Neue Anklage gegen Todesbar-Chefin von Crans-Montana
Nach der verheerenden Brandkatastrophe in der Bar „Le Constellation“ in Crans-Montana rückt eine neue Anklage in den Fokus. Die Staatsanwaltschaft wirft der Betreiberin Jessica Moretti nun auch Urkundenfälschung vor. Dabei geht es um eine Rechnung aus dem Jahr 2015.
Die Ermittler prüfen, ob diese Rechnung zu schalldämmendem Schaumstoff gefälscht wurde. Genau dieser Schaumstoff soll bei dem Feuer eine zentrale Rolle gespielt haben. Bei der Katastrophe in der Silvesternacht starben 41 Menschen. Zudem erlitten 115 weitere Personen Verletzungen.
Todesbar von Crans-Montana: Schwere Vorwürfe gegen Betreiberin
Die neue Anklage nach der Todesbar von Crans-Montana verschärft den Fall deutlich. Laut Bericht soll der verwendete Schaumstoff nicht aus einem lokalen Markt stammen. Stattdessen führt die Spur nach Deutschland. Dadurch stellen die Ermittler offenbar frühere Angaben zur Herkunft des Materials infrage.
Der Anwalt der Betreiberin weist einen direkten Zusammenhang mit der Tragödie zurück. Nach seiner Darstellung habe eine mögliche Fälschung nur steuerliche Gründe gehabt. Dennoch prüfen die Behörden weiter, welche Bedeutung die Rechnung für das gesamte Verfahren hat.
Gegen Jessica Moretti und ihren Ehemann Jacques laufen bereits Ermittlungen. Im Raum stehen schwere Vorwürfe wie fahrlässige Tötung, Körperverletzung und Brandstiftung. Außerdem interessieren sich die Ermittler für weitere Verdächtige und mögliche Versäumnisse im Umfeld der Bar.
Brandschutzkontrollen offenbar jahrelang ausgeblieben
Besonders brisant bleibt ein weiterer Punkt. Seit 2019 fanden in der Bar offenbar keine vorgeschriebenen Brandschutzkontrollen mehr statt. Dadurch wächst der Druck auf Verantwortliche in der Gemeinde. Denn solche Kontrollen sollen Risiken früh erkennen und Gäste schützen.
Nach bisherigen Erkenntnissen entzündeten Partyfontänen den Schaumstoff in der Bar. Anschließend breitete sich das Feuer rasend schnell aus. Viele Gäste hatten kaum eine Chance, rechtzeitig zu fliehen. Berichte nennen zudem Mängel beim Brandschutz und Probleme mit Fluchtwegen.
Ermittlungen laufen weiter
Die neue Anklage nach der Todesbar von Crans-Montana zeigt, wie komplex der Fall inzwischen geworden ist. Neben der Brandursache untersuchen die Behörden nun auch Unterlagen, Zuständigkeiten und frühere Entscheidungen. Außerdem müssen die Ermittler klären, wer wann von möglichen Gefahren wusste.
Für die Angehörigen der Opfer bleibt jede neue Entwicklung schmerzhaft. Gleichzeitig hoffen sie auf klare Antworten. Die Behörden müssen nun lückenlos aufarbeiten, wie es zu dieser Katastrophe kommen konnte.
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