Wittlich. Nach dem illegalen Tuningtreffen in Wittlich am Samstagabend laufen die Ermittlungen mit Hochdruck weiter. Nachdem die Polizei bereits in der Nacht umfangreiche Maßnahmen eingeleitet hatte, richtet sich der Blick der Ermittler nun verstärkt auf mögliche Zeugen sowie vorhandene Foto- und Videoaufnahmen. Deshalb hat die Polizei ein eigenes Hinweisportal freigeschaltet.
Dort können Zeugen ihre Beobachtungen schildern und gleichzeitig Bilder oder Videos hochladen. Darüber hinaus besteht nach Angaben der Polizei die Möglichkeit, Hinweise anonym zu übermitteln. Die Kriminalpolizeiinspektion Wittlich führt die weiteren Ermittlungen.
Illegales Tuningtreffen in Wittlich sorgt für Großeinsatz
Das Treffen hatte am Samstagabend, 19. September 2026, einen größeren Polizeieinsatz ausgelöst. Gegen 23 Uhr erhielt die Polizei Kenntnis von der nicht genehmigten Veranstaltung auf einem Firmengelände in Wittlich. Als erste Einsatzkräfte eintrafen, attackierten nach Angaben der Polizei vermummte Personen unmittelbar Beamte und Einsatzfahrzeuge. Deshalb zogen sich die ersten Kräfte zunächst zurück.
Auf dem Gelände befanden sich zu diesem Zeitpunkt mehrere hundert Fahrzeuge. Außerdem schätzte die Polizei die Zahl der anwesenden Personen auf einen vierstelligen Bereich. Während des Treffens beschädigten Teilnehmer laut Polizei unter anderem Beleuchtungseinrichtungen, Firmenfahrzeuge sowie Schranken benachbarter Firmengelände.
Zudem brannten Mülleimer, während Teilnehmer mehrfach Feuerwerkskörper zündeten. Darüber hinaus führte die Polizei an, dass Fahrzeuge sogenannte Drifts ausführten. Personen liefen außerdem über das Dach eines Firmengebäudes sowie über abgestellte Lastwagen.
Polizei zieht zusätzliche Einsatzkräfte zusammen
Im weiteren Verlauf verstärkte die Polizei ihre Präsenz erheblich. Einsatzkräfte umliegender Dienststellen sowie der Bereitschaftspolizei unterstützten die Maßnahmen. Gleichzeitig richtete die Polizei Kontrollstellen ein. Dadurch wollten die Beamten einerseits abreisende Teilnehmer kontrollieren und andererseits die Anreise weiterer Personen verhindern.
Zusätzlich kamen ein Polizeihubschrauber sowie eine Drohne des Landkreises zum Einsatz. Auch die Feuerwehr unterstützte die Maßnahmen. Insgesamt kontrollierte die Polizei nach eigenen Angaben 70 Personen und Fahrzeuge. Außerdem stellten die Einsatzkräfte verschiedene Beweismittel sicher, darunter zwei Fahrzeuge.
Weitere Polizeieinsätze aus der Region haben wir bereits mehrfach begleitet. So kam es beispielsweise in Wittlich zu einem größeren Polizeieinsatz an der Römischen Villa. Auch bei anderen Ermittlungen in Wittlich war die Mithilfe von Zeugen entscheidend, wie etwa bei der Fahndung nach einem mutmaßlichen Voyeur.
Kriminalpolizei bittet um Fotos und Videos
Nach dem illegalen Tuningtreffen in Wittlich konzentrieren sich die Ermittler nun insbesondere auf vorhandenes Bild- und Videomaterial. Zeugen können entsprechendes Material direkt über das neue Hinweisportal an die Polizei übermitteln.
Das Hinweisportal der Polizei ist hier erreichbar:
Hinweise, Fotos und Videos zum Tuningtreffen übermitteln
Weitere Informationen veröffentlicht außerdem das Polizeipräsidium Rheinland-Pfalz.
Auch andere Fälle zeigen, wie wichtig Hinweise aus der Bevölkerung für Ermittlungen sein können. Auf Blaulicht-Report berichteten wir beispielsweise über verdächtige Gegenstände und eine unechte Schusswaffe sowie über einen Fahrzeugbrand nach einem Unfall bei Alflen. Bereits in der Vergangenheit beschäftigten zudem größere Ermittlungsverfahren die Behörden in Wittlich, darunter das Tötungsdelikt auf der Wittlicher Säubrennerkirmes.
Ermittlungen dauern weiter an
Die Ermittler prüfen nach dem Tuningtreffen unter anderem den Verdacht des Landfriedensbruchs, Sachbeschädigungen sowie weitere Straftaten und Ordnungswidrigkeiten. Wie hoch der entstandene Sachschaden insgesamt ausfällt, steht derzeit noch nicht fest.
Die Polizei hofft deshalb auf weitere Hinweise. Wer das Geschehen beobachtet oder Fotos beziehungsweise Videos aufgenommen hat, kann das Material über das eingerichtete Portal übermitteln. Insbesondere Aufnahmen aus der Nacht könnten den Ermittlern dabei helfen, einzelne Vorgänge sowie beteiligte Personen oder Fahrzeuge nachzuvollziehen.
