Millionen-Razzia bei Pflegedienst: Luxusautos, Schmuck und Vermögen sichergestellt
Düsseldorf/Mettmann (NRW) – Mehr als 200 Einsatzkräfte sind bei einer großangelegten Razzia gegen mutmaßlichen Pflegebetrug in NRW vorgegangen. Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen Vorwürfe rund um die Abrechnung ambulanter Intensivpflege. Nach Angaben der Ermittlungsbehörden liegt der mutmaßliche Gesamtschaden derzeit bei rund elf Millionen Euro.
Die Ermittlungen richten sich gegen insgesamt 13 Beschuldigte im Alter zwischen 20 und 54 Jahren. Die Staatsanwaltschaft Wuppertal führt das Verfahren gemeinsam mit der Polizei Düsseldorf, dem Hauptzollamt Düsseldorf und dem Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität NRW.
Verdacht: Intensivpflege mit nicht ausreichend qualifiziertem Personal
Die Ermittler gehen dem Verdacht nach, dass die Beschuldigten Leistungen für ambulante Intensivpflege gegenüber Krankenkassen abgerechnet haben sollen, obwohl diese nicht oder nicht vollständig erbracht worden seien. Zudem sollen teilweise Mitarbeiter eingesetzt worden sein, die nicht über die erforderliche Qualifikation verfügten.
Nach anonymen Hinweisen nahmen die Behörden bereits im Dezember 2025 die Ermittlungen auf. Bei der großangelegten Durchsuchungsaktion rückten schließlich mehr als 200 Einsatzkräfte aus. Sie durchsuchten zahlreiche Objekte in Nordrhein-Westfalen und Hessen.
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Millionenbetrug mit Intensivpflege? Großrazzia in NRW – Luxusautos beschlagnahmt
Luxusautos und Schmuck im Visier der Ermittler
Im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Pflegebetrug in NRW sicherten die Behörden erhebliche Vermögenswerte. Dazu gehören mehrere hochwertige Fahrzeuge der Marken Lamborghini, Maybach und Mercedes-AMG.
Darüber hinaus stellten die Einsatzkräfte etwa 51.000 Euro Bargeld, Gold im Wert von rund 10.000 Euro, Schmuck im Wert von etwa 265.000 Euro sowie hochpreisige Taschen und Uhren sicher. Insgesamt arrestierten die Behörden Vermögenswerte in Höhe von rund 5,9 Millionen Euro. Hinzu kamen Sicherungshypotheken in Höhe von 3,3 Millionen Euro auf Immobilien der Beschuldigten.
39-Jährige und Ehemann in Untersuchungshaft
Eine 39-jährige Hauptbeschuldigte und ihr 44 Jahre alter Ehemann kamen nach der Razzia in Untersuchungshaft. Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.
Bei den Hauptbeschuldigten in Mettmann fanden die Ermittler außerdem eine scharfe Schusswaffe samt Munition sowie Marihuana und Anabolika. Zum sichergestellten Beweismaterial gehört nach Behördenangaben auch ein Arztstempel, der möglicherweise zur Fälschung von Verordnungen genutzt worden sein könnte.
Pflegebedürftiges Kind kommt ins Krankenhaus
Während der Durchsuchungen machten Einsatzkräfte in einer Düsseldorfer Wohnung eine weitere Entdeckung. Dort trafen sie ein pflegebedürftiges Kind in einem derart schlechten Gesundheitszustand an, dass sie umgehend den Rettungsdienst verständigten. Das Kind kam zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus. Auch Jugendamt und Kinderschutzbund wurden informiert.
Die Ermittlungen zum mutmaßlichen Pflegebetrug in NRW dauern an. Die Behörden müssen nun umfangreiches analoges und digitales Beweismaterial auswerten.
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