allein belegt noch kein Verbrechen. Dennoch sicherte die Polizei das Autowrack vorsorglich, damit Fachleute es noch einmal gründlich untersuchen können. Außerdem will die Kriminalpolizei nachvollziehen, wann und auf welche Weise der Fiat in den Rhein gelangte.
Die Ermittler suchen dabei unter anderem nach einer Fahrgestellnummer oder anderen Merkmalen, die trotz der massiven Korrosion erhalten geblieben sein könnten. Sobald sie den letzten Halter identifizieren, könnten sich möglicherweise neue Ermittlungsansätze ergeben.
Auch die Feuerwehr Königswinter spielte bei der Entdeckung eine entscheidende Rolle. Ohne das außergewöhnliche Niedrigwasser wäre das jahrzehntelang verborgene Fahrzeug vermutlich weiterhin unbemerkt auf dem Grund des Rheins geblieben.
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Die Ermittlungen dauern an. Ob die Knochen zu einer vermissten Person gehören und ob eine Verbindung zu dem geborgenen Fiat besteht, müssen die weiteren rechtsmedizinischen und kriminaltechnischen Untersuchungen zeigen.
